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In Dunsdorf im Landkreis Eichstätt sind die Menschen auf den Rufbus angewiesen.
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In Dunsdorf im Landkreis Eichstätt sind die Menschen auf den Rufbus angewiesen.

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Wenn der Bus wegfällt: Spardruck beim ÖPNV auf dem Land

Wenn der Bus wegfällt: Spardruck beim ÖPNV auf dem Land

Viele Kommunen in Bayern müssen sparen. Den Rotstift setzen sie auch beim ÖPNV an. Linie und Verbindungen werden eingestellt oder sie fahren deutlich seltener. Betroffen sind meist nur wenige Menschen. Doch für sie hat es oft gravierende Folgen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Verwaist ist das grüne Bushäuschen in Dunsdorf, einem Ortsteil von Kipfenberg. Kein Wunder: Denn hier fährt der Bus seit dem 31. Juli nur noch an Schultagen und dann auch nur noch wenige Male. Vorher war das anders. Doch die Kommunen haben aus finanziellen Gründen Linien eingestellt, die bislang die Menschen in den Orten rund um Kipfenberg abgeholt haben. Bayernweit kein Einzelfall.

Wie kommt man jetzt zur Arbeit?

Die Menschen, die bislang den Bus in Dunsdorf, Biberg und Krut genutzt haben, stehen jetzt vor einem großen Problem. Carmen Gros arbeitet im 15 Kilometer entfernten Ingolstadt. Bisher nutzte sie den Bus. Nun hat sie ihr Deutschlandticket gekündigt und fährt mit dem Auto. "Politisch ist das so eigentlich nicht gewollt, und wenn wir ans Klima denken, ist es auch nicht der richtige Weg", meint sie. Immerhin: Sie hat eine Option.

Anders ist es bei Anne Marie Hunyadi. Sie hat keinen Führerschein und arbeitet als Reinigungskraft in Ingolstadt. Bisher hat sie den Bus genutzt. Jetzt ist sie verzweifelt. Denn der Flexibus, ein Rufbus, der flexibel kommt, wenn er gebraucht wird, ist ein Erfolgsmodell, aber: "Wenn ich einen Tag vorher buche, bekomme ich keinen Flexibus. Da ist der ausgebucht", erzählt sie.

Nach Schelldorf sind es drei Kilometer – über eine schmale, hügelige Straße. Im Sommer ist es heiß, im Winter liegt dort möglicherweise Schnee – für die 80-jährige Therese Finnie keine Option. "Das schaffe ich nicht", meint sie. Die Menschen fühlen sich vergessen.

Spardruck: Bayernweit werden Linien gekürzt

Einerseits sind es nur wenige Menschen, die in den kleinen Ortschaften den Bus nutzen. Auf der anderen Seite stehen hohe Kosten für die Kommunen. Aus dem Landratsamt in Eichstätt heißt es: "Angespannte Haushalte und steigende Kosten beim ÖPNV stellen für die Kommunen in Bezug auf die Finanzierung des ÖPNV große Herausforderungen dar. Im Rahmen der Überplanung des Linienverkehrs hat sich zudem eine sehr geringe Fahrgastnachfrage für die Ortsteile Krut, Dunsdorf und Biberg ergeben."

Laut Landratsamt spare die Einstellung der Linie für diese Ortsteile den Aufgabenträgern, dem Landkreis Eichstätt und der Stadt Ingolstadt, pro Jahr 373.000 Euro. Und das ist kein Einzelfall. Im Oberallgäu haben die Pendler für eine Buslinie in Oy-Mittelberg gekämpft, so dass nun der Busverkehr auf der Linie 63 Kempten-Nesselwang als Notmaßnahme in reduzierter Form mit 5 Kursen für ein Jahr fortgeführt wird. Im Laufe des kommenden Jahres sollen die Nutzung und die Entwicklung der Fahrgastzahlen weiter beobachtet und bewertet werden. Auf dieser Grundlage soll dann über die weitere Zukunft der Linie entschieden werden, so das Landratsamt Oberallgäu.

Ohne mehr Geld sieht es für den ÖPNV schlecht aus

Der Aus- oder Abbau des ÖPNV hängt von der wirtschaftlichen Lage ab, so Robert Frank vom Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt (VGI), der für das Angebot in der Region zuständig ist. "Wenn es wirtschaftlich besser wird und die Kommunen mehr Geld haben, dann entstehen Spielräume, die Linien wieder auszubauen, aber das hängt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab", so Frank.

Der ÖPNV zählt zu den freiwilligen Leistungen einer Kommune. Seitens des Bundes oder des Landes habe es seit Jahren keine Anhebung bei der ÖPNV-Förderung gegeben. Gleichzeitig steigen die Kosten, erklärt Frank. "Lohnkosten sind sehr stark gestiegen, und auch Energie und Kraftstoff sind sehr teuer." Die Entscheidung, eine Linie einzustellen, sei von vielen Variablen abhängig. Dazu zählten neben den Fahrgastzahlen, die Betriebskosten für die Linie, die alternativen Möglichkeiten und die Frage, wie die Schülerbeförderung aussehe. Am Rufbussystem arbeite man derzeit und wolle es noch verbessern, meint Frank.

Studie: Verbesserung des Rufbus-Systems

An der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt laufen schon seit einigen Jahren gemeinsam mit der VGI verschiedene Studien zum Thema Rufbus.

Mobilitätsforscher Pirmin Fontaine, der die Studien durchführt, meint: Der Flexibus sei "der Mittelweg" zwischen Linienbus und Taxi. Rufbusse versuchen, eine Lücke zu schließen: Sie sollen flexibler sein als Linienverkehr, aber kostengünstiger als klassische Taxifahrten.

Damit das funktioniert, müssen Fahrten gebündelt werden. Rufbusse werden nur dann effizient, wenn mehrere Fahrgäste mit ähnlichen Routen gemeinsam unterwegs sind. "Man will diesen Pooling-Effekt hinbekommen", sagt Fontaine. Wichtig sei deshalb, das Angebot genau auf den Bedarf in der Region zuzuschneiden.

Möglichkeiten, das Angebot zu verbessern, gibt es vor allem beim Management der Rufbus-Fahrten. In einem Projekt hat das Forschungsteam ermittelt, welche Vorteile KI bei der Tourenplanung bringt. Das Ergebnis: Bis zu 16 Prozent mehr Fahrgäste könnten theoretisch befördert werden, ohne zusätzliche Fahrzeuge einzusetzen. Der Schlüssel liegt in der intelligenten Bündelung von Fahrten und einem etwas flexibleren Umgang mit Wunschzeiten im Buchungsportal. Auch Robert Frank von der VGI sieht darin noch Potenzial. Ob das den Menschen in Dunsdorf weiterhilft, ist offen.

Anne Marie Hunyadi denkt bereits über einen Umzug nach – in einen Ort mit direkter Anbindung an den ÖPNV.

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