Ein 55-jähriger Skifahrer und sein 13-jähriger Sohn haben am Sonntagmittag im Kleinwalsertal eine Lawine ausgelöst. Beide blieben unverletzt, dennoch wurde eine großangelegte Suchaktion gestartet.
Abseits der markierten Strecke unterwegs
Laut Landespolizeidirektion Vorarlberg verließen die beiden deutschen Wintersportler die Skipiste und fuhren im Bereich "Ifen-Kellerloch" ins ungesicherte Gelände. Dabei löste sich ein etwa 200 Meter langes und rund 70 Meter breites Schneebrett.
Weil zunächst unklar war, ob weitere Personen verschüttet wurden, alarmierten Zeugen die Einsatzkräfte. Drei Hubschrauber flogen Bergretter in das Gebiet auf rund 1.900 Metern Höhe.
Suche mit Hunden und Sonden
Zunächst kamen zwei Lawinenhunde der Vorarlberger Lawinenhundestaffel zum Einsatz. Anschließend suchten Sondier-Mannschaften das Gebiet ab. Nachdem diese Maßnahmen keinen Hinweis auf weitere Verschüttete ergaben und auch niemand vermisst gemeldet wurde, wurde der Einsatz nach knapp zwei Stunden beendet.
Lawinengefahr weiter angespannt
Zum Zeitpunkt des Unglücks galt im Bereich des Hohen Ifen die Lawinenwarnstufe 4 – das bedeutet "große Gefahr". Auch am heutigen Montag bleibt die Lage laut Lawinenwarndienst (externer Link) kritisch.
Für den größten Teil der Allgäuer Alpen gilt Gefahrenstufe 3 ("erheblich"). Als Hauptproblem nennen die Fachleute Triebschnee, der sich vor allem an Steilhängen schon bei geringer Belastung lösen kann. Im Laufe des Vormittags kommt laut Warndienst zusätzlich Nassschnee als Risiko hinzu. Dabei könnten sich feuchte und nasse Lawinen vor allem in steilen Bereichen lösen. In den östlichen Allgäuer Alpen sowie den angrenzenden Lechtaler Alpen herrscht oberhalb der Waldgrenze sogar Lawinenwarnstufe vier, also eine große Lawinengefahr.
- Zum Audio: Lawinenforschung - Zerstörerischer Schnee
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