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Warum passieren so viele Wildunfälle im Landkreis Donau-Ries?

Warum passieren so viele Wildunfälle im Landkreis Donau-Ries?

Wieder ein Höchststand: Im Landkreis Donau-Ries gab es im vergangenen Jahr laut Polizei mehr als 1.300 Wildunfälle – so viele wie fast nirgends in Bayern. Auffällig: In den Nachbarlandkreisen stieg die Zahl der Wildunfälle zuletzt nicht so stark.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Es ist schon fast Routine geworden: Seit mehreren Jahren vermeldet die Polizei im Landkreis Donau-Ries einen Höchststand an Wildunfällen: Mehr als 1.300 waren es im abgelaufenen Jahr 2025. Dabei wurden sieben Menschen verletzt, vier davon schwer.

Kollisionen verteilt über den gesamten Landkreis

Dabei bleibt die Ursache für den Anstieg der Wildunfälle weiterhin unklar. Denn wie in den Vorjahren gibt es laut Stephan Roßmanith von der Polizei in Donauwörth keine Unfallschwerpunkte.

Stattdessen verteilten sich die Kollisionen mit Wildtieren über den gesamten Landkreis. Bundesstraßen seien genauso betroffen wie Staatsstraßen oder Gemeindestraßen.

Anstieg im Landkreis Donau-Ries besonders stark

Auffällig ist, dass in den Nachbarlandkreisen die Zahl der Wildunfälle auch steigt, aber bei Weitem nicht so schnell wie im Landkreis Donau-Ries. Dort liegt der Anstieg in den vergangenen 15 Jahren bei mehr als 100 Prozent.

Zum Vergleich: Im Landkreis Dillingen stieg die Zahl der Wildunfälle im gleichen Zeitraum um rund 30 Prozent, im Landkreis Augsburg um fünf Prozent und im Landkreis Aichach-Friedberg um drei Prozent.

Gibt es mehr Rehe als anderswo?

Bei mehr als 900 der 1.300 Unfälle im Landkreis Donau-Ries liefen Rehe vors Auto. Gibt es davon eventuell mehr als anderswo? Sicher sagen lässt sich das nicht. Aber es gibt einen Hinweis: In sieben der zehn sogenannten Hegegemeinschaften im Landkreis sei der Verbiss zu hoch, heißt es beim Landratsamt.

In den Verbissgutachten wird untersucht, wie oft der Leittrieb von kleinen, nachwachsenden Bäumen in den Wäldern von Rehen angeknabbert wurde. Viel Verbiss ist ein Hinweis auf viele Rehe.

Jäger schießen mehr Rehe als vorgegeben

Dementsprechend legen die Behörden die Abschusszahlen für Rehwild fest. Doch in der letzten Periode von 2023 bis März 2025 hätten die Jäger im Landkreis sogar etwas mehr als die vorgegebenen 19.400 Tiere erlegt, teilt das Landratsamt mit. In der neuen Periode sei die Zahl der Abschüsse auf knapp 21.000 erhöht worden.

So hat auch Jäger Robert Oberfrank keine Erklärung für die hohen Unfallzahlen. Er ist Vorsitzender des Jagdverbands Donauwörth. Aus seiner Sicht gibt es keinen Grund, warum die Jäger zu wenig Rehe schießen sollten. Schließlich sei das der Sinn der Jagd und der Verkauf des Fleisches fülle die Jagdkasse.

Polizei empfiehlt: 60 statt 100 fahren

Stephan Roßmanith appelliert an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, in der Dunkelheit langsamer zu fahren. Seien 100 km/h erlaubt, empfehle er stattdessen zwischen 60 und 70 zu fahren, "denn damit kann ich die allermeisten Wildunfälle verhindern, weil ich noch rechtzeitig zum Stehen komme."

Plakate helfen nur kurz

Der Landkreis Donau-Ries hat schon eine Plakataktion gestartet, um vor Wildunfällen zu warnen. "Denk daran: Sei bremsbereit!" steht darauf, dazu das Piktogramm eines springenden Hirsches wie auf dem Wildwechsel-Verkehrsschild. Laut Polizei seien dadurch für einige Wochen die Zahlen messbar nach unten gegangen. Allerdings sei der Effekt relativ schnell wieder verpufft.

Wildunfälle machen Kfz-Versicherung teurer – für alle

Am Ende könnten die vielen Wildunfälle das Autofahren insgesamt teurer machen. Stephan Roßmanith rechnet vor, dass die Wildunfälle – bei einem statistischen Versicherungswert von je 4.500 Euro – einen Sachschaden von fünf Millionen Euro angerichtet haben.

Das könne Kfz-Versicherungen im Landkreis künftig teurer machen. Denn der Versicherungsbeitrag berechnet sich auch nach Regionalklassen. Ist die Gefahr eines Versicherungsfalls höher, ist auch meist der Beitrag höher als in anderen Gegenden.

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