Über 500 Spenden sind für St. Josef eingegangen - die größte war auch die ungewöhnlichste...
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Über 500 Spenden sind für St. Josef eingegangen - die größte war auch die ungewöhnlichste...

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Sogar aus Taiwan: Spenden helfen Kinderheim nach Hochwasser

Sogar aus Taiwan: Spenden helfen Kinderheim nach Hochwasser

Das Juni-Hochwasser 2024 hat das Schrobenhausener Kinder- und Jugendzentrum schwer getroffen. Doch danach gab es Hilfe aus der Region und darüber hinaus: Rund 500 Spenden haben dem Haus zu neuem Glanz verholfen – eine kam sogar aus Taiwan.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Im Jahr 2024 ist das Kinder- und Jugendzentrum in Schrobenhausen schwer vom verheerenden Hochwasser getroffen worden. Die Zukunft schien ungewiss – so groß waren die Schäden. Doch rund 500 Spenden aus der Region und darüber hinaus verhalfen dem Haus zu neuem Glanz.

Spenden für Kinder- und Jugendhilfezentrum nach Hochwasser

Über eine steile Leiter klettert Jochen Semle auf das neue Dach des Kinder- und Jugendhilfezentrums St. Josef in Schrobenhausen. Direkt darunter befinden sich die Zimmer einer Wohngruppe. Unter dem alten Blechdach war es im Winter zu kalt und im Sommer zu warm, erinnert sich der Heimleiter. Das neue Dach ist gut isoliert und schafft ein ausgeglichenes Raumklima. Ein großer Gewinn für die Einrichtung, die sich um knapp hundert Kinder und Jugendliche aus der gesamten Region Ingolstadt kümmert. Ein Teil lebt hier dauerhaft, weil die Familiensituation schwierig ist. Andere kommen nur tagsüber. Viele leben seit Jahren hier. Für sie alle ist das St. Josef eine sichere Anlaufstelle.

Hochwasserschäden zehrten Reserven auf

Die Katastrophe vom Juni 2024 hat große Hilfsbereitschaft ausgelöst. Damals stand das Wasser der Paar in den Kellern von zahlreichen Häusern in Schrobenhausen, so auch im St. Josef. Dort war auch noch die Tagesstätte zerstört, ebenso die Heizungsanlage. Rund eine Million Euro kosteten die Reparaturen. Die Rücklagen des Jugendhilfezentrums, die eigentlich für ein neues Dach reserviert waren, reichten nicht, um die Hochwasserschäden zu begleichen. Vom Land, dem Landkreis, der Stadt und der Kirche kam bei weitem nicht genug, um die Rechnungen zu bezahlen.

Der Bayerische Landkreistag, dessen Mitglieder für die Kinder- und Jugendhilfe zuständig sind, betont, dass die öffentliche Förderung nicht gesunken sei, weist aber darauf hin, dass "gleichzeitig die Ausgaben noch schneller wachsen als die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen". Das zeige sich vor allem bei so außergewöhnlichen Ereignissen wie dem Hochwasser vor zwei Jahren. "Die öffentlichen Gelder reichen für den laufenden Betrieb, aber nicht für extra Investitionen nach Hochwasser oder für ein neues Dach", fasst Heimleiter Jochen Semle seine Erfahrungen zusammen.

Öffentliche Gelder reichen nicht für Investitionen

Auch die Stadt Schrobenhausen konnte dem Heim damals nicht helfen, bedauert Bürgermeister Harald Reisner (FW). Die Kommune musste sich um zahlreiche Gebäude in eigener Trägerschaft kümmern, darunter der katholische Maria-Ward-Kindergarten oder die Feuerwehr. Während der Kindergarten saniert wurde, bot das türkisch-islamische Kulturzentrum in Schrobenhausen den Kindern über ein Jahr lang eine Bleibe. Hort-Kinder fanden in der Zeit Aufnahme im katholischen Pfarrheim. Der Bürgermeister spricht von "gelebter Integration und interkultureller Hilfsbereitschaft".

Über 500 Sponsoren erhalten Würdigung

Eine Schar an Sponsoren hat auch das Kinder- und Jugendzentrum St. Josef in den vergangenen Jahren unterstützt. Mehr als 500 Spenderinnen und Spender haben mitgeholfen. Einen optischen Eindruck dieser Solidarität vermittelt eine Wand mit rosa, gelben und weißen Zetteln, auf denen kleine Beträge mit einer einstelligen Spende stehen, aber auch sehr große mit zweistelligen und bis zu fünfstelligen Summen. Mehr als die Hälfte der Million für die Hochwasserschäden kam so zusammen. Und auch das neue Dach ist zu weiten Teilen durch Spenden finanziert worden. Zu den Helfern zählen Schrobenhausener Bürgerinnen und Bürger, Geschäftsleute, Handwerker sowie Unternehmen aus der Region.

Eine der größten Spenden kam aus Taiwan

Für Verblüffung hat gesorgt, dass eine der größten Spenden aus Taiwan kam. Einrichtungsleiterin Claudia Liebscher konnte es am Anfang gar nicht glauben: "Als der Anruf kam, haben wir das erstmal juristisch prüfen lassen". Vor allem, weil sich über diese private Stiftung nahezu nichts im Internet findet. Als aber die Seriosität der Organisation geklärt war, war auch die Freude groß, denn die TX-Foundation trägt mit 85.000 Euro mehr als ein Viertel der Kosten des neuen Dachs.

Die taiwanesische Stiftung hat sich erstmals kurz nach der Hochwasserkatastrophe in Schrobenhausen gemeldet. Sie unterstütze weltweit Projekte für Kinder und Jugendliche – auch in Europa, berichtet Liza Lin, Präsidentin der Stiftung. Diesen Fokus nennt Lin auch als Motivation für das Engagement in Schrobenhausen.

Audio: Ungewöhnliche Spendenübergabe

Claudia Liebscher, Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums St. Josef, begrüßt die taiwanesische Stifterin Liza Lin
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Claudia Liebscher, Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums St. Josef, begrüßt die taiwanesische Stifterin Liza Lin.

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