In sechs von neun oberfränkischen Städten muss die Stichwahl entscheiden, wer Oberbürgermeister wird.
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In sechs von neun oberfränkischen Städten muss die Stichwahl entscheiden, wer Oberbürgermeister wird.
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In sechs von neun oberfränkischen Städten muss die Stichwahl entscheiden, wer Oberbürgermeister wird.

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Stichwahl in sechs von neun Städten in Oberfranken

Stichwahl in sechs von neun Städten in Oberfranken

Seit 18 Uhr sind die Wahllokale geschlossen, inzwischen liegen fast überall die vorläufigen Endergebnisse der Kommunalwahl vor. Während es in Bayreuth, Bamberg und Hof eine Stichwahl braucht, bleibt unter anderem in Coburg alles beim Alten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Wahl am .

Nahezu alle Stimmkreise in Oberfranken sind fertig ausgezählt und schon nach dem vorläufigem Endergebnis steht fest: In vielen Städten und Landkreisen braucht es eine Stichwahl, um das Stadtoberhaupt oder den Landrat zu bestimmen.

Huml verpasst Stichwahl in Bamberg

In Bamberg war es bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen – das Bayerns ehemalige Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) verlor. Für die 50-Jährige reicht es nicht für die Stichwahl, denn sowohl Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg; 30,3 Prozent) als auch Sebastian Martins Niedermaier (SPD; 29,0 Prozent) holten mehr Stimmanteile als Huml. "Es ist brutal. Ich bin ja als Underdog gestartet gegen eine Ministerin a.D. und einen amtierenden Zweiten Bürgermeister. Und dann mit ein paar Hundert Stimmen Unterschied dazustehen, ist unfassbar", zeigte sich Niedermaier im BR24-Gespräch euphorisch.

Stichwahlen auch in Bayreuth, Hof und Kulmbach

In Oberfrankens Regierungshauptstadt Bayreuth kam es am Wahlabend ebenfalls zu keiner Entscheidung. Andreas Zippel (SPD) holte mit 34,9 Prozent den höchsten Stimmenanteil und tritt nun gegen den amtierenden Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) an, der auf 28,2 Prozent der Stimmen kam.

Auch in Hof ist keiner der Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters als Sieger hervorgegangen. Am 22. März wird es zu einer Stichwahl zwischen der bisherigen Amtsinhaberin Eva Döhla (SPD) und Stefan Schmalfuß (CSU) kommen. Auf Döhla, die seit 2020 Stadtoberhaupt von Hof ist, entfielen 33,8 Prozent der Stimmen, auf Schmalfuß 39,4 Prozent. "Es geht jetzt in der Stichwahl um die Persönlichkeit und nicht mehr um die Partei", so Döhla im BR24-Gespräch.

Auch in Kulmbach muss die Stichwahl entscheiden: Ralf Hartnack (Freie Wähler/WKG; 33,7 Prozent) und Frank Wilzok (CSU/JU; 33,6 Prozent) holten die meisten Stimmen. Der bisherige Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD; 21 Prozent) scheidet damit aus dem Amt aus. Er hat im Vergleich zur Kommunalwahl 2020 14,5 Prozent der Stimmen verloren.

Coburg, Selb und Marktredwitz: Oberbürgermeister bleiben im Amt

In Coburg ist der bisherige Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) im Amt bestätigt worden. Er wurde mit 51,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Die zweitmeisten Stimmen fielen auf Hans-Herbert Hartan (CSU). Er liegt bei 16,5 Prozent. Der Diplom-Jurist Sauerteig ist seit 2020 Stadtoberhaupt von Coburg.

Keinen Wechsel gibt es auch im Selber Rathaus: Bei der Wahl zum Oberbürgermeister hat Amtsinhaber Ulrich Pötzsch (Aktive Bürger Selb) mit 63,7 Prozent im Vergleich zur vergangenen Wahl zwar über 20 Prozentpunkte weniger Stimmen erhalten. Dennoch liegt der seit 2013 amtierende OB deutlich vor seinen nächsten Verfolgern Patrick Zeidler (SPD) (15,8 Prozent) und Carsten Hentschel (CSU) (13,9 Prozent).

Auch in Marktredwitz ist der bisherige Oberbürgermeister im Amt bestätigt worden. Oliver Weigel (CSU) wurde mit 73,6 Prozent der Stimmen wieder gewählt – ein deutlicher Verlust gegenüber 2020, als er mit 96,8 Prozent im Amt bestätigt worden war. Weigel ist seit 2014 Stadtoberhaupt von Marktredwitz.

Neustadt bei Coburg: Stichwahl für Deutschlands dienstältesten OB

In Neustadt bei Coburg muss Deutschlands dienstältester Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) – der seit 1995 im Amt ist – in die Stichwahl. Er erreichte 33,5 Prozent der Stimmen und musste damit einen massiven Verlust gegenüber 2020 hinnehmen, wo er noch 72,8 Prozent der Stimmen erreicht hatte. Sein Herausforderer Dominik Heike (CSU) kam auf 33,7 Prozent der Stimmen.

Auch in Forchheim muss der der bisherige Oberbürgermeister in eine Stichwahl: Uwe Kirschstein (SPD) wird gegen Martina Hebendanz (CSU) antreten. Auf Kirschstein, der seit 2016 im Amt ist, entfielen 28,6 Prozent der Stimmen – ein Verlust von 10,2 Prozent gegenüber 2020. Hebendanz erreichte 33,2 Prozent.

27-Jähriger wird Kulmbacher Landrat

Vom Pressesprecher der Stadt zum Landrat: Diesen Sprung schaffte Jonas Gleich (CSU). Mit 51,1 Prozent ist der 27-Jährige gewählt worden. Die zweitmeisten Stimmen entfielen auf Oliver Hempfling (Freie Wähler). Amtsinhaber Klaus Peter Söllner von den Freien Wählern war nicht mehr angetreten.

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Jonas Gleich (CSU) ist zum neuen Kulmbacher Landrat gewählt worden.

Kaum Stichwahlen in den Landkreisen – Neuer Landrat für Bamberg

In fünf von sieben oberfränkischen Landkreisen haben die bisherigen Landräte die absolute Mehrheit geholt und bleiben demnach in ihren Ämtern. In Hof hat Oliver Bär (CSU) 75,0 Prozent geholt, im Landkreis Coburg stand Sebastian Straubel (CSU/LV) am Ende bei 69,9 Prozent der Stimmen. Auch Wunsiedels Peter Berek (CSU; 60,3 Prozent) und Bayreuths Florian Wiedemann (Freie Wähler; 52,5 Prozent) bleiben im Amt.

Der Landkreis Bamberg bekommt indes einen neuen Landrat: Mit 58,4 Prozent der Stimmen hat Johannes Maciejonczyk (CSU) die Wahl gewonnen. Sein Parteikollege Johann Kalb war nicht mehr zur Wahl angetreten.

Im Landkreis Forchheim muss Landrat Oliver Flake (CSU) unterdessen in die Stichwahl. Mit 41,9 Prozent holte er zwar die meisten Stimmen, muss sich in zwei Wochen aber gegen Hanngörg Zimmermann (Freie Wähler; 28,2 Prozent) durchsetzen.

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