Kurz vor dem Auslaufen der Feuerpause im Iran-Krieg am Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen angekündigt. Seine Vertreter seien am Montagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Aus Teheran gibt es allerdings bislang keine Angaben dazu, ob auch eine iranische Delegation nach Islamabad reisen wird.
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Trump verknüpft Gesprächsangebot mit Drohung
Trump schrieb, die USA böten dem Iran einen "sehr fairen und vernünftigen Deal" an. Er hoffe, dass der Iran diesen annehme. "Wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran ausschalten", fügte Trump hinzu und wiederholte damit eine bereits früher ausgesprochene Drohung. Es wäre ihm dann eine Ehre, das zu tun, was zu tun sei und was schon andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren hätten tun sollen. Es sei an der Zeit, "der iranischen Tötungsmaschine" ein Ende zu setzen.
JD Vance, Steve Witkoff und Jared Kushner reisen nach Islamabad
Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus dem Weißen Haus, dass Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reisen.
Die iranische Führung hat einem Bericht zufolge noch keine Entscheidung zu einem möglichen Treffen mit US-Vertretern getroffen. Solange die US-Marine weiter an ihrer Seeblockade vor der Straße von Hormus festhalte, werde es keine Verhandlungen geben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine informierte Quelle. In den vergangenen Tagen seien jedoch unter Vermittlung des Nachbarlands Pakistan Nachrichten ausgetauscht worden.
Teheran: "Weit von einer endgültigen Einigung entfernt"
Belastet wird die Situation durch die erneute Sperrung der Straße von Hormus und das militärische Vorgehen der iranischen Streitkräfte gegen Schiffe, die die Meerenge passieren wollen. Der Iran begründet das mit der US-Blockade von iranischen Häfen und Schiffen, die aus diesen auslaufen oder diese ansteuern wollen.
Teheran hatte vor Trumps Ankündigung klargemacht, weiter große Differenzen (externer Link) zu sehen. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf sagte der Nachrichtenagentur Tasnim, man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen beiden Staaten. Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch "weit von einer endgültigen Einigung entfernt".
Vorbereitungen in Islamabad für neue Verhandlungen laufen
Seitens der pakistanischen Regierung wurde offiziell noch nichts zu neuen Verhandlungen in Islamabad mitgeteilt. Kurz nach Trumps Ankündigung teilte das Außenministerium aber mit, Ressortchef Ishaq Dar habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi betont, ein kontinuierlicher Dialog sei entscheidend, um die aktuellen Spannungen rasch zu entschärfen und Frieden sowie Stabilität in der Region zu fördern.
In Islamabad selbst laufen seit Tagen die Vorbereitungen für eine neue Runde. Die Sicherheitsvorkehrungen sind deutlich sichtbar: So wurde die sogenannte Rote Zone mit Botschaften und Regierungsgebäuden, in der bereits die erste Gesprächsrunde stattfand, wieder abgesperrt. Erste Verhandlungen waren eine Woche zuvor ohne konkrete Ergebnisse beendet worden.
Im Video: Offenbar neue Gespräche zwischen USA und Iran
Archivbild: Gespräche zwischen USA und Iran in Islamabad
Mit Informationen von dpa
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