Nach der Brand-Katastrophe mit 40 Toten und 119 Verletzten im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana wird gegen die Betreiber der abgebrannten Bar strafrechtlich ermittelt. "Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen", teilte die Polizei mit.
Das französische Ehepaar wurde nicht festgenommen und unterliegt auch keinen Reisebeschränkungen, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage präzisierte. Es handele sich zunächst um eine Strafuntersuchung. Ob Anklage erhoben werde, entscheide die Staatsanwaltschaft zu einem späteren Zeitpunkt.
Betreiber-Ehepaar zeigt sich bestürzt
Gegenüber Schweizer Medien hatte das Betreiber-Ehepaar der Bar "Le Constellation" seine Erschütterung zum Ausdruck gebracht. Es gehe ihnen sehr schlecht, sie könnten weder essen noch schlafen, sagten sie dem Nachrichtenportal "20 Minuten". Sie kooperierten vollumfänglich mit den Behörden, um die Ursache der Katastrophe zu klären.
Gegenüber der Schweizer Zeitung "Tribune de Genève" beteuerten sie, dass die Sicherheitsvorgaben in dem Lokal erfüllt worden seien. "Alles wurde in Übereinstimmung mit den Regulierungen getan", sagte der Wirt. Das französische Ehepaar entkam weitgehend unversehrt und wurde bereits von der Polizei befragt. Laut Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud wurden sie als "Zeugen" vorgeladen.
Nach der Katastrophe ermittelt nun die zuständige Staatsanwaltschaft. Pilloud zufolge liegt der Fokus auf den Sicherheitsstandards in der Bar.
Flammen breiteten sich rasend schnell aus
Mehrere Länder, darunter Deutschland, nahmen Schwerverletzte aus der Schweiz auf. Deutsche Spezialkliniken erhielten eine Anfrage zur Behandlung von 40 Opfern, wie die Direktorin der Klinik für Schwerbrandverletzte im Unfallkrankenhaus Berlin, Leila Harhaus-Wähner, dem Sender Welt TV sagte. Mehrere Städte, darunter Berlin, Bochum, Halle, Stuttgart und Ludwigshafen, haben Intensivbetten für die Brandopfer bereitgestellt. Für den kommenden Freitag ist in Crans-Montana eine Gedenkfeier für die Opfer geplant.
Das Feuer in der Bar "Le Constellation" war in der Silvesternacht gegen 1:30 Uhr ausgebrochen. Schweizer Behörden zufolge wurde der Brand durch Sprühfontänen ausgelöst, die an Champagnerflaschen befestigt waren. Die Funken entzündeten die Decke der Bar, das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einem sogenannten "Flashover".
Mit Informationen von Patricia Verne aus dem ARD-Studio Genf sowie AFP und dpa
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