"Das zieht dir den Boden unter den Füßen weg": Schausteller-Sprecherin Yvonne Heckl ist am Vormittag die Bestürzung über den tödlichen Unfall eines Fahrgeschäft-Mitarbeiters auf dem Münchner Oktoberfest im BR24 Live-Gespräch noch anzumerken.
Bisher ist unklar, warum sich der verunglückte 52-jährige Mitarbeiter in dem Gefahrenbereich aufgehalten hat, in dem er dann von einer Gondel getroffen wurde. Die Ermittlungen laufen, die Polizei hat mögliche Zeugen aufgerufen, sich zu melden oder auch Videoaufnahmen zur Verfügung zu stellen.
Lagebesprechungen vor Ort – und Wiesnbetrieb wie geplant
Für den Rettungseinsatz in der Nacht war der Bereich um den Free-Fall-Tower weiträumig abgeriegelt worden. Inzwischen sind die Absperrungen wieder beseitigt. Wie es heute weitergeht, ist Thema in den Lagebesprechungen – bei der Polizei, der Stadt, der Festleitung. Das Festgelände wurde um zehn Uhr wie üblich geöffnet.
Beileid an die Betroffenen, Dank an die Sicherheitskräfte
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zeigte sich bestürzt über den tödlichen Unfall. Seine Gedanken seien bei der Familie des verunglückten Mannes und den Mitarbeitenden des Fahrgeschäfts. Zugleich bedankte sich der OB bei den Einsatzkräften für das schnelle Eingreifen. Wiesnchef Christian Scharpf ergänzte: "Dieser schreckliche Unfall hat uns ins Bewusstsein gerufen, wie nah Freude und Leid beieinander liegen können."
Yvonne Heckl, Sprecherin der Schausteller berichtet von Beileidsbekundungen der anderen Schausteller an die Betreiber des betroffenen Fahrgeschäfts "Hangover" und betont, dass es wohl kein technisches Problem bei dem Fahrbetrieb gab. Wann dieser wieder öffnen kann, ist dennoch unklar. Für den Donnerstag ist ein Schaustellergottesdienst geplant.
Was wir bisher zum Unfallhergang wissen
Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich der verunglückte Mitarbeiter, ein 52-Jähriger mit serbischem Pass, nach bisherigen Erkenntnissen am Boden direkt im Gefahrenbereich. Über ihm sauste die Gondel des Freefall-Towers - eine kreisförmige Anordnung von 24 Sitzen - mit bis zu 100km/h in die Tiefe. Der Mitarbeiter wurde von der Gondel getroffen, eingeklemmt und tödlich verletzt.
Hohe Sicherheitsvorkehrungen auf der Wiesn
Fahrgäste waren laut Polizei zu keiner Zeit in Gefahr. Ein Kriseninterventionsteam der Aicher-Ambulanz auf der Wiesn betreute einem Sprecher zufolge neun Beschäftigte des Fahrgeschäfts und Augenzeugen des Unfalls.
Generell sind die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Oktoberfest hoch. Anders als auf manchen kleineren Volksfesten prüft der TÜV die Fahrgeschäfte im Auftrag der Stadt München vollständig und nicht nur stichprobenartig - also jede Gondel, jeden Sicherheitsbügel einzeln.
Schon das zweite Problem in diesem Wiesn-Jahr
Dennoch ist es bereits das zweite Vorkommnis in diesem Jahr auf dem Oktoberfest. In einem stehengebliebenen Drehkarussell hatten Fahrgäste am Samstagabend etwa zwei Minuten lang kopfüber ausharren müssen, bevor sie aus ihren Sitzen geholt werden konnten. Grund der Panne war wohl ein defekter Sensor. Der TÜV prüfte das Karussell erneut, gab es dann aber wieder frei.
Mit Informationen der dpa
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