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Kürzungen bei Psychotherapie – Weniger Honorar, weniger Plätze?

Kürzungen bei Psychotherapie – Weniger Honorar, weniger Plätze?

Die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wird zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abgesenkt. Psychotherapeuten selbst fürchten, dass es dadurch auch weniger ambulante Therapieplätze geben wird.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Das Vorhaben erregt Aufsehen, zuletzt gingen in München und Nürnberg Menschen dagegen auf die Straße: Die Honorare von Psychotherapeuten sollen ab morgen gesenkt werden – 4,5 Prozent weniger Vergütung ab dem 1. April 2026. Kritiker und Psychotherapeuten fürchten, dass sich die ambulante psychotherapeutische Versorgung dadurch massiv verschlechtert. Laut den jüngsten Erhebungen warten Menschen in Bayern schon jetzt durchschnittlich 97 Tage auf den Beginn einer Therapie.

Bedeuten die Kürzungen ein Risiko für Betroffene von psychischen Erkrankungen? Darüber haben wir mit dem Präsidenten der Psychotherapeutenkammer Bayern Dr. Nikolaus Melcop (externer Link) sowie dem BR-Gesundheitsexperten Nikolaus Nützel gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

GKV: Zu starker Anstieg von Honoraren für Psychotherapeuten

Ein Grund für die Kürzungen ist laut den Gesetzlichen Krankenversicherungen, dass die Honorare für Psychotherapie seit 2013 um mehr als 50 Prozent gestiegen seien. In anderen ärztlichen Praxen läge der Anstieg bei 30 Prozent. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat angekündigt, gegen den Beschluss Klage einzureichen.

Nach den Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) erwirtschaften Psychotherapeutinnen und - therapeuten nach Abzug der Praxiskosten einen Überschuss von circa 52 Euro je Arbeitsstunde. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was Praxisinhaber der hausärztlichen Versorgung bzw. der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung im Durchschnitt erwirtschaften. Weil psychotherapeutische Leistungen fast vollständig zeitgebunden sind, ist es Psychotherapeutinnen und - therapeutinnen nicht möglich, mehr Behandlungen pro Zeiteinheit durchzuführen.

Psychotherapeuten: Kürzung gehe zu Lasten der Betroffenen

Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), zeigt sich besorgt: "Die vorgelegten Vorschläge, die Vergütung global zu begrenzen und teilweise zu streichen, werden die ambulante psychotherapeutische Versorgung schwächen. Alles andere wäre ein mathematisches Wunder."

Mit Informationen von dpa

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