Symbolbild: Die Route eines Schiffes durch die Straße von Hormus.
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Straße von Hormus wieder offen – aber wie lange noch?

Straße von Hormus wieder offen – aber wie lange noch?

Der Iran hat die wichtige Straße von Hormus für Handelsschiffe wieder geöffnet – zumindest vorübergehend. Die USA blockieren weiterhin iranische Häfen. Der Iran könnte deshalb die Meerenge wieder schließen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Der Iran droht mit der erneuten Schließung der Straße von Hormus, sollte die US-Blockade iranischer Häfen andauern. "Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormus nicht offen bleiben", schrieb Irans einflussreicher Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Meerenge erfolge auf der vom Iran "festgelegten Route" und mit "iranischer Genehmigung", fügte Teherans Chefunterhändler hinzu.

Iran will auf US-Blockade seiner Häfen reagieren

Nach wochenlanger Blockade wegen des Iran-Kriegs hatte die Staatsführung in Teheran erklärt, dass Öltanker und Handelsschiffe während der laufenden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten. Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen im Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie bleibe "bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran" bestehen, schrieb er auf der Plattform Truth Social. In Teheran sorgte das für Empörung.

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Die Straße von Hormus zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, drohte den USA. "Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar und wird eine angemessene Reaktion des Irans zur Folge haben", sagte er der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Ghalibaf schrieb, ob die Straße geöffnet oder geschlossen sei und welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort entschieden, "nicht durch soziale Medien". Trump habe falsche Behauptungen aufgestellt. Damit würden die USA auch in Verhandlungen nicht weiterkommen.

Schiffskonvoi bricht Passage von Hormus ab

Eine Gruppe von rund 20 Handelsschiffen brach derweil den Versuch ab, die Straße von Hormus zu passieren. Schiffsbewegungsdaten zufolge sind die meisten Schiffe, darunter Containerschiffe, Massengutfrachter und Tanker, wieder umgekehrt. Der Grund dafür ist zurzeit unklar. Zu der Gruppe gehören auch drei Containerschiffe der französischen Reederei CMA CGM. Sie lehnte eine Stellungnahme ab. Die Schiffe waren Teil des bisher größten Schiffskonvois Richtung Straße von Hormus seit Beginn des Iran-Krieges.

Feuerpause gilt nur noch bis Mittwoch

Derzeit laufen Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die bis Mittwoch geltende Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen. Trump rechnet in den nächsten Tagen mit einem Abkommen. "Die Gespräche laufen" und würden über das Wochenende fortgesetzt, sagte er Reportern. Laut unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen.

Eine erste Gesprächsrunde war dort am vergangenen Wochenende ohne konkrete Ergebnisse geendet. Pakistan bereitet sich auf weitere Verhandlungen bereits vor. Registrierungen für Medienvertreter haben begonnen, und es wurde zusätzliches Sicherheitspersonal in die Stadt verlegt. Aus dem Weißen Haus verlautete, die Planungen liefen noch. Ein konkreter Termin sei bislang nicht angesetzt, sagte ein ranghoher US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur.

Minenräumung in der Straße von Hormus

Die angeblich in der Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran verteilten iranischen Seeminen sollen unterdessen nach Angaben von Trump geborgen worden sein – oder werden derzeit noch entfernt. "Der Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll - auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. 

Der Iran hatte die Straße von Hormus nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe am 28. Februar blockiert. Außenminister Abbas Araghtschi kündigte nun an, Handelsschiffen und Öltankern zunächst wieder die Durchfahrt zu erlauben. Er ließ offen, ob dem Iran dafür eine Mautgebühr gezahlt werden müsse. Unklar ist auch, wie sich die Ankündigung auf die Schifffahrt auswirkt. Hunderte Tanker und Frachtschiffe liegen im Persischen Golf fest. Der Konflikt um die wichtige Meerenge hat zu gestiegenen Energiepreisen geführt.

USA lockern weiter Sanktionen für russisches Öl

Um die globalen Energiemärkte zu beruhigen, lockern die USA jetzt ein weiteres Mal für einen Monat Sanktionen auf russisches Öl. Der Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zur Nacht auf Freitag auf Schiffe geladen wurde, ist bis zur Nacht auf den 16. Mai (US-Ostküstenzeit) von US-Verboten ausgenommen, wie eine Behörde des US-Finanzministeriums mitteilte.

Mit Informationen von dpa und Reuters

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