Es war eines der schlimmsten Attentate in der deutschen Geschichte: Der Brandanschlag auf das jüdische Altersheim in der Münchner Reichenbachstraße am 13. Februar 1970. Sieben Menschen starben, darunter mehrere Holocaust-Überlebende.
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Mutmaßlicher Täter - ein Berufskrimineller und Neonazi
Jahrzehntelang war unklar, wer das Feuer gelegt hat - vor einigen Monaten hat die Generalstaatsanwalt München die Ermittlung dazu wieder aufgenommen und nun einen Tatverdächtigen ausgemacht: Laut Oberstaatsanwalt Andreas Franck deutet vieles darauf hin, dass der Täter ein Berufskrimineller und Neonazi war: Bernd V. war seit seiner frühen Jugend immer wieder als überzeugter Neonazi und Judenhasser aufgefallen, später wurde er unter anderem wegen Sprengstoffanschlägen auf Münchner Telefonzellen und wegen des Raubs der Blutenburger Madonna verurteilt. Schon kurz nach dem Anschlag auf das jüdische Altenheim wurde er von den Ermittlern als möglicher Täter ins Visier genommen, es gab jedoch keine ausreichenden Beweise.
Angehörige eines damaligen Bekannten des Attentäters gab neue Hinweise
Doch vor knapp anderthalb Jahren wandte sich die Angehörige eines damaligen Bekannten des Attentäters von Bernd V. an die Staatsanwaltschaft München. Bernd V. soll seinem Bekannten gegenüber den Anschlag nur wenige Minuten vor der Tat angekündigt haben. Am Tatabend, also am 13. Februar 1970, soll er an dem jüdischen Altersheim in der Reichenbachstraße 27 vorbeigegangen sein und sinngemäß geäußert haben: "Die Juden haben alles, wir haben nichts, die zünd' ich an!", so Oberstaatsanwaltschaft Franck im BR-Interview. Circa 15 Minuten später sei das jüdische Altersheim in Flammen gestanden.
Mord bleibt ungesühnt - Verdächtiger verstarb 2020
Eine 100-prozentige Sicherheit, dass Bernd V. der Täter war, gibt es allerdings nicht, denn er ist vor sechs Jahren verstorben. Andreas Franck sagte dem BR: "Wenn Sie mich als Staatsanwalt fragen und als jemand, der gemeinsam mit dem Staatsschutz der Polizei diese Akten durchforstet hat und der sich ein Bild gemacht hat, dann würde ich hier von einer deutlichen Wahrscheinlichkeit sprechen, dass wir hier jedenfalls einen der Täter ermittelt haben."
Da außer Bernd V. keine weiteren Mittäter ausfindig gemacht werden konnten, hat die Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen nun 56 Jahre nach der Tat eingestellt - wohl endgültig. Der Mord an sieben jüdischen Münchnerinnen und Münchner bleibt ungesühnt.
Charlotte Knobloch von der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sagt zum Ermittlungsergebnis: Es sei wichtig und wertvoll für die Jüdinnen und Juden hierzulande. Da der mutmaßliche Täter vor sechs Jahren verstorben ist, gebe es aber leider keine Gerechtigkeit für die Opfer.“
Im Video: Wie ein Brandanschlag vor 56 Jahren heute aufgeklärt werden könnte
Wie ein Brandanschlag vor 56 Jahren heute aufgeklärt werden könnte
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