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Wegen Hitze und Trockenheit war die Ernte vielerorts enttäuschend - jetzt verspricht Landwirtschaftsminister Rainer Finanzhilfen.
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Wegen Hitze und Trockenheit war die Ernte vielerorts enttäuschend - jetzt verspricht Landwirtschaftsminister Rainer Finanzhilfen.

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Ernte: Agrarminister spricht von "Krise nationaler Tragweite"

Ernte: Agrarminister spricht von "Krise nationaler Tragweite"

Hitze und Dürre belasten die Landwirte. Bundeslandwirtschaftsminister Rainer sieht viele Betriebe in ihrer Substanz gefährdet. Die vorläufige Erntebilanz seines Ministeriums zeigt, dass die Situation regional sehr unterschiedlich ist.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Viele Landwirte in Bayern kämpfen dieses Jahr mit Extremwetter und Trockenheit. So auch Bauer Thomas Gasteiger aus dem Landkreis Dachau in Oberbayern. Er hat auf seinen Feldern Trockenschäden, zum Beispiel bei Weizen und Futtermais. "Es ist halt die ganze Arbeit vom ganzen Jahr eigentlich für die Katz mehr oder weniger gewesen", sagt Gasteiger. Das sei ein Dämpfer.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, CSU, spricht von teilweise "verheerenden Spuren", die Hitze und Trockenheit hinterlassen haben. Der vorläufige Erntebericht, den sein Ministerium vorgelegt hat, liefert ein differenziertes Bild.

Getreideernte deutschlandweit leicht unterdurchschnittlich

Deutschlandweit fiel die Erntemenge beim Getreide im Vergleich zum guten Vorjahr 2025 zwar deutlich schlechter aus, mit einem Minus von sieben Prozent. Verglichen mit dem mehrjährigen Durchschnitt (2020 – 2025) gibt es bei der Getreideernte dieses Jahr aber nur ein Minus von zwei Prozent. Beim Winterraps sind die Einbußen mit wahrscheinlich fast minus neun Prozent im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich stärker.

Der vorläufige Erntebericht liefert vor allem Zahlen für Getreide und Raps. Zum Beispiel bei Kartoffeln und Zuckerrüben, aber auch bei Gras und Mais fürs Tierfutter läuft die Ernte teils noch. Dort rechnet Minister Rainer mit starken Einbußen in vielen Regionen. Im Süden und Südwesten hat der Mais laut Ministerium vielerorts kaum Kolben ausgebildet.

Niedrige Erntemengen in Bayern

Regional sind die Unterschiede groß. Unter anderem Bayern war besonders von der Hitzewelle betroffen, zeigt der Bericht. Hier ernteten die Bauern 8,6 Prozent weniger Getreide als im mehrjährigen Durchschnitt. Niedersachsen hingegen kann sich über eine vergleichsweise gute Getreideernte freuen.

So gibt es laut Landwirtschaftsministerium "Licht und Schatten" im Erntebericht. Um ein formales "Schadensereignis von nationalem Ausmaß" auszurufen, wie bei der Dürre 2018 oder dem Hochwasser 2021, reicht das laut Minister Rainer nicht aus. Erst dadurch kann der Bund parallel zu den Bundesländern staatliche Nothilfe an die Landwirtschaft zahlen.

Der Agrarminister spricht trotzdem von einer "massiven Krise von nationaler Tragweite". Denn für ihn machen die Erntezahlen nur einen Teil des Gesamtbildes aus. "Sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, wie ernst die Lage auf vielen Höfen tatsächlich ist", sagt Rainer. Die Bauern haben mit hohen Preisen für Energie und Düngemitteln zu kämpfen. Gleichzeitig sinken an vielen Stellen die Preise, die die Bauern für ihre Produkte bekommen. Die Summe dieser Belastungen setze viele Betriebe massiv unter Druck.

Rainer kündigt Unterstützung an

Das Ministerium hat deshalb ein Liquiditätshilfeprogramm aufgesetzt zusammen mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Bauern sollen darüber unbürokratisch und schnell Kredite beantragen können, mit günstigeren Zinsen von bis zu 3,65 Prozent. Das sind laut Nicola Steinbock von der Rentenbank 0,5 Prozentpunkte weniger als Kredite auf dem freien Markt derzeit kosten. Außerdem plant die Rentenbank ein zweites Programm mit Zinsen um die ein Prozent. Ob sich das umsetzen lässt, dazu laufen aber zwischen Landwirtschaftsministerium und Finanzministerium noch Gespräche.

Zusätzlich kündigt Minister Rainer an, die EU-Agrarhilfen fürs nächste Jahr um 700 Millionen Euro aufzustocken. Das Geld sollte eigentlich noch zurückgehalten werden, um die wahrscheinlich deutlich geringeren Zahlungen ab 2028 abzufedern.

Der Deutsche Bauernverband zeigt sich enttäuscht. Generalsekretärin Stefanie Sabet hält die Hilfen für nicht ausreichend: "Die Betriebe brauchen kurzfristige liquide Mittel im Herbst, um die nächste Ernte zu finanzieren."

Kritik vom Naturschutzbund und Foodwatch

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert die Hilfen. "Die Antwort der Bundesregierung auf die Krise der Landwirte darf nicht sein, Millionen an Steuergeld ohne Bedingungen in den Sektor zu pumpen", sagt Annemarie Botzki von Foodwatch. Auch der Naturschutzbund Deutschland fordert, die Gelder deutlicher weniger mit der Gießkanne auf alle Landwirte zu verteilen, sondern das Geld gezielt in "wirksame Klimaanpassung" zu stecken. Etwa um mehr Vielfalt auf den Äckern, humusreiche Böden und besseren Wasserrückhalt zu fördern.

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