Max Merkl zeigt uns vertrocknete, abgestorbene Hopfenreben. Hier waren Schädlinge wie der Erdfloh und Blattläuse am Werk.
Max Merkl zeigt uns vertrocknete, abgestorbene Hopfenreben. Hier waren Schädlinge wie der Erdfloh und Blattläuse am Werk.
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Max Merkl zeigt uns vertrocknete, abgestorbene Hopfenreben. Hier waren Schädlinge wie der Erdfloh und Blattläuse am Werk.
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Max Merkl zeigt uns vertrocknete, abgestorbene Hopfenreben. Hier waren Schädlinge wie der Erdfloh und Blattläuse am Werk.

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Weniger Hopfen, mehr Schädlinge: Bayerns Hopfenbauern in Not

Weniger Hopfen, mehr Schädlinge: Bayerns Hopfenbauern in Not

Die Hopfenernte ist beendet – und die Hopfenbauern sind in Not: Sie kämpfen mit Schädlingen und haben nicht ausreichend Spritzmittel zur Verfügung. Auch der heiße Sommer war ein Problem für den Hopfen.

Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am .

Am letzten Tag der Ernte ist auf dem Hof der Familie Merkl in Osseltshausen, einem Teilort der Gemeinde Au in der Hallertau, viel zu tun. Saisonarbeiter schieben die grünen Reben in die Pflückmaschine. Von der Menge her war die diesjährige Hopfenernte nicht schlecht, sagt Bäuerin Silvia Merkl, es habe eher an der Qualität gefehlt. "Was schlecht ist, sind die Alphasäuren im Hopfen, aus denen das eigentliche Bier gemacht wird, je nach Regen und Schädlingsbefall ist die Ernte unterschiedlich ausgefallen."

Erdfloh und Blattlaus als Hauptschädlinge

In den verschiedenen Hopfengärten mit ganz unterschiedlichen Sorten hat es Probleme mit Pilzen gegeben und mit Schädlingen wie Erdfloh und Blattlaus oder der roten Spinne. Sie sorgen dafür, dass die Dolden absterben. Hier sei der Druck extrem gewesen, sagt Silvia Merkl und verweist auf gelb-braune Rebzweige. "Man konnte den Erdfloh bekämpfen, aber es war nicht ausreichend. Es sind wenige Mittel, sie haben nur noch wenige Wirkmechanismen, die man abwechseln müsste, um keine Resistenzen reinzubringen."

Spritzmittel unter strengen Auflagen

Ähnlich wie im Weinbau gibt es auch im Hopfen verschiedene Schädlinge und Krankheiten, aber insgesamt wenige Pflanzenschutzmittel, also wenige Wirkstoffe, und sehr strenge Auflagen für die Anwendung.

Max, der 17-jährige Sohn der Merkls, zieht einen verdorrten Zweig heraus und zeigt die durchlöcherten Blätter und die gelb-braunen abgestorbenen Hopfendolden. Gegen den Erdfloh gebe es nur ein Mittel im Frühjahr, das dürfe man auch nicht auf die Pflanzen sprühen, sondern gießen: "Bis zu einer Höhe von 50 Zentimetern darf ich es überhaupt nur anwenden und dann muss ich jeden einzelnen Stock mit der Hand gießen." Tagsüber dürfen die Spritzmittel nicht ausgebracht werden, "nur über Nacht, außerhalb vom Bienenflug."

Vorsicht wegen der Bienen

Martin Merkl zeigt im letzten Hopfengarten, worauf er achtet. Im Frühjahr gibt es zunächst wenige Bienen. Damit die auf keinen Fall angelockt werden, sorgt Merkl dafür, dass "nichts blüht". Bei den verschiedenen Mitteln komme es darauf an, dass sie in der ganzen Pflanze oder im Blatt wirken, über eine längere Zeit, während der Hopfen in die Höhe wächst. So kommt es auf den Saftstrom in der Pflanze an, und gerade da könnte es sein, dass auch wegen der Trockenheit der Saftstrom unterbrochen war. So hatten Schädlinge leichtes Spiel.

Ministerium bestätigt: Notfallzulassungen immer wichtiger

Dass für einzelne Schaderreger "nur noch wenige geeignete Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen" zur Verfügung stehen, bestätigt das Landwirtschaftsministerium gegenüber BR24. "Dadurch werden notwendige Wirkstoffwechsel erschwert und das Risiko der Resistenzentwicklung erhöht. Die bestehenden Zulassungslücken zeigen sich auch in der steigenden Bedeutung von Notfallgenehmigungen."

Notfallzulassungen sind daher, laut Ministerium, für die Bekämpfung wichtiger Krankheiten und Schädlinge im Hopfenbau inzwischen von erheblicher Bedeutung. Aber Notfallgenehmigungen werden nur von Jahr zu Jahr erteilt oder verlängert. Dadurch können die Hopfenbauern "praktisch nicht planen," sagen die Merkls.

Schwieriges Marktumfeld für Hopfen aus Bayern

In Bayern ist die Anbaufläche für Hopfen um rund 1.000 Hektar gesunken im Vergleich zum vergangenen Jahr, so das Bayerische Landwirtschaftsministerium auf Anfrage von BR24. Dieses Jahr gab es noch 15.000 Hektar Hopfen. Da ein Drittel des weltweit produzierten Hopfens aus Bayern stamme, sei der Hopfenpreis stark vom Weltmarkt abhängig. "Nachdem weltweit der Bierkonsum zurückgeht und zusätzlich der Craft-Beer-Absatz sinkt, kam es zu einem globalen Überangebot an Hopfen. Das hat die Hopfenpreise sinken lassen."

Max will den Hopfenhof weiterführen und umstellen

Derzeit macht Max Merkl auf einem anderen Betrieb die Ausbildung zum Landwirt. Er will seine Chance auf jeden Fall nutzen und er kann sich vorstellen, den Betrieb umzustellen: "Ich möchte vom mineralischen Dünger wegkommen, auch bei den Spritzmitteln organisch werden", also auf Bio umstellen. Das allerdings kann dann andere Schwierigkeiten bei der Schädlingsbekämpfung mit sich bringen.

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