ARCHIV - 02.02.2026, Bayern, Augsburg: Im Schwurgerichtssaal des Landgerichts verbirgt sich ein Mann hinter einem Aktenordner. Der Angeklagte soll eine Frau im vergangenen Jahr mit vier Kopfschüssen umgebracht haben.
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Archiv: Prozess wegen mutmaßlicher Rachetat an dreifacher Mutter
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Wer erschoss die Dreifach-Mutter? Angeklagter bricht Schweigen

Wer erschoss die Dreifach-Mutter? Angeklagter bricht Schweigen

Spektakuläre Wendung im Prozess um die erschossene Dreifach-Mutter aus dem Augsburger Stadtteil Haunstetten: Erstmals bricht der Angeklagte Gino F. sein Schweigen – und beschuldigt seinen Ziehvater des Mordes.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Die 30-jährige dreifache Mutter Nina wurde vor rund einem Jahr in ihrem Haus in Haunstetten erschossen. Auf der Anklagebank sitzt bisher Gino F., der Ziehsohn von Christian S., dem Ex-Partner der Getöteten. Der Angeklagte schilderte unter Tränen, wie sich die Tatnacht aus seiner Sicht abgespielt haben soll. Demnach habe er lediglich vor dem Haus des Opfers Wache gestanden, während Christian S. das Gebäude betrat.

"Dann habe ich die Schüsse gehört", sagte er im Gerichtssaal. "Danach kam er (Christian S., Anm. d Red.) raus und hat mir die Waffe in die Hand gedrückt. Ich wusste nicht, was ich machen sollte und habe sie dann in meine Mütze gepackt."

Waffe in einen Bach geworfen

Aus Angst, die Pistole könne sich erneut lösen, habe Gino F. nach eigener Aussage das Magazin entfernt und die Waffe anschließend in einen Bach geworfen. Die Pistole soll aus dem familiären Umfeld von Christian S. stammen.

Gino F. berichtet zudem von Drohungen seines Ziehvaters. Nach der Tat habe Christian S. ihn gewarnt: "Christian hat gesagt, dass es meinen Geschwistern genauso gehen wird wie Nina, wenn ich etwas sage." Die Getötete war Christians Ex-Partnerin, mit der er zwei Kinder hatte. Sie hatte sich rund einen Monat vor der Tat von ihm getrennt. Über Christian S. sagt der Angeklagte: "Christian kann übel sein, der versaut einem das Leben, wenn er möchte."

Vom Einschüchterungsplan zum Mordvorwurf

Nach den Worten von Gino F. habe Christian S. ihn in Landsberg am Lech abgeholt, um gemeinsam nach Augsburg zu fahren. Man habe "den Garten verwüsten und etwas an die Wand sprühen" wollen, um Nina so zu verängstigen, dass sie zu ihm zurückkehrt. "Ansonsten nimmt sie mir die Kinder weg", soll Christian S. gesagt haben. Auf der Fahrt habe Gino F. sein Handy aus dem Autofenster werfen sollen.

Offener Prozess, offene Fragen

Christian S. wurde bereits festgenommen, bevor ihn nun der Angeklagte so schwer belastet hat. Der Verdacht der Ermittler: Christian S. soll seinen Ziehsohn zum Mord an seiner Ex-Partnerin angestiftet haben. Im Prozess verweigerte Christian S. bislang zu allen entscheidenden Fragen die Aussage. Mit der Einlassung von Gino F. steht das Verfahren an einem Wendepunkt.

Das Landgericht Augsburg muss nun die Glaubwürdigkeit dieser Aussage prüfen – etwa durch mögliche Spuren an der entsorgten Waffe, im Bach und im Umfeld der Tat. Klar ist: Die zentrale Frage, wer die Mutter tatsächlich erschossen hat, bleibt vorerst unbeantwortet. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

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