Ähnlich wie in Gelsenkirchen haben Täter auch im unterfränkischen Karlstadt im Landkreis Main-Spessart über Weihnachten und Silvester versucht, über eine Tiefgarage in eine Bank einzudringen. Die Verdächtigen waren aber erfolglos und wurden geschnappt, wie die Polizei berichtet.
Verbindungen zu anderen Bankeinbrüchen?
Drei Tatverdächtige konnten auf der Flucht festgenommen werden und sitzen nun in Untersuchungshaft. Das meldeten Polizei, Staatsanwaltschaft und die Bank selbst. Die Ermittler überprüfen jetzt, ob es Zusammenhänge mit den Fällen in Gelsenkirchen, Halle/Westfalen und Bonn gibt.
Durch den zeitlichen Zusammenhang und auch die spezielle Ausführung "mit dem buchstäblichen Versuch durch die Wand zu gehen", lege einen solchen Zusammenhang nahe, sagte der unterfränkische Polizeisprecher Martin Kuhn.
Erster Einbruchsversuch an Weihnachten
Die mutmaßlichen Täter in Unterfranken hatten bereits am ersten Weihnachtsfeiertag versucht, über eine Tiefgarage in die Filiale der Raiffeisenbank Karlstadt einzubrechen. Dafür hatten sie ein schweres Brandschutztor aufgehebelt, um in den Anlieferungsbereich der Bankfiliale zu gelangen. Von dort versuchten sie mit Werkzeugen zum Tresor- und Schließfachraum im Keller der Bank vorzudringen. Das aber scheiterte, die Unbekannten konnten zunächst flüchten.
Festnahme an Silvester
Nur wenige Tage später - an Silvester - meldete eine Passantin gegen 22 Uhr, dass drei Männer aus der Tiefgarage in einem Auto mit hoher Geschwindigkeit weggefahren seien. Zuvor hatten die Täter nach Angaben der Bank einen Alarm ausgelöst.
Die Polizei nahm sofort mit mehreren Streifen die Verfolgung auf, so Polizeisprecher Martin Kuhn. Wenig später konnten die Ermittler bei Aschaffenburg ein Auto mit mehreren Streifen stoppen und drei Männer ohne Widerstand vorläufig festnehmen. Dabei fanden die Beamten Einbruchswerkzeug und weitere Beweismittel.
Geringer Sachschaden der Bank
Die verursachten Sachschäden sind laut dem Vorstand der Raiffeisenbank Main-Spessart Andreas Fella gering. "Nachdem die Täter zweimal gescheitert sind, haben unsere Sicherungsmaßnahmen sehr gut gegriffen."
Er schätzt den Sachschaden auf 2.000 bis 3.000 Euro. Mit dem verwendeten Werkzeug wäre der Einbruch nicht gelungen – auch, wenn die Tatverdächtigen mehr Zeit gehabt hätten, ist er überzeugt.
Junge Tatverdächtige in U-Haft
Die drei dringend Tatverdächtigen sind Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge 19,21 und 27 Jahre alt. Zwei von ihnen haben die deutsche Staatsbürgerschaft, der dritte ist staatenlos. Offizieller Wohnsitz der drei Männer ist Berlin. Alle drei sitzen nach Angaben der Würzburger Staatsanwaltschaft bereits in U-Haft wegen des dringenden Tatverdachts eines versuchten Einbruchs im besonders schweren Fall.
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