Das Hangover ist wieder im Betrieb
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Wiesn-Fahrgeschäft nach tödlichem Unfall wieder in Betrieb

Wiesn-Fahrgeschäft nach tödlichem Unfall wieder in Betrieb

Nach dem tödlichen Unfall bei einem Fahrgeschäft auf dem Münchner Oktoberfest wird weiter ermittelt. Die Behörden schließen ein technisches Problem aus. Inzwischen konnte das "Hangover" wieder den Betrieb aufnehmen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Nach dem tödlichen Unfall auf dem Oktoberfest hat das Fahrgeschäft "Hangover" den Betrieb wieder aufgenommen. Zuvor hatten TÜV und Lokalbaukommission nach Angaben von Wiesnchef Christian Scharpf grünes Licht gegeben. Auch von Seiten der Staatsanwaltschaft gab es "keine Einwände gegen die Wiederaufnahme des Betriebs".

Ein 52-jähriger Mitarbeiter des Freefall-Towers war am Montagabend von der herabstürzenden Gondel erfasst, eingeklemmt und tödlich verletzt worden. Laut Fahrgeschäfts-Homepage beträgt die Fallgeschwindigkeit an dem Turm 90 Kilometer in der Stunde – bevor sie unten ankommt, wird sie aber deutlich langsamer.

Die zentrale Frage, um die sich die Ermittlungen drehen: Warum befand sich der Security-Mitarbeiter bei dem Unfall unterhalb der Gondel, als diese sich gerade nach unten bewegte?

Was die Ermittler untersuchen

Die Ermittlungen vor Ort sind vorerst abgeschlossen. Spuren sind gesichert, erste Zeugen befragt. Die Ermittler, die von einem Unfall ausgehen, beleuchten jetzt das Arbeitsumfeld. Sie werten Zeugenaussagen aus und bitten weitere Zeugen, sich zu melden oder mögliche Handyvideos zu übermitteln.

Man müsse auch herausfinden, "ob jemandem ein Vorwurf gemacht werden kann", heißt es beim Kommissariat 13 der Münchner Kriminalpolizei, das die Ermittlungen führt und unter anderem für Betriebsunfälle zuständig ist. Die Ermittlungen könnten "Tage, wenn nicht Wochen andauern".

Keine Bedenken gegen Freigabe des Fahrgeschäfts

Die Betreiberfamilie sicherte in einer Pressemitteilung zu, eng mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten. Fest steht: Hinweise auf eine technische Unfallursache liegen nicht vor, Fahrgäste waren laut Polizeiangaben zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Am späten Nachmittag ging das "Hangover" wieder in Betrieb, die ersten Wiesn-Gäste nahmen gegen 17.30 Uhr im Fahrgeschäft Platz. Wiesn-Chef Christian Scharpf erklärte nach der Prüfung durch TÜV und Behörden: "Technisch hat das Geschäft überhaupt keine Defekte."

Schausteller sieht Raum für Verbesserungen

Dirk Jensen, der als Rekommandeur bei einem anderen Fahrgeschäft arbeitet, zeigte sich tief betroffen und drückte der Familie des betroffenen Kollegen sein Beileid aus. Der Vorfall "macht uns auch Sorgen, weil bei uns kann dasselbe mal passieren", erklärte Jensen. Er sieht durchaus Raum für Verbesserungen. "Es könnten mehr Schulungen passieren", so der Schausteller. Gerade was die Sicherheit betreffe, müsse man darauf achten, dass man "tatsächlich immer wieder mehr aufpasst, immer wieder mal die Aufmerksamkeit auf das Personal richtet, die Aufmerksamkeit auf das Umfeld richtet".

Immer wieder Unglücksfälle auf der Wiesn

Das Opfer des Unfalls ist ein 52-Jähriger mit serbischem Pass. Nach BR-Informationen wohnte er in Augsburg.

Trotz strenger Sicherheitskontrollen auf dem größten Volksfest der Welt sind Unfälle unter den Mitarbeitern der Fahrgeschäfte nicht selten. 2024 kam ein 20-Jähriger bei einer Testfahrt am Olympia Looping ums Leben: Der Arbeiter hatte sich im Gleisbereich aufgehalten und war von einem Zug erfasst worden. Im Jahr zuvor stürzte beim Fest-Abbau ein 50-jähriger Arbeiter aus etwa fünf Metern Höhe und verletzte sich dabei lebensgefährlich.

Ungewollter Dauer-Kopfstand am ersten Wiesn-Samstag

Gelegentlich kommen auch Fahrgäste zu Schaden. Am ersten Wiesn-Tag 2023 wurden bei der Kollision zweier Achterbahnwaggons neun Fahrgäste leicht verletzt.

Vergleichsweise glimpflich kamen in diesem Jahr am ersten Wiesn-Samstag die Passagiere eines Drehkarussells davon: Sie mussten etwa zwei Minuten lang kopfüber ausharren, bevor sie aus ihren Sitzen geholt werden konnten. Grund der Panne war wohl ein defekter Sensor. Der TÜV prüfte das Karussell erneut, gab es dann aber wieder frei.

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