Die Absage aus Rom ist eine weitere Enttäuschung für das Reformvorhaben "Synodaler Weg" der katholischen Kirche in Deutschland. Denn ein Beschluss der Teilnehmer des Reformprozesses war, dass auch nicht geweihte Frauen und Männer, mit der entsprechenden theologischen Vorbildung, in der Heiligen Messe predigen dürfen. Mit dem Beschluss war die Forderung verbunden, um eine Sondergenehmigung in Rom zu bitten.
Deshalb hatte im März 2026 der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, um ein sogenanntes Indult gebeten. So heißt die Sondergenehmigung in Kirchensprache. Der Antrag wurde vor wenigen Tagen abgelehnt, wie der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, nun mitteilte. Einer nicht geweihten Person ist es demnach weiterhin nicht gestattet, innerhalb der Eucharistiefeier zu predigen.
Begründung zur Ablehnung des Antrags: Vatikan erinnert an Kirchenrecht
In der Begründung aus Rom heißt es, dass gemäß dem katholischen Kirchenrecht "die Homilie als integraler Bestandteil der Liturgie einem Priester oder Diakon vorbehalten ist". Diese Norm sei nicht bloß disziplinarischer Natur. Sie stelle "eine spezifische Ausübung des munus docendi (deutsch: Amt des Lehrens) dar, die dem geweihten Amtsträger anvertraut ist".
Heißt übersetzt: Die Predigt ist in einem katholischen Gottesdienst an die Verkündigung des Evangeliums geknüpft. Diese ist dem geweihten Priester oder Diakon vorbehalten.
Kleine Hintertür bleibt offen: Verkündigen ja – predigen nein
In seinem Schreiben erinnert Kardinal Arthur Roche allerdings daran, dass in Wortgottesdiensten sowie an anderen Stellen auch Laien "Formen der Verkündigung" anvertraut werden, die "entsprechend den Bedürfnissen der Teilkirchen gefördert werden können". Der jeweilige Ortsbischof könne die "geeigneten Umstände für solche Formen der Verkündigung festlegen".
Enttäuschung auch beim Landeskomitee der Katholiken in Bayern
Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Christian Gärtner, sprach gegenüber dem Bayerischen Rundfunk in einer ersten Reaktion von keinem guten Zeichen. "Ich finde, es geht an der Realität in Deutschland vorbei." In vielen Bistümern sei es schon Praxis, dass auch in Eucharistiefeiern qualifizierte Mitarbeiter wie etwa Pastoralreferenten predigen könnten.
Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern ist der Zusammenschluss von Kirchmitgliedern ohne Weihe. Es vertritt die Interessen von rund 5,3 Millionen Katholiken in Bayern.
Eine stärkere Einbeziehung von Laien gehört zu den Hauptanliegen des Reformprozesses Synodaler Weg. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sagte, mit dem abschlägigen Bescheid des Vatikans zu Laienpredigten beginne für die Mitglieder des Synodalen Wegs nun die "Zeit der römischen Enttäuschungen". Das Verbot bestätige die bisherige römische Linie und sei theologisch nicht neu. "Die deutschen synodalen Blütenträume zerplatzen", sagte Schüller.
Mit Material von KNA und dpa
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