Nach der am Freitag bekannt gewordenen Morddrohung gegen Charlotte Knobloch findet Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle scharfe Worte. Hier sei "jede Grenze überschritten". Deutschland stehe am "Scheideweg".
- Zum Artikel: Todesdrohung gegen Charlotte Knobloch auf Parkbank
Spaenle: "Mehr als ein Tabubruch"
Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland sei eine "Persönlichkeit, die diesem Land nach der Shoah mit ihrer Entscheidung, mit ihrer Familie in München und Deutschland zu leben, wieder eine Tür zur Rückkehr in die zivilisierte Welt aufgetan hat". Sie zu bedrohen, sei "mehr als ein Tabubruch", so Spaenle.
Alle Bürgerinnen und Bürger sowie die deutsche Zivilgesellschaft und der Staat mit seinen Institutionen müssten "Humanität, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat verteidigen", schreibt der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung in seiner Pressemitteilung.
Generalstaatsanwaltschaft ermittelt
Wegen der Morddrohung gegen Charlotte Knobloch ermittelt nun auch die Generalstaatsanwaltschaft München. Spaenle gab der Hoffnung Ausdruck, dass die oder der Täter rasch ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden.
Ein Zeuge hatte am Donnerstag auf einer Parkbank und einem Mülleimer im Englischen Garten der Landeshauptstadt die hingeschmierte Drohung entdeckt und die Polizei informiert, wie das Polizeipräsidium mitteilte. Knobloch hatte daraufhin ihre Teilnahme an einer Veranstaltung abgesagt. Die Gewaltandrohung stand in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
