Nur ein Bruchteil der bayerischen Kommunen hat konkrete Hitzeaktionspläne. Denn Hitzeschutz ist nicht verpflichtend, genau daran hakt es.
Nur ein Bruchteil der bayerischen Kommunen hat konkrete Hitzeaktionspläne. Denn Hitzeschutz ist nicht verpflichtend, genau daran hakt es.
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In Zorneding ist seit zwei Wochen ein Trinkwasserbrunnen für die Bürger in Betrieb.
Bildrechte: BR/Katharina Pfadenhauer
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In Zorneding ist seit zwei Wochen ein Trinkwasserbrunnen für die Bürger in Betrieb.

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"Wie ein Backofen": Wie Bayerns Kommunen gegen Hitze kämpfen

"Wie ein Backofen": Wie Bayerns Kommunen gegen Hitze kämpfen

Hitzewellen werden häufiger und intensiver. Kommunen sollen ihre Bürger besser schützen. Doch BR-Recherchen zeigen: Nur wenige haben konkrete Hitzeaktionspläne. Denn Hitzeschutz ist nicht verpflichtend.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Bayern am .

Ein Trinkwasserbrunnen vor dem Rathaus Zorneding. 15.000 Euro hat er gekostet, seit zwei Wochen ist er in Betrieb. "Rechtzeitig zur Hitzewelle", sagt Bürgermeister Piet Mayr (CSU). Der Juni hat gezeigt, worauf sich Bayern einstellen muss: 15 Hitzetage am Stück, Temperaturen über 35 Grad. Das zeigen Daten des Bayerischen Klimainformationssystems, das zum Umweltministerium gehört. Auch Landshuts Bürgermeister Thomas Haslinger (CSU) hat die Hitze gespürt: "In meinem Büro war es wie in einem Backofen."

In nicht klimatisierten Innenräumen könne Hitze noch heftiger sein als draußen. Für ältere Menschen, Kranke und Wohnungslose kann das gefährlich werden. Laut Robert Koch-Institut lag die Zahl der Sterbefälle in Hitzewochen in den vergangenen Jahren teils mehr als 20 Prozent über dem Vergleichswert der Vorjahre. Kommunen sollen deshalb vorsorgen.

Hitzeprobleme, aber keine Hitzepläne

Zorneding, aber auch Landshut und Straubing haben deshalb Hitzeaktionspläne: Parkbänke unter Bäumen, Sprühfontänen auf heißen Plätzen, begrünte Bushaltestellen, mobile Bäume. In Bayern sind Kommunen angehalten, solche Hitzeaktionspläne zu erstellen. Sie sollen regeln, was bei einer Hitzewarnung passiert, wer informiert werden muss und wie Städte hitzetauglich umgebaut werden können. Verpflichtend sind solche Pläne aber nicht. Das Gesundheitsministerium nennt auf BR-Anfrage nur 13 Städte und Gemeinden sowie drei Landkreise mit Hitzeaktionsplänen - bei insgesamt 2.056 Kommunen und 71 Landkreisen. Die Liste kann laut Ministerium unvollständig sein. Trotzdem zeigt die Zahl: Flächendeckend vorbereitet ist Bayern nicht.

Vorsorge kostet, Abwarten auch

Auch der "Hitze-Check 2026" der Deutschen Umwelthilfe zeigt: 17 bayerische Städte haben große bis mittlere Probleme mit Hitze, Versiegelung und zu wenig Schatten. Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann von der Universität Augsburg warnt: Wer Hitze- und Klimaschutz aufschiebe, riskiere höhere Folgekosten. Für Achim Sing vom Bayerischen Städtetag ein kaum zu lösendes Problem. "Die Frage ist, wie kann man solche Maßnahmen, auch wenn sie sinnvoll sind, finanzieren."

Streit um die Verantwortung

Genau darum dreht sich auch der politische Streit: Sollen Hitzeaktionspläne und Klimaanpassung kommunale Pflichtaufgaben werden? Patrick Friedl, Sprecher für Klimaanpassung der Grünen im Landtag, fordert genau das: "Das ist unser zentraler Wunsch." Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht das anders. Für Hitzeschutz seien die Kommunen verantwortlich. Bei der Vollversammlung des Bayerischen Städtetags sagt Söder: "Die Aufgaben sind an der Stelle relativ klar verteilt." Würde der Freistaat die Kommunen zu Hitzeschutz verpflichten, müsste er zahlen. "Dann würde das Konnexitätsprinzip greifen: Wer anschafft, soll bezahlen", sagt Sing vom Städtetag.

Förderung reicht nicht für alle

Der Freistaat verweist stattdessen auf Förderprogramme. Seit 2019 sind laut Umweltministerium mehr als 45 Millionen Euro für rund 460 kommunale Klimaschutzprojekte bewilligt worden. Jährlich stellt Bayern einen Fördertopf von neun Millionen Euro für kommunalen Klimaschutz bereit - für insgesamt mehr als 2.000 Kommunen in Bayern.

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