Anzeigentafel an der Uni in Bonn.
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(Symbolbild) Anzeigentafel an der Uni in Bonn.
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Studierende unter Druck: Wohnkosten übermäßige Last

Studierende unter Druck: Wohnkosten übermäßige Last

Das Studium als schönste Zeit des Lebens? Möglich. Unbeschwert ist es für viele aber nicht. Vor allem das Wohnen ist eine zunehmende Belastung. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Für manche führt das zu großem Druck.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Auf sein Studium blickt Roland nicht nur positiv: "Das war lange Zeit sehr viel Stress, Aufwand und von Existenzangst getrieben", erzählt der Münchner Physikstudent. In drei Monaten sei er fertig – nach insgesamt sieben Jahren. "Mein Studium hat deswegen sicher länger gedauert." Denn das Studium finanziere er selbst, erzählt Roland. Gerade am Anfang sei seine finanzielle Lage sehr eng gewesen, er habe viel Nachhilfe gegeben. Dann habe er mehrfach Glück gehabt: Er sei mit einem Freund in eine WG gezogen, für die er "nur" 500 Euro zahle. Und er habe einen sehr gut bezahlten Werkstudentenjob gefunden, da bekomme er inzwischen 1.800 Euro im Monat. Allerdings bedeutet das auch: 20 Stunden arbeiten in der Woche, zusätzlich zum Vollzeit-Studium – auch in Prüfungsphasen.

Studierende durch Wohnkosten überbelastet

Andere Studierende berichten von 700 Euro und mehr für WG-Zimmer in München. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes (externer Link) zur Finanzlage von Studierenden für 2025 zeigt: Viele zahlen übermäßig viel fürs Wohnen. Studierende mit eigener Haushaltsführung, die allein oder in einer WG leben, geben laut dem Statistikamt im Schnitt 54 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus – etwas mehr als im Vorjahr (53 Prozent). Zum Vergleich: Die Gesamtbevölkerung zahlt im Schnitt 24 Prozent des Haushaltseinkommens fürs Wohnen. Zwei von drei Studierenden gelten damit als überbelastet durch Wohnkosten – weil sie mehr als 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Auch diese Zahl ist im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht von 62 auf nun 65 Prozent gestiegen.

45 Prozent der Einkünfte aus eigener Arbeit

Viele Studierende verfügen der Statistik zufolge über wenig Geld: Die Hälfte der Studierenden mit eigenem Haushalt hatte 2025 weniger als 963 Euro im Monat zur Verfügung – etwas mehr als im Vorjahr mit 930 Euro. Viele arbeiten: So bezogen Studierende mit eigenem Haushalt laut Statistikamt 45 Prozent ihrer Einkünfte aus eigener Arbeit – zuvor lag der Anteil bei 42 Prozent. Weitere Anteile sind private Unterstützung (29 Prozent), BAföG und Stipendien (14 Prozent) und Sonstiges wie Kindergeld (12 Prozent).

Das Bayerische Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung teilte auf Anfrage aus seiner Absolventenbefragung bayerischer Studierender mit: Rund 85 Prozent waren während des Studiums erwerbstätig. Ein Viertel (24 Prozent) derjenigen, die nicht in Regelstudienzeit studierten, gab die Arbeit als Grund an.

Studierende in München: Arbeiten und Einschränkungen

Für ihn habe der Werkstudentenjob alles verändert, sagt Physikstudent Roland. "Ich muss mir keine Gedanken mehr machen, ob ich mir den nächsten Döner auch leisten kann." Therese, Geophysik-Studentin in München, wird von ihren Eltern monatlich mit 650 Euro plus Miete unterstützt und bekommt 300 Euro von einem Stipendium. "Das ist im Verhältnis sehr viel", sagt die 25-Jährige. Am Studienanfang habe sie weniger Geld gehabt: "Ich habe auf sehr viel Lebensqualität verzichtet, immer das Billigste gekauft, gerade beim Essen viel gespart. Das hat mir nicht gut getan." Bei der 24 Jahre alten Francis, Masterstudentin der Consumer Science, zahlen die Eltern ihre Wohnkosten von 700 Euro. Den Rest finanziert sie selbst über einen Werkstudentenjob, für den sie etwa 700 Euro im Monat bekommt.

Landesstudierendenrat: Arbeiten oft Muss – verbunden mit Druck

Der Bayerische Landesstudierendenrat unterstreicht, was die Zahlen des Statistikamts nahelegen: Arbeiten ist für viele Studierende ein Muss. "Wir reden nicht darüber, dass man sich das Gehalt aufbessert, sondern dass man einen Minijob oder Werkstudentenjob hat, um überhaupt seine Lebenshaltungskosten tragen zu können", betont Sprecherin Sabine Kamintzky. Das könne sehr viel Druck erzeugen. Und mitunter Nachteile im Studium: "Wer es sich leisten kann, neben seinem Studium nicht zu arbeiten, hat einfach Vorteile: bessere Bedingungen, bessere Möglichkeiten, mehr Zeit für Vorlesungen und zur Prüfungsvorbereitung." Aus Sicht des Landesstudierendenrats braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum, nicht nur in Ballungsräumen. Auch die Verschiebung der BAföG-Erhöhung sei nicht hilfreich. Physikstudent Roland freut sich, bald mit der Promotion anzufangen und dann nur noch diesen Job zu haben. Über seine Studienzeit sagt er: "Hat sich gelohnt, aber ich würde es nicht nochmal machen wollen."

Im Video: Finanzieller Druck - Lage der Studierenden

Finanzieller Druck: Lage der Studierenden
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