Weintrauben an einer Rebe neben einem gerodeten Weinberg
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Weinbau im Wandel
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Weinbau im Wandel: Kaniber plant Rodungsprämie

Weinbau im Wandel: Kaniber plant Rodungsprämie

Der fränkische Weinbau kämpft mit den Folgen des Klimawandels – und mit einer Absatzkrise. Jetzt verspricht der Freistaat Hilfe für Winzer, die ihre Weinberge roden. Was geplant ist und wie das im Weinbau ankommt.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Die fränkische Weinlese 2026 ist historisch: So früh wie in diesem Jahr, nämlich Mitte August, hat sie noch nie begonnen. Das liegt vor allem am heißen Sommer. Neben klimatischen Herausforderungen müssen sich die Winzerinnen und Winzer einer weiteren Herausforderung stellen: der Weinbau steckt in einer Absatzkrise. "Aktuell haben wir einfach viel zu viel Wein und die Produktionskosten sind viel zu hoch", sagt zum Beispiel Winzer Tobias Hemberger aus Rödelsee im Landkreis Kitzingen.

Rodungsprämie: 5.000 Euro pro Hektar

Direkt nebenan, in Iphofen, hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) bei der offiziellen Eröffnung der fränkischen Weinlese jetzt finanzielle Unterstützung zugesichert. Konkret geht es um die Umsetzung einer Rodungsprämie. Daran arbeite der Freistaat mit Hochdruck. "Rodung findet niemand großartig", sagt die Ministerin. Aber mit der Prämie solle abgemildert werden, dass es gerade zu viel Wein auf dem Markt gibt. Die Rodungsprämie soll demnach 5.000 Euro pro Hektar betragen, Anträge könnten ab Dezember 2026 möglich sein.

Mehr Geld werden laut Kaniber ab dem kommenden Jahr auch Betriebe bekommen, die Steillagen bewirtschaften – also Weinberge mit einer Hangneigung von mehr als 30 Prozent. Der Grund: Dort ist die Bewirtschaftung arbeitsintensiver. Der Freistaat werde die Förderung für solche Lagen ab dem kommenden Jahr um 50 Prozent anheben.

Prämie deckt nur Teil der Rodungskosten ab

Experten aus der Branche schätzen die Kosten für eine Rodung von einem Hektar Weinberg auf eine Summe zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Die Rodungsprämie sei also eine Teilerstattung, sagt Barbara Becker im BR-Interview. Die CSU-Landtagsabgeordnete ist seit diesem Jahr Präsidentin des Fränkischen Weinbauverbands. Die Rodungsprämie sieht sie als Möglichkeit für Betriebe, die etwa keinen Nachwuchs finden. Becker selbst möchte im fränkischen Weinbau aber gerne so viele Rebflächen wie möglich erhalten und auf besseres Marketing setzen: "Wir wollen nicht empfehlen, dass die Leute mehr Wein trinken, aber mehr Heimatwein wäre gut."

Winzer: Gelder sind zweischneidiges Schwert

Für Winzer Tobias Hemberger in Rödelsee sind staatliche Gelder wie die Rodungsprämie ein zweischneidiges Schwert. Einerseits glaube er daran, dass sich "der Markt selbst regulieren sollte". Andererseits: Wenn es in Ländern wie Frankreich finanzielle Hilfen gibt, in Bundesländern wie Baden-Württemberg Hilfen angekündigt sind, dann sei es nur fair, wenn auch die bayerischen Winzer etwas erhalten.

Rebflächen in Franken verschwinden

Hembergers Betrieb kommt nach eigenen Angaben gut zurecht. Die Umsätze seien in Ordnung. Aber auch er produziere mehr als er verkaufen kann. 0,6 Hektar gepachtete Rebfläche will er deshalb aufgeben. Ähnlich geht es derzeit vielen im Weinbau. Hemberger vermutet: etwa ein Viertel der fränkischen Rebfläche könnte verschwinden. Manche in der Branche erwarten einen noch stärkeren Rückgang. Aktuell gibt es in Franken laut Weinbauverband etwa 6.200 Hektar Rebfläche, die von knapp 3.000 Winzerinnen und Winzern bewirtschaftet werden. Neue Zahlen zur Rebfläche in Franken erwartet Weinbaupräsidentin Becker im November.

Hohe Produktionskosten, weniger Alkoholkonsum

Die Absatzkrise im deutschen Weinbau liegt an mehreren Gründen, wie es aus der Branche heißt: steigende Produktionskosten, sinkender Alkoholkonsum, Überproduktion, dazu günstige Importe. Rodungshilfen im Weinbau gibt es bereits in Frankreich. Baden-Württemberg plant ab 2027 eine Förderung für Rebflächen, die vorübergehend aus der Produktion genommen werden. Winzer sollen dort bis zu 2.500 Euro pro Hektar erhalten können.

Im Video: Weinlese in Franken - Klimastress und Absatzprobleme

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Weinlese in Franken - Klimastress und Absatzprobleme

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