Statistisch gesehen gibt es in weiten Teilen Bayerns alle sieben bis zehn Jahre weiße Weihnachten, in Lagen von 600 bis 800 Metern Höhe ist die Wahrscheinlichkeit größer. Letztmalig lag im Jahr 2010 zu Weihnachten nahezu in ganz Bayern Schnee. Somit wären – würden wir der Statistik glauben – weiße Weihnachten längst überfällig. Aber in Zeiten des Klimawandels nimmt die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten immer weiter ab. Auch heuer stehen die Chancen nicht sonderlich gut. Während das amerikanische Wettermodell nahezu keine Hoffnung auf Schnee zulässt, könnte es laut dem europäischen Wettermodell zumindest mancherorts für eine dünne Schneeschicht reichen.
Verbreitet grüne Landschaften
Nachdem Ende November und Anfang Dezember zumindest in Teilen Ostbayerns und im Alpenvorland vorübergehend Schnee lag, haben milde Temperaturen in den vergangenen Tagen und Wochen den Schnee rasch wegtauen lassen. So ist es derzeit - mit Ausnahme der mittleren und hohen Alpengipfel - grün in Bayern.
Weiterhin eher mildes Wetter
In den kommenden Tagen bis zum Montag ist die Wetterlage in Bayern weiterhin von schwachem Hochdruckeinfluss geprägt. Zunächst bestimmt ein kräftiges Hoch über Südost- und Osteuropa unser Wetter, am Wochenende beginnt sich die Wetterlage langsam umzustellen. Das Hoch über Südosteuropa verliert zögernd seinen Einfluss, gleichzeigt baut sich ab Sonntag ein neues Hochdruckgebiet über dem Nordwesten Europas auf. So bleibt es in den kommenden Tagen, über das vierte Adventswochenende und zu Beginn der Weihnachtswoche beim ruhigen Wetter im Freistaat mit einem Nebeneinander von Nebel, Hochnebel und Sonnenschein.
Ab und zu kann es aus dem Nebel und Hochnebel etwas Sprühregen geben. Dazu bleiben die Temperaturen abseits von zähem Nebel und Hochnebel weiterhin im Plusbereich, an den Alpen sind mit Sonne teilweise um die zehn Grad möglich. Kälter bleibt es im Dauergrau, hier werden oft nur Höchstwerte knapp um den Gefrierpunkt erreicht.
Zum Weihnachtsfest möglicherweise kälter
Am Dienstag und über die Weihnachtsfeiertage baut sich nach dem europäischen Wettermodell über Nordeuropa eine mächtige Hochdruckzone auf, dem gegenüber stehen Tiefdruckgebiete über Südeuropa. Dazwischen strömt kalte Luft aus dem Osten Europas nach Bayern und die Temperaturen erreichen tagsüber nur noch leichte Plusgrade, in einigen Regionen Bayerns gibt es leichten Dauerfrost. Mit schwachen Störungen könnte es an Heiligabend und über die Weihnachtstage von Osten her in Lagen oberhalb von 400 bis 600 Metern regional eine weiße Überraschung mit einigen wenigen Zentimetern Schnee geben.
Amerikanisches Modell sieht keine Wetter-Änderung
Nach dem amerikanische Wettermodell sieht die Großwetterlage nach derzeitigem Stand etwas anders aus. Hier baut sich über das Weihnachtsfest eine kräftige Hochdruckzone über Nord- und Osteuropa aus; dem gegenüber steht ein Tiefdruckgebiet über dem westlichen und südwestlichen Mitteleuropa. Mit einer südöstlichen Strömung gelangt aus dem östlichen Mittelmeerraum eher milde Luft nach Bayern. Dabei bleibt weiterhin schwacher Hochdruckeinfluss wetterbestimmend und somit setzt sich nach dem amerikanischen Modell das meist trockene und eher milde Wetter mit einer Mischung aus Nebel, Hochnebel und Sonnenschein über Weihnachten fort. Die Chance auf weiße Weihnachten wäre demnach sehr gering.
Exakte Lage von Hoch- und Tiefdruckgebieten ist entscheidend
Somit bestehen derzeit noch Modellunterschiede, wie sich die Wetterlage über Europa an Weihnachten darstellt. Es kommt dabei auf die exakte Lage der Hochs und Tiefs an, ob uns kalte Luft aus dem Osten Europas erreicht und dabei mit schwachen Störungen zumindest eine kleine Chance auf regional etwas Schnee in Bayern besteht - oder ob aus dem Südosten Europas eher milde Luft zu uns strömt und es somit erneut keine weiße Weihnachten in Bayern gibt.
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