Auf dem Gelände der Olympia-Reitanlage in München sind am Wochenende mehrere untergestellte Ponys misshandelt worden. Die Polizei ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
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Ponys misshandelt
Nach Angaben des Polizeipräsidiums München drangen der oder die Täter in der Nacht von Samstag auf Sonntag in die Pferdeställe ein. Sechs Ponys seien dort angegangen worden. Die Tiere erlitten dadurch leichte Verletzungen. Details wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.
In Reiterkreisen wird berichtet, dass den Ponys Mähnen, Schweife und Schöpfe abgeschnitten worden seien. Der frühere Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, Wilfried Herkommer, berichtete dem Fachportal "equi pages", es seien bei sechs Ponys Mähnen, Schweife und zum Teil auch Schöpfe abgeschnitten worden. Zudem seien bei mehreren Pferden die Zungen mit Gummibändern straff umwickelt worden.
Ponys offenbar nicht verletzt
Ein Tierarzt untersuchte die Ponys. Nach bisherigem Kenntnisstand sind keine bleibenden Schäden zu erwarten. Auf der Olympia-Reitanlage fand am Wochenende die bayerische Sichtung zum "Preis der Besten" statt. Die betroffenen Turnierponys waren hierfür dort untergebracht. Die Veranstaltung wurde aufgrund der Vorfälle am Sonntagmorgen abgebrochen.
Kinder geschockt
Der frühere Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes Wilfried Herkommer war nach eigenen Angaben selbst bei dem Turnier, seine Enkelin ritt in München in der U21-Tour. Die Kinder seien "zutiefst verstört" gewesen, so Herkommer. Keiner habe unter diesen Umständen mehr reiten wollen.
Sicherheitskonzept auf Olympia-Reitanlage verschärft
Als Reaktion auf die Vorfälle auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem soll das Sicherheitskonzept verschärft werden. Der Zutritt werde künftig noch stärker kontrolliert, so Thomas Schreder, der derzeitige Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, in einer Verbandsmitteilung.
Reitverband zeigt sich "tief erschüttert"
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hatte am Sonntag erstmals von tierschutzrelevanten Vorfällen berichtet. Man sei tief erschüttert über die Vorfälle in München-Riem, erklärte dabei Dennis Peiler, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes und verurteile "dieses Handeln auf das Schärfste". Es sei ein großes Anliegen, dass die Vorkommnisse vollständig aufgeklärt und entsprechend geahndet werden.
Kripo ermittelt
Die Kriminalpolizei führte nach eigenen Angaben umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durch. Sie ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem wird ein Zusammenhang mit einem ähnlichen Vorfall im oberbayerischen Kreuth geprüft. Im Dezember waren dort vor einem Turnier Ponys in der Nacht aus dem Stall gelassen worden.
Mit Informationen von dpa
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