HANDOUT - 29.12.2025, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: *** CROP *** Ein großes Loch ist in der Wand des Tresorraums einer Sparkasse zu sehen. Einbrecher haben sich mit Hilfe eines großen Bohrers Zugang zum Tresorraum verschafft. Dort durchsuchten sie die Wertschließfächer.

Das Loch in der Wand zum Tresorraum ist riesig. (zu dpa: «Tumult vor Bankfiliale - Kunden müssen draußen bleiben») Foto: -/Polizei Gelsenkirchen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
HANDOUT - 29.12.2025, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: *** CROP *** Ein großes Loch ist in der Wand des Tresorraums einer Sparkasse zu sehen. Einbrecher haben sich mit Hilfe eines großen Bohrers Zugang zum Tresorraum verschafft. Dort durchsuchten sie die Wertschließfächer.

Das Loch in der Wand zum Tresorraum ist riesig. (zu dpa: «Tumult vor Bankfiliale - Kunden müssen draußen bleiben») Foto: -/Polizei Gelsenkirchen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Bankeinbruch - Tresorraum mit Bohrer aufgebrochen
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Bankeinbruch - Tresorraum mit Bohrer aufgebrochen

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Wohl größter Coup der BRD: Polizei sucht "Panzerknacker"

Wohl größter Coup der BRD: Polizei sucht "Panzerknacker"

Die Polizei geht von einem der größten Coups der Bundesrepublik aus: Bei einem spektakulären Einbruch in einer Gelsenkirchener Sparkasse über Weihnachten wurden tausende Schließfächer geknackt und 30 Millionen erbeutet. Die Täter sind auf der Flucht.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Nach dem spektakulären Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkassenfiliale sucht die Polizei weiter nach den flüchtigen Panzerknackern. Diese hatten sich mit einem Spezialbohrer bis in den Tresorraum vorgebohrt und dann fast alle der 3.250 Kunden-Schließfächer aufgebrochen.

Wohl einer der größten Coups in der Kriminalgeschichte

Wie viel Bargeld, Gold und Wertgegenstände die Täter davonschleppten, muss erst noch ermittelt werden. Denn die Banken wissen nicht, was bei ihnen gelagert wird. Jedes Schließfach ist nach Angaben der Sparkasse Gelsenkirchen mit 10.300 Euro versichert. Die Beute wird deshalb grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben, könnte aber auch deutlich darüber liegen. "Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus", sagte ein Sprecher der Polizei. Damit wäre es einer der größten Coups in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.

Wie lief der Coup ab?

Nach Angaben der betroffenen Bank ereignete sich der Einbruch über die Weihnachtstage. Am Montag wurde er bekannt – durch einen bei der Feuerwehr eingehenden Brandmeldealarm. Der oder die Diebe hatten sich laut Polizei von einem Parkhaus aus Zugang zu der Bank verschafft und mit einem großen Bohrer ein Loch in den Tresorraum gebohrt, durch das sie anschließend auch mit ihrer gesamten Beute entkamen.

Der Einbruch sei "sehr professionell abgelaufen", sagte ein Sprecher der Polizei der Nachrichtenagentur AFP. "Da muss sehr viel Vorwissen beziehungsweise sehr viel kriminelle Energie hinter gesteckt haben, um das so zu planen und dann durchzuführen." Die Bank betonte, sie stehe in engem Kontakt mit den Ermittlern. "Wir sind geschockt", erklärte ein Sprecher.

Hätte der Einbruch möglicherweise schon früher bemerkt werden können? Wie die Polizei jetzt mitteilt, gab es bereits am Samstag einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude. Damals waren Polizei und Feuerwehr gegen 6.15 Uhr vor Ort, "konnten aber nichts feststellen, was auf einen Schaden schließen ließ", heißt es in der jüngsten Mitteilung.

Wie geht es nun weiter?

Bei der Polizei sind inzwischen zahlreiche Hinweise eingegangen. Diesen werde derzeit nachgegangen, so ein Sprecher. Wie die Beamten bekanntgaben, wurden laut Zeugen in der Nacht zu Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses gesehen. Beamte hätten bereits erste Videobilder gesichtet.

Sie zeigen demnach einen schwarzen Audi RS 6, der am frühen Montagmorgen das Parkhaus verlässt – im Auto sitzen maskierte Täter. Das Kennzeichen des Wagens sei gefälscht worden, teilte die Polizei mit. Überwachungskameras hätten neben dem hochmotorisierten Audi auch einen weißen Kleintransporter erfasst, den die Täter genutzt haben könnten. Auf Aufnahmen, über die unter anderem die "Bild"-Zeitung berichtet (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke), ist unter anderem zu erkennen, wie ein Maskierter eine Parkhausschranke hochdrückt. Ein anderer Maskierter steht vor einem Parkscheinautomaten.

Polizei appelliert: Videos nicht auf Social Media hochladen

Nach Angaben des Polizeisprechers haben sich die Sequenzen in einer Whatsapp-Gruppe verbreitet, in der sich Betroffene zusammengeschlossen haben. Weitere Details zu den Videos nannte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Sie appellierte an Zeugen, Hinweise nicht in den sozialen Medien zu veröffentlichen, sondern sich an die Ermittler zu wenden.

Tumult vor der Bankfiliale

Die Zahl der Geschädigten wird auf mehr als 2.500 beziffert. Etliche von ihnen hatten sich in den vergangenen zwei Tagen vor der Filiale versammelt und ihrem Unmut über die ausbleibenden Informationen ihres Geldinstituts Luft gemacht. Es kam zu tumultartigen Szenen.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete, unter den Betroffenen seien zahlreiche türkische Kunden, die Gold oder Goldschmuck in den Schließfächern deponiert hatten. Etliche Opfer hätten der Polizei geschildert, dass ihre Verluste teils weit über den Versicherungswert des jeweiligen Schließfachs in der Bank hinausgingen, hieß es weiter.

Mit Informationen von dpa und AFP.

Im Video: Bankeinbruch – Tresorraum mit Bohrer aufgebrochen

Bankeinbruch - Tresorraum mit Bohrer aufgebrochen
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Bankeinbruch – Tresorraum mit Bohrer aufgebrochen

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