In unseren Supermärkten sind vorwiegend Wassermelonen aus den Mittelmeerländern zu finden – vor allem aus Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei. Doch auch auf dem Biolandhof Raabenhof in Frensdorf-Abtsdorf gedeihen seit mehreren Jahren Wassermelonen. Mit Unterstützung eines Nachbarhofes und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) wird versucht, den heimischen Anbau von Wassermelonen weiter zu optimieren.
Klimawandel als Chance?
Conny Raab steht auf ihrem Melonenfeld im Frensdorfer Ortsteil Abtsdorf. Bei Temperaturen deutlich über 35 Grad kommen keine Zweifel auf, dass auch hier im Landkreis Bamberg eine Südfrucht wie die Wassermelone gedeihen kann. Doch Conny Raabs ursprüngliche Idee, Wassermelonen anzubauen, hatte weniger etwas mit dem Klimawandel zu tun, sagt sie – sondern eher mit der engen Verwandtschaft zwischen Wassermelonen und Kürbissen. Denn Kürbisse werden auf ihrem Hof schon länger angebaut. Ihre persönliche Vorliebe für Wassermelonen hat letztlich den Ausschlag dafür gegeben, dass sie es vor fünf Jahren auch mit dem Anbau von Wassermelonen versucht hat.
Optimierung mit vereinten Kräften
Ganz in der Nähe von Conny Raabs Melonenfeld liegt der Hof von Jürgen Mohl. Auch hier werden Melonen angebaut, allerdings auf eine etwas andere Art. In Zusammenarbeit mit der LWG – der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – wird hier getestet, wie der Melonenanbau in Oberfranken am besten gelingen kann. So werden die Melonen etwa auf unterschiedliche Weisen bewässert – wassersparend mit einer Tröpfchenberieselung. Denn einerseits brauchen Wassermelonen trotz ihres Namens verhältnismäßig wenig Wasser. Andererseits "ist ohne Wasser natürlich gar kein Leben möglich", betont Jürgen Mohl.
Auch die Verwandtschaft zwischen Melonen und Kürbissen spielt auf dem Versuchsfeld eine Rolle. Denn die Melonen werden "veredelt", das bedeutet, dass sie auf Kürbiswurzeln gesetzt werden. Denn anders als Wassermelonen haben Kürbisse ein starkes Wurzelwachstum und können deswegen das Wasser besser aus dem Boden ziehen, erklärt Muhammad Hafeez Ul Barkat von der LWG. Hinzu komme die stärkere Kälteresistenz des Kürbisses.
Gute Qualität der oberfränkischen Melonen
An diesem Tag ist Muhammad Hafeez Ul Barkat auch auf das Feld gekommen, um den Zuckergehalt der Melonen zu bestimmen, der in Grad Brix gemessen wird. 10 bis 13 Grad Brix seien für Wassermelonen optimal, sagt er. Deswegen macht der LWG-Fachmann ein sehr zufriedenes Gesicht, als die Skala seines Messgerätes 12,6 Grad Brix anzeigt. Den Geschmackstest bestehen die heimischen Melonen daher mühelos. "Richtig süß, knackig, Bio, regional aus Franken – besser geht's nicht", lautet deswegen auch sein kurzes Fazit.
Vorteil durch kurze Transportwege
Tatsächlich hat die Regionalität mindestens einen enormen Vorteil: Weil Import-Melonen noch auf lange Transportwege geschickt werden, werden sie oft auch noch etwas unreif geerntet. Das ist bei den heimischen Melonen anders. Sie werden meist im optimalen Moment geerntet. Denn verkauft werden sie in Supermärkten oder an Marktständen in der Region Bamberg. Oder gleich auf dem heimischen Hofladen in Abtsdorf.
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