Nach dem Unfall zwischen zwei Regionalzügen im Bayreuther Hauptbahnhof am Mittwochabend hat die Bundespolizei die Beweisaufnahme abgeschlossen. Bei dem Zusammenstoß zweier Züge sind mehrere Menschen verletzt worden, ein Lokführer schwer. Nun wird ermittelt, wie es zu der Kollision zwischen den beiden Triebfahrzeugen gekommen sein könnte.
Wie konnte es zu diesem Unglück auf dem Gelände des BayreutherHauptbahnhofes kommen? Und wie weit sind die Bergungsarbeiten? In unserem BR24live zum Thema hat Sandra Jozipovic mit BR-Korrespondent Markus Feulner vor Ort am Bayreuther Hauptbahnhof und mit Reinhard Maschewski von der Bundespolizei Selb gesprochen. Das Video finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Unfallursache nach Zug-Unfall in Bayreuth noch unklar
Ob eine Signal- oder Weichenstörung für den Unfall verantwortlich war oder ob der Lokführer den anderen Regionalzug schlicht übersehen hat, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es wurden alle Augenzeugen befragt, die technischen Daten gesichert, wie die Comuputerdaten aus dem Stellwerk und den Zügen.
Insgesamt fünfzehn Verletzte zählten die Einsatzkräfte nach dem Unfall, darunter ein schwerverletzter Lokführer. Aber auch er konnte mittlerweile das Krankenhaus wieder verlassen, so Reinhard Maschewski von der Bundespolizei Selb. Zunächst hatte die Polizei von acht Verletzten gesprochen. Unter den Verletzten befanden sich laut Bundespolizei keine Kinder.
Totalschaden an den Triebwagen: 3,4 Millionen Euro Sachschaden
Die zwei kollidierten Triebfahrzeuge seien nach dem Unfall noch fahrbereit gewesen. Eine der beiden Loks steht noch immer auf einem Abstellgleis im Bereich des Bayreuther Hauptbahnhofs. In dem einen Triebfahrzeug sei im Lokführerstand der Boden aufgebrochen worden. Der vordere Bereich des Fahrzeugs sei "kräftig nach hinten gedrückt" worden.
An den beiden Triebfahrzeugen ist jeweils Totalschaden entstanden. Insgesamt beläuft sich der Sachschaden an den beiden Regionalzügen auf rund 3,4 Millionen Euro, so ein Sprecher der Bundespolizei.
Gutachter, unter anderem der Bundesstelle für Bahnunfalluntersuchung, sollen heute im Laufe des Tages klären, ob möglicherweise ein technischer Defekt – zum Beispiel Bremsversagen – für den Unfall verantwortlich gewesen sein könnte. Schäden an Gleisen oder Weichen seien durch die Kollision nicht entstanden.
Zugverkehr am Bayreuther Hauptbahnhof wieder aufgenommen
Nach bisherigen Erkenntnissen waren am Mittwochabend gegen 18.45 Uhr zwei Züge der Verkehrsgesellschaft Agilis zusammengestoßen. Eine Bahn mit 13 Fahrgästen an Bord fuhr demnach in den Bahnhof ein, der zweite Zug war ohne Fahrgäste auf einer Rangierfahrt zum Betanken unterwegs. Bisher bekannt ist, so Reinhard Maschewski, dass die rangierende Lok in den einfahrenden Personenzug frontal seitlich gefahren ist.
Was zu dem Unfall führte, kann erst gesagt werden, wenn alle Zeugenaussagen, auch der Passagiere am Bahnsteig, und alle kriminaltechischen Untersuchungen abgewickelt wurden. Dazu zählt auch das Auslesen der Computerdaten im Zug und im Stellwerk sowie die technischen Überprüfungen wie etwa der Bremsen.
Der Bahnverkehr am Bayreuther Hauptbahnhof wurde nach der Kollision komplett eingestellt, Reisende mussten auf Ersatzbusse umsteigen. Seit dem Morgen verkehren die Züge wieder. Mittlerweile kommt es zu keinen Einschränkungen mehr, heißt es von der Bahn.
Im Video: Ermittlungen nach Zugunglück in Bayreuth
Ermittlungen nach Zugunglück in Bayreuth
Auf TikTok: Züge kollidieren im Hauptbahnhof Bayreuth
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