Die FIFA-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist Geschichte. Jetzt kommt der Fußball wieder in der Kommunal-Politik an, zumindest in Nürnberg. Das städtische Max-Morlock-Stadion, die Spielstätte des 1. FC Nürnberg, ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Doch die Stadt Nürnberg plant mehr. Das Stadion soll komplett umgebaut werden, damit auch wieder hochwertige Länderspiele ausgetragen werden können. Am Mittwoch hat der Nürnberger Stadtrat die Weichen gestellt, wie das Stadion künftig aussehen soll.
Nürnberg: Stadionumbau einstimmig beschlossen
Der Entschluss fiel einstimmig. Die beschlossene Variante sieht vor, dass das Stadion künftig eine reine Fußball-Arena sein soll. Die Leichtathletik-Laufbahn wird beim Um- und Neubau verschwinden. Dafür werden die Tribünen direkt an das Spielfeld gebaut. Dadurch sollen die Fans künftig hautnah am Geschehen sein. Das neue Stadion soll rund 50.000 Plätze auf der Tribüne und dem rundum laufenden Oberrang haben. Die achteckige Form, das Markenzeichen des Stadions, und die denkmalgeschützten Teile der Haupttribüne sollen in den Neubau integriert werden.
Europaweite Ausschreibung
Mit diesem Plan geht die Stadt nun in die europaweite Ausschreibung. Anschließend können die Kosten für den Bau exakter beschrieben werden. Erste, sehr grobe Schätzungen, gehen von Kosten zwischen 260 und 280 Millionen Euro aus. Bis Dezember will die Stadtverwaltung einen Finanzierungsvorschlag inklusive möglicher Zuschüsse vom Freistaat vorlegen.
Interimstadion oder Ausweichstätte in Regensburg oder Augsburg?
Gleichzeitig haben die Stadträte beschlossen, dass die Stadt gemeinsam mit dem 1.FC Nürnberg eine Lösung für ein Ausweichstadion während der Bauzeit ab dem Jahr 2029 findet. Zum einen soll bis Dezember 2026 geprüft werden, ob eine Spielstätte außerhalb Nürnbergs für die Heimspiele des Clubs angemietet werden kann, beispielsweise das Stadion in Regensburg oder Augsburg. Zum anderen soll parallel nach einem Standort für ein Interimstadion im Stadtgebiet gesucht werden. Angedacht ist eine mobile Stahlkonstruktion mit rund 25.000 Plätzen. Eine klare Absage erteilten die Stadträte allen Überlegungen, das Ausweichstadion auf eine Fläche außerhalb Nürnbergs zu bauen. Diese Idee hatte der 1.FC Nürnberg unlängst ins Gespräch gebracht.
Nürnberger Stadion erhielt Architektur-Goldmedaille
Das Nürnberger Stadion galt bei seiner Eröffnung im Jahr 1928 als das schönste Stadion der Welt. Markenzeichen ist die achteckige Form. Dafür hat das Stadion eine Architektur-Goldmedaille erhalten. Die Tribüne entstand im Bauhaus-Stil. Sie steht unter Denkmalschutz. Nach all den Umbauten ist das zwar auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Trotzdem heißt das, dass die Denkmalschützer bei allen Planungen mitreden.
Spielort bei der WM 2006
Das alte Stadion ist seitdem immer mal wieder renoviert worden. Das Achteck als Grundform und auch die Laufbahn sind geblieben. Bei der WM 2006 war das Nürnberger Stadion dann Spielort. Dafür mussten im Vorfeld im Stadion die Bagger rollen. Das Spielfeld wurde um mehr als einen Meter tiefergelegt, damit die Fans eine bessere Sicht haben. Allerdings entschied die Stadt, die Leichtathletik-Laufbahn zu behalten. Das hat den Fans bei der Eröffnung 2005 gar nicht gefallen – und das ist auch heute noch so. Die Entscheidung, dass nach dem Umbau keine Laufbahn mehr Teil des Stadions sein soll, dürfte daher bei vielen Anhängern auf Gegenliebe stoßen.
Audio: Umbau-Historie des Max-Morlock-Stadions in Nürnberg
Tribüne des Max-Morlock-Stadions in Nürnberg
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