Spezialausgabe von "jetzt red i": Zu den TV-Duellen aus München, Nürnberg, Bamberg und Regensburg:
Das Duell zwischen den beiden Erlanger OB-Kandidaten beginnt mit einem der kontroversesten Themen ihres Wahlkampfes: Die geplante Stadtumlandbahn - kurz StUB - sie soll Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach verbinden.
Jochen Loy aus dem Publikum sorgt sich um die regionale Versorgung, er fragt, wie die landwirtschaftlichen Nutzflächen bei so einem Großbauprojekt bestmöglich geschont werden können.
Streitpunkt StUB: Volleth steht Realisierung nicht im Weg
Der amtierende SPD-Oberbürgermeister Florian Janik ist für die geplante StUB. Er führt die beiden Bürgerentscheide, die zu Gunsten des Projekts ausgegangen sind, an und betont den wirtschaftlichen Nutzen für die ganze Region. "Wir wissen, wenn wir wachsen wollen als Region, dann müssen wir attraktiv sein für Arbeitskräfte, und da spielt das Thema Mobilität eine unglaublich große Rolle." Zum Thema Flächenschonen sagt er, dass bereits eine Lösung gefunden wäre. Im Wiesengrund solle eine Brücke auf der Trasse des Radwegs entstehen, Flächen dafür ein wenig verlegt und so nur minimale Eingriffe für die Landwirtschaft erzielt werden.
Sein Kontrahent, Jörg Volleth von der CSU steht dem Vorhaben StUB weiterhin kritisch gegenüber. Er akzeptiere aber den Bürgerentscheid pro StUB und wisse auch, dass der neue Erlanger Stadtrat mehrheitlich für die Stadtumlandbahn ist, "es geht nicht mehr um das Ob, es geht, wenn dann um das Wie", so Volleth.
Erlangen fehlen 170 Millionen Euro
Volleth weist auf das zweite große Thema in Erlangen, die schwache finanzielle Lage der Stadt, hin. Erlangen hatte 170 Millionen Euro Gewerbesteuereinbußen. Gelder, die jetzt im Haushalt fehlten. Er gibt zu bedenken, dass es auch andere zu priorisierende Maßnahmen gäbe, zum Beispiel Schulen und Kindergärten, die saniert werden müssten.
Problem bezahlbarer Wohnraum
Ein weiteres Thema in der "jetzt red i" Stichwahl-Sendung aus Erlangen: bezahlbarer Wohnraum. Der Erlanger CSU-Kandidat Volleth hofft auf finanzielle Mittel des Freistaats und des Bundes, denn "nur so gelingt es tatsächlich, günstigen Wohnraum zu schaffen", sagt er. Zudem versuche die Stadt, ihren Teil dazu beizutragen, indem sie Bebauungsgebiete ausweise und ehemalige Gewerbegebäude in Wohngebäude umwandle. "Mehr Wohnraum schaffen, das ist die Lösung für günstigen Wohnraum", so Volleth. Der amtierende SPD-Oberbürgermeister Janik weist auf die soziale Gerechtigkeit hin und dass es wichtig sei, dass sich alle Schichten Wohnraum leisten können müssten.
Der Erlanger Oberbürgermeister Florian Janik ist bereits zwei Legislaturen im Amt, bei der Wahl am 08. März holte er 29 Prozent der Stimmen, während sich CSU-Kandidat Jörg Volleth 35,8 Prozent der Wählerstimmen sichern konnte. Am 22. März treten sie nun in der Stichwahl noch einmal gegeneinander an.
