Donald Trump bei einem Auftritt in Miami am 9. März
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Iran-Krieg: Welchen Rückhalt hat Trump im eigenen Land?

Iran-Krieg: Welchen Rückhalt hat Trump im eigenen Land?

Donald Trump machen beim Irankrieg drei Dinge zu schaffen: fallende Aktienkurse, steigende Benzinpreise, schlechte Umfragewerte. Trump versprach den Amerikanern nun, der Krieg ende "sehr bald", doch die Aussagen bleiben widersprüchlich. Eine Analyse.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

US-Präsident Donald Trump wusste, dass er die äußerst angespannten Nerven an den Rohöl-, Aktien- und Anleihemärkten beruhigen musste: "Wir wollen die Ölpreise niedrig halten", sagte Trump auf einer Pressekonferenz am Montagabend Ortszeit auf seinem Anwesen in Florida. Die Preise seien "aufgrund dieses Ausflugs künstlich gestiegen".

Trump musste auf die Panik der Märkte reagieren

Der "Ausflug", wie Trump den Angriffskrieg auf den Iran nannte, hatte am Montag eine Panik an den Märkten ausgelöst und für die rasant steigenden Rohölpreise von zwischenzeitlich bis zu 120 Dollar pro Barrel gesorgt. Die Aktienmärkte gingen auf Talfahrt. Trump musste reagieren und begann zu signalisieren, dass der Krieg bald enden würde. Das Ergebnis: Die Rohölpreise sanken deutlich, an der Wall Street drehten die Aktienkurse wieder in den grünen Bereich.

Nichts erschüttert die Zustimmungswerte eines US-Präsidenten so sehr wie die Sorge vor steigenden Benzinpreisen, steigender Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten. Angesichts der bevorstehenden Kongresswahlen im November, bei denen seine Republikaner die Mehrheit zumindest im Repräsentantenhaus verlieren könnten, sieht sich der US-Präsident unter erhöhtem Rechtfertigungsdruck. Denn auf die zentrale Frage, warum die USA zusammen mit Israel den Iran angegriffen haben, bietet Trump unverändert verschiedene Varianten an.

Widersprüchliche Signale aus dem Weißen Haus

Der Krieg gegen den Iran werde "sehr bald" vorbei sein, sei aber noch nicht abgeschlossen, erklärte Trump. Die USA würden "große Fortschritte bei der Erreichung unseres militärischen Ziels" machen. Der US-Präsident, der seine Leistungen stets mit Superlativen versieht, sagte, man könne von einem "gewaltigen Erfolg" sprechen. Er fügte hinzu: "Oder wir könnten noch weiter gehen, und wir werden noch weitergehen." Wenige Stunden zuvor hatte Trump gegenüber dem US-Fernsehsender CBS News signalisiert, dass der Krieg "so gut wie beendet" sei.

Erneut sandte Trump widersprüchliche Botschaften in Richtung der neuen iranischen Führung aus: Sollte der Iran die Schiffsroute durch die Straße von Hormus nicht freigeben – und danach sieht es aus – würde der Iran "zwanzigmal härter" von den Vereinigten Staaten getroffen werden als zuvor. Auf seiner Plattform "Truth Social" postete Trump in der Nacht: "Wir werden leicht zerstörbare Ziele ausschalten, die es dem Iran praktisch nicht möglich machen werden, jemals wieder als Nation aufgebaut zu werden. Tod, Feuer und Zorn werden über sie hereinbrechen." Er hoffe und bete, "dass es nicht dazu kommt".

Nur eine Minderheit unterstützt den Krieg

Wie bereits seit Beginn seiner zweiten Amtszeit, so zeigt sich auch bei der Frage, was die Amerikaner von Trumps Angriffskrieg auf den Iran halten, die tiefe Spaltung der amerikanischen Bevölkerung. Nach einer jüngsten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters, die in den vergangenen drei Tagen erhoben wurde, billigen nur 29 Prozent der Befragten die US-Luftangriffe auf den Iran. Weitere 36 Prozent erwarten, dass der Krieg nicht rasch beendet werden wird.

Ein Blick auf die parteipolitischen Lager zeigt allerdings: Noch stehen rund zwei Drittel der Republikaner an der Seite Trumps. Laut Reuters-Umfrage unterstützen 66 Prozent der republikanischen Anhänger Trumps Krieg gegen den Iran. Unter den Demokraten ist das Meinungsbild umgekehrt: Hier lehnen drei Viertel der Befragten das Vorgehen des US-Präsidenten ab.

Die Demokraten machen Druck beim Spritpreis

Von der Dauer des Kriegs dürfte es abhängen, ob Trump mit seinen Erklärungen bei der US-Bevölkerung durchdringt, wonach der Preisanstieg an der Tanksäule nur vorübergehend sei. So erreichten die Dieselpreise in den USA nach Angaben der "Washington Post" am Montag 4,66 Dollar pro Gallone, nahezu 90 Cents mehr als vor einer Woche. Die US-Landwirte verbrauchen für ihre Agrarmaschinen ganz überwiegend Diesel. Transportunternehmen wie UPS haben bereits damit begonnen, die gestiegenen Spritpreise mit Preisaufschlägen für die Kunden auszugleichen.

Im US-Kongress wollen die Demokraten ein Gesetz verabschieden lassen, mit dem die Treibstoff-Besteuerung bis Anfang Oktober aufgehoben werden soll – wohlwissend, dass es für die Republikaner politisch schlecht aussieht, wenn sie dagegen stimmen. Der demokratische US-Senator Mark Kelly aus Arizona begründete den Vorstoß mit den Worten: Familien hätten mit hohen Kosten "für fast alles zu kämpfen, und jetzt steigen die Benzinpreise sprunghaft an, weil Donald Trump einen Krieg mit dem Iran begonnen hat". Für "schlechte Entscheidungen von Donald Trump" sollten Familien in Arizona nicht bezahlen müssen – und nicht nur dort.

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