Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach gibt die Bayerische Landesausstellung 2028 zurück. Das entschied der Stadtrat am Donnerstagabend in seiner Sitzung. Grund dafür sind Zusatzkosten, mit denen die Stadt im Vorfeld nicht gerechnet hatte, erklärte Rothenburgs Oberbürgermeister Christoph Rösch (SPD) während der Sitzung.
Landesausstellung zurückgegeben - zu hoher Zusatzkosten
Beim Unterzeichnen des Vertrags mit dem Haus der Bayerischen Geschichte im Dezember 2024 ging Rothenburg von Gesamtkosten in Höhe von gut 800.000 Euro aus. Mittlerweile würden sich die Kosten dem aktuellen Planungsstand nach auf mehr als eine Million Euro belaufen. Das liege unter anderem an der Umgestaltung eines historischen Gebäudes, dem Hegereiterhaus, den erhöhten Personalkosten sowie an der Sanierung der Reichsstadthalle, in der ein Großteil der Landesausstellung stattfinden soll.
Defizit: Stadt geht von 700.000 Euro aus
Die Reichsstadthalle wird zwar momentan sowieso saniert, für die Landesausstellung wären aber noch separate Maßnahmen notwendig, so Rösch. Das könne sich die Stadt aufgrund ihrer momentanen finanziellen Lage nicht leisten, wenngleich man dem Image der Stadt als verlässlicher Vertragspartner nicht schaden möchte, so Rösch weiter. Aktuell gehe die Stadt von einem daraus resultierenden Defizit von rund 700.000 Euro aus. Der Stadtrat stimmte mit 16 zu sechs Stimmen für die Zurückgabe der Landesausstellung.
2024 hatte der Rothenburger Stadtrat mehrheitlich für die Austragung der Bayerischen Landesausstellung 2028 gestimmt und die Kooperationsvereinbarung mit dem Haus der Bayerischen Geschichte geschlossen - damals noch unter Oberbürgermeister Markus Naser (FW). Das Thema sollte sein "Kinder im Mittelalter".
Bedauern beim Haus der Bayerischen Geschichte
Das Haus der Bayerischen Geschichte äußert sich mit Bedauern zu der Rothenburger Absage: "Die Landesausstellung wäre eine ganz außergewöhnliche Schau insbesondere für Familien geworden. Aufgrund der schon länger geführten Debatten trifft uns der Entscheid nicht unvorbereitet", heißt es in einem Statement. "Wir legen die Weichen um auf ein neues Projekt 'Landesausstellung 2028', das mehr als ein Ersatz für das Rothenburger Vorhaben sein wird." Das Projekt soll nach der Sommerpause vorgestellt werden.
Die bayerischen Landesausstellungen werden vom Haus der Bayerischen Geschichte organisiert und durchgeführt. Jedes Jahr zeigt das Haus Themen der bayerischen Geschichte in wechselnden Regierungsbezirken Bayerns. Zuletzt kam die Ausstellung 2022 mit dem Thema "Typisch Franken?" nach Mittelfranken. Ausstellungsort damals war Ansbach.
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