Aus dem Drucker kamen noch falsche Geldscheine, als die Polizei in die Wuppertaler Dachgeschosswohnung des Angeklagten kam. Er und seine ehemalige Partnerin haben dort rund 450.000 Euro an Falschgeld hergestellt und es über das Darknet und Telegram verkauft. Das haben die beiden gleich zum Prozessauftakt zugegeben, auch weil die Beweislast gegen sie erdrückend war. Heute hat das Landgericht Ingolstadt lange Haftstrafen gegen die beiden verhängt.
Lange Haftstrafen für das Geldfälscher-Paar
Für gewerbsmäßige Geldfälschung in mehreren Fällen erhielt der 33-jährige Haupttäter eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten. Das Maß entspricht nahezu der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte für ihn sechs Jahre und elf Monate gefordert, sein Verteidiger nur ein paar Monate weniger. Eine deutlich niedrigere Haftstrafe erhielt seine Partnerin. Das Gericht verurteilte sie wegen Beihilfe zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren. Auch für sie hatte ihre Anwältin kaum weniger gefordert – zwei Jahre und zehn Monate hatte die Verteidigerin für angemessen gehalten.
So funktionierte die Geldfälscher-Werkstatt
Der 33-jährige Angeklagte hatte in seiner Dachgeschosswohnung in Wuppertal eine regelrechte Produktionsstraße für die gefälschten Banknoten eingerichtet. Dazu hat er mehrere handelsübliche Drucker verwendet. Der Angeklagte und seine 41-jährige Partnerin haben dort die falschen Scheine gedruckt und zugeschnitten.
Danach haben sie das Falschgeld über einen Telegram-Kanal und auch über das Darknet verkauft – bezahlt wurde per Kryptowährung. Welchen Kaufpreis sie für ihre falschen Scheine verlangten, hielten die beiden in Preislisten fest, die die Ermittler ebenfalls in der Wohnung gefunden haben. Von mindestens acht Euro pro Falschgeldschein sprach die Staatsanwältin beim Prozessauftakt.
Falschgeld in Ingolstadt aufgeflogen
Weil der Fall in Ingolstadt ins Rollen gekommen war, wurde er am Landgericht verhandelt. 2024 waren gerade in Ingolstadt viele falsche Scheine aufgetaucht. Damals erwischten die Ermittler vier Personen, die rund 30.000 Euro an Falschgeld in Bayern in Umlauf gebracht hatten, unter anderem in Ingolstadt, Augsburg, München und Regensburg – häufig in Schnellrestaurants, Diskotheken oder auf Christkindlmärkten. Laut der Staatsanwaltschaft handelte es sich stets um gefälschte Fünfzig-Euroscheine. Die Spur brachte die Polizei schließlich nach Wuppertal. Dort überwachten die Ermittler das Telefon des Angeklagten, bevor sie die Geldfälscher festsetzten.
Im Video: Inglostadt - Lange Haftstrafen für Geldfälscherpaar
Landgericht Ingolstadt verhängt hohe Haftstrafen wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!

