Feuerwehrmann neben zerstörter Flugabwehr auf Militärstützpunkt in Caracas
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Feuerwehrmann neben zerstörter Flugabwehr auf Militärstützpunkt in Caracas
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Was über den US-Angriff auf Venezuela bekannt ist

Was über den US-Angriff auf Venezuela bekannt ist

Von einem "großangelegten Schlag gegen Venezuela" spricht US-Präsident Trump: Die USA haben das südamerikanische Land angegriffen und Staatschef Maduro festgenommen. Was hat es mit dem Konflikt auf sich? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

US-Präsident Donald Trump hat einen Angriff des US-Militärs auf Venezuela bestätigt. Dessen Präsident Nicolás Maduro sei zusammen mit seiner Frau festgenommen und aus dem Land geflogen worden. Nach Berichten über Kampfflugzeuge über der Hauptstadt Caracas in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) und Explosionen sowie Stromausfällen hatte Venezuela in einer öffentlichen Erklärung von einer "eklatanten Verletzung der Charta der Vereinten Nationen" gesprochen, die den Frieden in der gesamten Region gefährde.

Was ist passiert?

In Caracas waren seit 2.00 Uhr nachts mindestens sieben Explosionen zu hören. Zudem waren Flugzeuge und Kampfhubschrauber zu sehen, die in niedriger Höhe über der Stadt flogen. Angegriffen wurden unter anderem der wichtigste Militärstützpunkt des Landes in Fort Tiuna südlich von Caracas sowie der Luftwaffenstützpunkt La Carlota nördlich der Hauptstadt. Fotos zeigen größere Brände. Der nächtliche Angriff dauerte weniger als 30 Minuten. Danach hatten Teile von Caracas keinen Strom.

Laut US-Medienberichten wurde das Präsidentenpaar von Spezialkräften der Eliteeinheit Delta Force gefasst. Trump verfolgte die Gefangennahme nach eigenen Angaben live am Bildschirm mit. Maduro und seine Frau werden Trump zufolge nach New York gebracht. Der US-Präsident veröffentlichte ein Foto Maduros in Handschellen an Bord eines US-Kriegsschiffs.

Die venezolanische Regierung klagte "vor der internationalen Gemeinschaft die sehr schwere militärische Aggression der gegenwärtigen Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen das venezolanische Territorium und die venezolanische Bevölkerung" an. Militärische und zivile Ziele seien angegriffen worden. Soldaten und Zivilisten seien getötet worden, erklärte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zu der Zahl von Toten, Verletzten oder zur Zerstörung ziviler Infrastruktur.

Ziel der USA sei es, so die Regierung Venezuelas, sich die Bodenschätze Venezuelas anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. "Das wird ihnen nicht gelingen", hieß es in der Mitteilung.

Was war zuvor geschehen?

Die US-Marine hatte seit September immer wieder Fischerboote aus Venezuela und Kolumbien angegriffen. Dabei wurden bislang mehr als 100 Menschen getötet. Zuletzt hatte die US-Regierung den Druck auf Maduro immer weiter erhöht, etwa wurde ein Kopfgeld ausgesetzt und Trump hatte Maduro in einem Telefonat zur Ausreise aufgefordert. Zudem weitete sich die militärische Kulisse vor der Küste Venezuelas aus, auf etwa 15.000 Soldaten und mehrere US-Kriegsschiffe wie etwa einen Flugzeugträger.

Auch war es zu einem Angriff und zur Beschlagnahme eines Öltankers vor der venezolanischen Küste gekommen. Washington erklärte, das Schiff habe sanktioniertes Öl aus Venezuela und dem Iran transportiert, auch zugunsten von Terrororganisationen. Trump hatte zudem, ohne Details zu nennen, angekündigt, es werde "noch mehr" passieren.

Was steckt hinter dem Konflikt?

Ein militärisches Vorgehen gegen venezolanisches Staatsgebiet hatte die US-Regierung bereits seit August 2025 angedroht. Venezuela fördere den Drogenschmuggel in den USA aktiv und gefährde damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger, so der Vorwurf der USA. Zudem wird aus Trumps Perspektive auch sein Wahlversprechen, Migration zu stoppen, verfolgt.

Darüber hinaus werfen die USA Maduro seit Jahren vor, einen Machtwechsel in Caracas verhindern zu wollen, bei der Wiederwahl 2024 nicht rechtmäßig gewählt zu sein und in die Drogengeschäfte verwickelt zu sein.

Viele Fachleute sehen im tatsächlichen Grund für Trumps Vorgehen gegen Maduro jedoch die "Ölreserven des Landes, es sind die größten weltweit", wie der frühere US-Diplomat Richard Haass im Radiosender NPR sagte. Der langjährige Chef der US-Denkfabrik Council on Foreign Relations erklärte, Trumps Ziel sei es, in Venezuela "eine Regierung an die Macht zu bringen, die US-Unternehmen einlädt, ins Land zu kommen".

Wie geht es nun weiter?

Auf einer Pressekonferenz kündigte Trump an, die USA werden vorübergehend die Führung des Landes übernehmen, "bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können".

US-Justizministerin Pam Bondi kündigte einen Prozess gegen Maduro und seine Frau an. Beide bekämen "bald den vollen Zorn der amerikanischen Justiz auf amerikanischem Boden vor amerikanischen Gerichten zu spüren", teilte Bondi in den sozialen Medien mit und verwies auf eine Anklage in New York. Ihnen würden Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen.

Als Reaktion auf die jüngste Eskalation des Konflikts kündigte Venezuela einen "massiven" Einsatz "aller Land-, Luft-, Marine-, Fluss- und ballistischen Mittel" an. Das sagte der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino in einer Rede, die in Online-Netzwerken verbreitet wurde.

Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für das gesamte südamerikanische Land erlassen. Deutsche Staatsangehörige in Venezuela seien aufgerufen, an einem sicheren Ort zu bleiben, erklärte das Auswärtige Amt nach einer Sitzung des Krisenstabs.

Im Video: Sicherheitsexperte Lange zum US-Angriff

Sicherheitsexperte Nico Lange
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Sicherheitsexperte Nico Lange

Mit Informationen von epd, AFP, AP und dpa

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