Auf einem Militärstützpunkt im Norden der kanadischen Provinz Alberta kämpfen Feuerwehrleute seit Stunden gegen einen Großbrand. Ausgelöst habe ihn ein "schwerer Zwischenfall", teilte Premierminister Mark Carney auf einer Social-Media-Plattform mit. Die Regierung arbeite eng mit der Provinz Alberta und den örtlichen Behörden zusammen: "Unsere Gedanken sind bei all den tapferen Frauen und Männern, die betroffen sind." Bei dem Brand kamen nach Angaben von Carney vier Menschen ums Leben. Dutzende weitere hätten schwere Verletzungen erlitten.
Kliniken überfordert
Das Feuer war am Samstag den Angaben zufolge gegen 16.00 Uhr (Ortszeit) auf einem Übungsgelände ausgebrochen. Was genau dort passierte, wurde von Behörden bislang nicht mitgeteilt. Heftige Böen trieben die Flammen über den Stützpunkt hinaus in das umliegende ländliche Gebiet. Über weite Teile Albertas fegten Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde.
Die Gesundheitseinrichtungen rund um den Stützpunkt seien von der Zahl der Behandlungsbedürftigen "völlig überfordert", sagte der Notfallmediziner Warren Thirsk dem kanadischen Sender CBC. Patienten wurden demnach in mehrere Krankenhäuser in Edmonton gebracht. "Es sind mehr Patienten, als irgendjemand von uns gerade zählen möchte", sagte Thirsk. "Es ist eine Katastrophe." Ein solcher Notfall komme womöglich nur alle 15 bis 25 Jahre vor.
Gegen 23.00 Uhr teilte die örtliche Verwaltung mit, die weitere Ausbreitung des Feuers sei gestoppt worden. Gebäude und wichtige Infrastruktur seien geschützt. Für die rund 7.000 Einwohner der nahe gelegenen Stadt Wainwright wurde keine Evakuierung angeordnet.
Ermittlungen zur Ursache
Die kanadische Bundespolizei RCMP nahm Ermittlungen auf. Was auf dem Stützpunkt geschehen war und den Brand ausgelöst hatte, blieb zunächst unklar. McGuinty kündigte weitere Informationen für die kommenden Stunden und Tage an. Auch Angehörige der Streitkräfte waren im Einsatz.
Wainwright gehört zu den am stärksten genutzten Ausbildungsstützpunkten des kanadischen Militärs. Soldaten werden dort in realitätsnahen Übungen auf Kampfeinsätze vorbereitet. Der Brand beeinträchtigte auch die vorzeitige Abstimmung über ein mögliches Verfahren zur Unabhängigkeit Albertas von Kanada: Zwei Wahllokale mussten früher schließen. Die Stimmzettel wurden nach Angaben der Wahlbehörde sicher abtransportiert.
Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters
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