Seit Jahren geht die Zahl der Kirchenmitglieder in Deutschland deutlich zurück, die Kirchensteuer-Einnahmen wachsen trotzdem noch. Heute hat die katholische Kirche ihre Zahlen veröffentlicht, die evangelische Kirche hatte das schon im Mai.
Katholische Kirche: 1,9 Prozent mehr Kirchensteuer als im Vorjahr
2025 hat die katholische Kirche in Deutschland durch Kirchensteuern 6,75 Milliarden Euro eingenommen. Das sind knapp 123 Millionen Euro mehr als 2024. 2022 hatte es noch einen Rekordwert von mehr als 6,84 Milliarden Euro gegeben. Die evangelische Kirche in Deutschland hat 2025 rund 6,09 Milliarden eingenommen.
Damit zeigt sich: Die beiden großen Kirchen in Deutschland nehmen weiterhin durch die Steuer mehr Geld ein, obwohl die Mitgliederzahlen jedes Jahr deutlich schrumpfen. Bei beiden Kirchen um jährlich mehrere hunderttausend Menschen, durch Austritte oder Tod. Doch bislang wurde das – was die Kirchensteuer angeht – weitgehend ausgeglichen durch die wirtschaftliche Gesamtentwicklung in Deutschland: steigende Einkommen und geringere Arbeitslosigkeit bedeuten auch steigende Kirchensteuereinnahmen. Ebenso tragen Börsengewinne und Zinserträge dazu bei.
Inflation ist höher als Steuermehreinnahmen
Wenn man aber gegenrechnet, wie teuer das Leben in Deutschland geworden ist, dann fällt die Bilanz anders aus: Inflationsbereinigt gehen die Steuereinnahmen beider Kirchen schon länger zurück. Und für die kommenden Jahre wird sowieso erwartet, dass die Einnahmen aus der Kirchensteuer deutlich sinken – wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in Rente gehen und die Mitgliederzahlen voraussichtlich weiterhin nach unten gehen.
Die Kirchensteuer ist die wichtigste Einnahmequelle der Bistümer. Sie ist an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt und beträgt in Bayern acht Prozent. Auch auf Kapitalerträge wird Kirchensteuer erhoben.
Kirchensteuer wichtigste Einnahmequelle der Kirchen
In Deutschland haben die Kirchen das in der Verfassung verankerte Recht, von ihren Mitgliedern Abgaben, also eine Kirchensteuer, zu erheben. Diese Steuer ist die wichtigste Finanzquelle zur Wahrnehmung kirchlicher Aufgaben in Seelsorge, Bildung und Sozialwesen. Die Kirchensteuer wird vom Staat eingezogen. Er erhält dafür rund drei Prozent des Gesamtaufkommens.
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