Mogelpackung des Jahres aus Verbrauchersicht ist die Milka Alpenmilch Schokolade. In einer Online-Abstimmung fielen zwei Drittel der Stimmen auf das Produkt aus dem Hause Mondelez, wie die Verbraucherzentrale Hamburg (externer Link) mitteilte. Die Schokoladentafel wurde Anfang des Jahres 2025 dünner und gleichzeitig teurer: Die Füllmenge pro Tafel sank von 100 auf 90 Gramm, der Preis stieg von 1,49 auf 1,99 Euro. Das entspricht einer Preiserhöhung von über 48 Prozent. Die reduzierte Füllmenge sei im Supermarkt kaum erkennbar, da die Verpackung nahezu unverändert geblieben sei. Auch andere Schokoladensorten von Milka waren demnach davon betroffen.
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Bereits im Juli 2025 hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch die Schokolade von Milka zur "dreistesten Werbelüge des Jahres" gekürt.
Abstimmungsergebnis ist Denkzettel
An der Abstimmung beteiligten sich laut Verbraucherzentrale so viele Verbraucherinnen und Verbraucher wie seit sechs Jahren nicht mehr – 34.731 Menschen gaben ihre Stimme ab. Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl habe ein Produkt einen derart hohen Stimmenanteil erreicht. "Das Abstimmungsergebnis ist ein Denkzettel, wie man ihn deutlicher kaum geben kann", erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Die Abstimmung hatte am 5. Januar begonnen, zur Auswahl standen die Milka-Schokolade, eine Backmischung von Dr. Oetker, ein Müsli von Kölln, ein Nudel-Fertiggericht von Knorr und Kaffeesticks von Jacobs. Die Auswahl basiert auf der "Mogelpackungsliste" der Verbraucherzentrale, die Produkte auflistet, bei denen Hersteller oder Händler den Preis intransparent erhöht haben, meist durch geringere Füllmengen bei gleichbleibendem oder sogar steigendem Preis.
Klage vor Landgericht Bremen
Die Verbraucherzentrale hatte Anfang September wegen der Milka-Mogelpackung gegen den Hersteller Mondelez auch Klage vor dem Landgericht Bremen eingereicht und argumentiert, dass ein "deutlicher" Hinweis auf die Reduzierung des Inhalts fehle. Verhandelt wird darüber im April. Die Verbraucherzentrale will juristisch geklärt wissen, ob die Füllmengenreduzierung "nicht nur ärgerlich, sondern auch irreführend" war.
Die Politik sei gefordert, für echte Preiswahrheit im Supermarkt zu sorgen, so die Verbraucherzentrale. Deutschland hinke beim Schutz vor Shrinkflation bislang hinterher: In mehreren anderen Ländern wie zum Beispiel in Österreich gebe es bereits verbindliche Vorgaben, um versteckte Preiserhöhungen einzudämmen.
Mit Informationen von AFP
TikTok-Video: Mogelpackung - Verbraucherzentrale Hamburg verklagt Milka-Hersteller Mondelez
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