10.07.2026: Medizinisches Personal in Schutzanzügen im Kongo
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Mehr als 2.500 Tote: Ebola im Kongo breitet sich rasant aus

Mehr als 2.500 Tote: Ebola im Kongo breitet sich rasant aus

Der Ebola-Ausbruch im Kongo breitet sich rasant aus: Bei der aktuellen Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der UN bereits mehr als 2.500 Menschen ums Leben gekommen. Was den zentralafrikanischen Nachbarländern droht.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Es ist die tödlichste Ebola-Epidemie in der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo. Und der zweitgrößte jemals verzeichnete Ebola-Ausbruch. Am Samstag sind es 100 Tage, seit der erneute Ausbruch des tödlichen Virus bekannt geworden ist. Inzwischen seien mehr als 2.500 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben, sagte der UN-Ebola-Koordinator Julien Harneis. Die Zahl der Todesopfer "steigt jeden Tag" und die Zahl der Neuinfektionen "nimmt  exponentiell zu", so Harneis.

Hilfsgelder reichen nicht mehr lange

Die Epidemie grassiere in einem Gebiet, das größer als Frankreich sei. Die Hilfsgelder reichen demnach nur noch für die kommenden Wochen, danach drohen sie auszugehen. "Wenn wir mehr Personal einsetzen, wenn wir mehr Ressourcen in abgelegene Gebiete im Osten der Demokratischen Republik Kongo bringen, können wir innerhalb weniger Monate die Übertragung verlangsamen und darauf hinarbeiten, sie zu stoppen", sagte er. Geschehe das nicht, werde die Epidemie immer verheerenden werden. "Sie wird sich weiter ausbreiten und könnte in Nachbarländer überschwappen", warnte Harneis.

Gesundheitssystem überlastet

Aus Katwa und der Großstadt Butembo gibt es Berichte, wonach Verdachtsfälle, Erkrankte und sogar Schwangere abgewiesen werden mussten, weil es keine Betten mehr gab. Nach vorherigen Regierungsangaben stieg die Zahl der offiziell registrierten Infektionen Anfang August auf rund 4.000, bereits Mitte des Monats waren es um die 5.000 Fälle. Betroffen sind fünf Provinzen im Osten des Landes. Auch aus Uganda werden Berichten zufolge Fälle gemeldet.

Experten zufolge begann der Ausbruch im Januar in der Provinz Ituri, wurde jedoch erst am 15. Mai offiziell festgestellt. Militärische Konflikte und das Fehlen eines zugelassenen Impfstoffs für den seltenen Bundibugyo-Stamm des Virus erschweren die Eindämmung.

Experten gehen von hoher Dunkelziffer aus

Die Identifizierung von Fällen und Kontaktpersonen stellt Medizinern zufolge eine immense Herausforderung dar. Angesichts der schlechten Sicherheitslage und vieler Flüchtlinge in der Region sowie unklarer Übertragungsketten ist laut Experten mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen.

Bei Ebola handelt es sich um einen Erreger der höchsten Risikokategorie. Eine unbehandelte Ebola-Erkrankung verläuft in 30 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Die Sterblichkeitsrate bei der Bundibugyo-Variante ist mit 25 bis 50 Prozent etwas geringer im Vergleich zu bisherigen Ausbrüchen mit dem Zaire-Ebolavirus. Hier wurden in der Vergangenheit Todesraten von bis zu 90 Prozent beschrieben. Die WHO geht aktuell von einer Sterblichkeitsrate von rund 46 Prozent aus.

Den weltweit bislang größten Ebola-Ausbruch gab es zwischen 2014 und 2016 in Westafrika mit mehr als 28.000 Fällen.

Mit Informationen von Reuters, KNA und AFP.

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