Interaktive Roboter-Figur von Buzz Lightyear
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Bei "Kidults" sind besonders Sammelobjekte, Retro-Artikel und Lizenzprodukte gefragt, etwa zu großen Hollywood-Reihen.
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Bei "Kidults" sind besonders Sammelobjekte, Retro-Artikel und Lizenzprodukte gefragt, etwa zu großen Hollywood-Reihen.

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Spielwarenmesse setzt auf "Kidults", KI und Kreativität

Spielwarenmesse setzt auf "Kidults", KI und Kreativität

In die Kinderzimmer der Welt zieht Künstliche Intelligenz ein – gleichzeitig mit der Gegenbewegung: Spiele, die das Benutzen von eigenem Kopf und Händen fördern. Zudem zeigt die Jubiläums-Spielwarenmesse in Nürnberg vieles für spielende Erwachsene.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Im Vorfeld als Trend ausgemacht haben die Trendscouts der Nürnberger Spielwarenmessen heuer Spielzeug, das Künstliche Intelligenz (KI) nutzt oder aber vermittelt. KI biete viele Möglichkeiten, Spiele flexibel und dynamisch zu gestalten, so Vorstandssprecher Christian Ulrich. So können sich Spiele beispielsweise per KI an das Alter und die Interessen von Kindern anpassen – und seien somit individueller.

Neben sprechenden und lernfähigen Plüschtieren, Puppen oder Robotern gebe Künstliche Intelligenz Kindern beispielsweise auch die Möglichkeit, in Spielhandlungen einzugreifen, so dass etwa eine Geschichte jedes Mal anders ausgehe und damit letztlich spannender bleibe.

Sensibler Umgang mit Kinder-Daten

Der Schutz der Kinder-Daten müsse dabei genauso gewährleistet sein, wie die Beschränkung auf kindgerechte Inhalte, so Ulrich. Diesbezüglich seien die Hersteller aber sehr sensibel. Zum KI-Sortiment zählt die Spielwarenmesse außerdem auch Produkte wie Bücher, die sich mit KI auseinandersetzen und deren Chancen und Risiken erklären.

Kreatives Spielzeug für mehr Achtsamkeit

Quasi einen Kontrapunkt zur Hightech im Kinderzimmer setzt der zweite Spielwarentrend 2026: "Creative Mindfulness", also Kreativität und Achtsamkeit. Hier reichen die Angebote vom Klassischen Malen und Basteln, bis hin zum Filzen oder Töpfern daheim. Angesprochen seien hier längst nicht nur Kinder: Auch Erwachsene sollen sich beim kreativen Spielen kleine Auszeiten nehmen und vom Alltag abschalten können. Beim Puzzeln, Rätseln oder bei handwerklicher und gestalterischer Beschäftigung.

Unter den ToyAward-Nominierten 2026 sind beispielsweise ein True Crime-Spiel, bei dem anhand echter Indizien und Beweise ein echter Kriminalfall "gelöst" werden muss oder ein Fädel-Spiel, das Feinmotorik und räumliches Vorstellungsvermögen trainieren soll.

Markt für spielende Erwachsene wächst

Überhaupt stehen die sogenannten "Kidults" bei den Spielzeugherstellern weiter im Fokus. Gemeint ist die Zielgruppe all derer, die aus dem klassischen Spielealter raus sind – etwa ab dem Alter von zwölf Jahren. Das Wort "Kidults" setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern kid (Kind) und adults (Erwachsene).

Spielende Erwachsenen machen inzwischen rund ein Drittel des Marktvolumens aus – und der Bereich wächst stärker als der Rest des Spielwarenmarktes, so Spielwarenmesse-Vorstandsmitglied Florian Hess. Gefragt sind hier besonders Sammelobjekte wie Figuren oder Sammelkarten, aber auch Retro-Artikel und Lizenzprodukte, etwa zu großen Hollywood-Reihen.

"Kidults" mit Kaufkraft und Sammelleidenschaft

Die Zielgruppe sei kaufkräftig – die Objekte oftmals nicht günstig, so Hess. Angebote für "Kidults" gibt es seinen Worten zufolge in so gut wie jeder Sparte. Laut dem Marktforschungsinstitut Circana gaben Verbraucher in den USA zuletzt (Oktober 2024 bis September 2025) 13,4 Milliarden US-Dollar für Spielsachen aus, in den fünf größten europäischen Märkten (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und UK) waren es 5,7 Milliarden Euro.

75 Jahre Spielwarenmesse

Die Spielwarenmesse in Nürnberg feiert in diesem Jahr ihr 75. Jubiläum: Der Beschluss zur Gründung war 1949 gefallen – nachdem durch die deutsche Teilung ein westdeutscher Standort für eine Spielwarenmesse gesucht wurde. 1950 fand schließlich die 1. Deutsche Spielwaren-Fachmesse in Nürnberg statt: Mit 351 Ausstellern und 4.300 Einkäuferinnen und Einkäufern.

Zum Vergleich: 2026 erwartet die Spielwarenmesse mehr als 2.300 Aussteller aus fast 80 Ländern. Im vergangenen Jahr kamen rund 57.500 Fachbesucher aus 126 Ländern. Während der Corona-Pandemie war die Spielwarenmesse zweimal in ihrer stationären Form ausgefallen. So dass 2026 die 75. Spielwarenmesse gezählt und gefeiert wird. Das soll sich auch im Stadtbild niederschlagen: Mit Illuminationen der Nürnberger Kaiserburg und des Frauentorturms.

Fünf Tage rund ums Spielen

Die Nürnberger Spielwarenmesse gilt als Branchen- und Netzwerktreffen. Auf einer eigenen Konferenz auf der Messe soll in diesem Jahr auch der Wert des Spieles als gesellschaftlicher Faktor diskutiert werden. Etwa beim Einsatz im beruflichen Kontext oder in der Traumatherapie.

Eingebettet in die Spielwarenmesse ist außerdem die Internationale Spieleerfindermesse, bei der Spieleautoren und Verlage miteinander ins Gespräch kommen sollen. Die besten Messeneuheiten werden in Nürnberg alljährlich mit dem ToyAward ausgezeichnet. Die 75. Spielwarenmesse in Nürnberg öffnet am Dienstag und dauert bis zum Samstag.

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Ein Fall für Hobby-Ermittler: Ein echter Kriminalfall dient diesem Spiel als Vorlage.

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