Rehe waren im Landkreis Regensburg mehrfach Ziel mutmaßlicher Wilderei
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Rehe waren im Landkreis Regensburg mehrfach Ziel mutmaßlicher Wilderei
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Wilderei? Abgetrennter Rehkopf nahe Regensburg gefunden

Wilderei? Abgetrennter Rehkopf nahe Regensburg gefunden

Im Landkreis Regensburg häufen sich mögliche Fälle von Wilderei. An der Schwarzen Laber ist jetzt ein abgetrennter Rehkopf gefunden worden. Bereits zuvor waren in der Gegend zweimal Tierreste entdeckt worden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

An einem Wanderweg an der Schwarzen Laaber zwischen Beratzhausen und Laaber machte eine Spaziergängerin eine schlimme Entdeckung: Ihr Hund spürte am Dienstag (27.01.) im Bereich der Gleislmühle einen Rehkopf auf. Die Frau ist selbst Jägerin und erkannte sofort, dass der Kopf vom Körper des Tieres abgeschnitten wurde.

Zuvor Rehkörper ohne Kopf gefunden

Nun ermittelt die Polizei wegen Jagdwilderei, ebenso wie in weiteren Fällen aus den vergangenen vier Wochen im Landkreis Regensburg. Hier waren es allerdings Rehkörper ohne Kopf, bei Wenzenbach und Nittendorf. Einen Zusammenhang könne man aktuell weder ausschließen noch bestätigen, so die Polizei in Nittendorf.

Empörung und Unverständnis unter Jägern

In Jagdkreisen ist man beunruhigt und empört, so die Rückmeldungen auf BR-Anfragen. Auch, weil derzeit Schonzeit für Rehwild gilt. Zudem sorgten Tiere, die in der Winterruhe aufgescheucht werden, im Wald für Wildverbiss, hieß es, weil sie für neue Energie Knospen von Nadelbäumen und junge Triebe fressen. Das sei häufig die Folge, wenn Menschen - etwa Hundebesitzer mit ihren Tieren - abseits der Wege gehen. Wilderei verschärfe das Problem noch.

Jagdpächter vermuten Dunkelziffer

Zudem gehen vom BR befragte Jäger von einer Dunkelziffer aus - also gewilderten Tieren, die nicht entdeckt werden, weil Füchse, Wildschweine oder Dachse sich die Kadaver geholt haben.

Was den oder die Wilderer antreibe, darüber könne man nur spekulieren, so vom BR befragte Jäger: Trophäen, das Fleisch oder einfach die Lust am illegalen Jagen. "Wenn Teile eines Tieres fehlen, deutet das darauf hin, dass jemand etwas verbergen will", so eine Einschätzung - konkret etwa Spuren, wie das Tier getötet wurde.

"Jemand will etwas verbergen"

Dass die Fundorte der Tierreste so genannte Luderplätze waren, also eine legale "Lockstelle", hält ein vom BR befragter Jäger für unwahrscheinlich. So werden fest eingerichtete Futterplätze genannt, an denen gezielt Aas oder Schlachtabfälle ausgelegt werden, um bestimmte Wildtiere anzulocken – vor allem Raubwild.

"Von Wilderern halten wir nichts", stellt der Jäger klar - mit Blick auf die Tiere, aber auch auf die "schwerwiegenden Verstöße", die mit der Wilderei verbunden seien: Illegale Jagdmethoden, Unerlaubtes Aneignen von Wild oder das unberechtigte Führen einer Waffe. In der Jägerschaft sei man sensibilisiert und achte auf Personen oder Fahrzeuge, die im Revier auffallen.

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