Die Deutsche Bahn steht vor einem ernsthaften Problem: Aufgrund wachsender Gewalt in Zügen und Bussen erwägt fast jeder dritte Bahnmitarbeitende, das Unternehmen zu verlassen. Das geht aus einer Umfrage der Eisenbahn-Gewerkschaft (EVG) hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt). 4.000 EVG‑Mitglieder beteiligten sich an der Umfrage. Ein Drittel der Befragten gab an, dass die Zunahme von Unsicherheit und Gewalt der Hauptgrund für ihre Überlegungen sei.
Jeder zweite Mitarbeitende hat Gewalt erlebt
Zwei Drittel der Befragten fühlen sich auf der Arbeit demnach immer unsicherer, die Hälfte hat bereits einen körperlichen Übergriff erlebt. Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar Bedrohungen waren insgesamt 85 Prozent derjenigen ausgesetzt, die im Kundenkontakt bei der Bahn arbeiten.
"Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken", mahnte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch mit Blick auf die hohe Anzahl derer, die den Beruf gegebenenfalls verlassen wollen.
EVG warnt vor Verkehrs-Stillstand
Einen so massiven Personalverlust könne kein Unternehmen kompensieren. Bahnunternehmen und Politik müssten das Problem endlich in den Griff bekommen. "Sonst könnten bald massenhaft Züge und Busse wegen Personalmangels stehenbleiben", betonte Loroch.
Die Ergebnisse der Befragung belegen einen langjährigen Trend, der im Februar mit dem brutalen Angriff auf den Schaffner Serkan C. gipfelte. Der 36-Jährige war von einem Schwarzfahrer tödlich angegriffen worden und erlag seinen Verletzungen. Im Jahr 2025 verzeichnete die Deutsche Bahn bundesweit über 3.000 Übergriffe auf ihre Mitarbeiter. Rund die Hälfte davon betraf Zugbegleiter.
Mit Informationen von AFP
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