Archiv - 21.01.2025, USA, Houston: Autos fahren auf einer schneebedeckten Autobahn in Houston
Archiv - 21.01.2025, USA, Houston: Autos fahren auf einer schneebedeckten Autobahn in Houston
Bild
Winterwetter in den USA
Bildrechte: dpa-Bildfunk/David J. Phillip
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk/David J. Phillip
Audiobeitrag

Winterwetter in den USA

Audiobeitrag
>

Notstand in den USA: Wintersturm könnte Millionen betreffen

Notstand in den USA: Wintersturm könnte Millionen betreffen

Auf die USA kommt der womöglich heftigste Wintersturm seit Jahren zu. Er könnte den Süden, den Mittleren Westen und die Ostküste mit der Millionenmetropole New York und der US-Hauptstadt Washington heimsuchen. US-Medien sprechen vom "Monstersturm".

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Die US-Hauptstadt Washington hat – neben weiteren Bundesstaaten – ab sofort den Notstand wegen eines erwarteten Schneesturms ausgerufen. Laut Bürgermeisterin Muriel Bowser wurden von der Nationalgarde Geländefahrzeuge zur Unterstützung der Einsatzkräfte angefordert. Insgesamt könnten geschätzt 160 Millionen Bürger betroffen sein.

Was auf die USA zukommt

Der Nationale Wetterdienst (NWS) sagte am Freitag einen Wintersturm mit verbreitet starkem Schneefall, Schneeregen und gefrierendem Regen in weiten Teilen des Landes voraus. Die akute Unwetterlage soll bis mindestens Montag anhalten, gefolgt von einer strengen Frostperiode. 

"Die kommenden zehn Wintertage werden in den Vereinigten Staaten die schlimmsten seit 40 Jahren sein", warnte der Meteorologe Ryan Maue im Onlinedienst X. Die Behörden erwarten massive Verkehrsbeeinträchtigungen und Stromausfälle durch extrem niedrige Temperaturen, auch starke Windböen werden erwartet. Schnee soll selbst in südlichen Bundesstaaten wie Texas fallen, die solche Niederschläge sonst nicht kennen.

Beginnen soll der Schneefall am Samstagabend in der Hauptstadt im Osten der USA mit rund 700.000 Einwohnern. Er soll sich bis in den Sonntag hineinziehen – womöglich bis Montag.

Notstand gilt in mehreren US-Bundesstaaten

Schon vor Washington hatten zahlreiche andere US-Bundesstaaten den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme gilt mindestens teilweise für New York, Texas, Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia, Maryland, Louisiana, Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi und Missouri. Das teilten die Gouverneure der jeweiligen Bundesstaaten mit.

Dadurch, dass die US-Bundesstaaten den Notstand ausgerufen haben, können sie – falls notwendig – deutlich schneller Hilfsgelder und Personal mobilisieren. Zahlreiche Veranstaltungen wurden für die kommenden Tage landesweit bereits vorsorglich abgesagt. 

Es werden Stromausfälle befürchtet – und weitere Komplikationen

Mehr als 1.500 Flüge wurden für das Wochenende laut dem Trackingdienst Flightaware vorsorglich gestrichen. Auch die Lufthansa hat für Samstag zahlreiche Flüge von und nach Nordamerika gestrichen. Am Sonntag sind nach Angaben einer Sprecherin noch Verbindungen nach Washington, New York, Boston, Philadelphia und Charlotte betroffen. An zahlreichen weiteren Flughäfen im Westen, Süden und Norden des Kontinents sei am Sonntag nur noch mit vereinzelten Verspätungen zu rechnen. Die betroffenen Fluggäste würden über die Ausfälle und alternative Reisemöglichkeiten informiert.

Bürgermeisterin Muriel Bowser sprach von dem größten Schneefall, den man seit langer Zeit erlebt habe. Auf Straßen könnte Regen gefrieren. Auch in der nächsten Woche soll es kalt bleiben. Sie rief die Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. Wenn man während des Sturms Menschen auf den Straßen sehe, solle man eine Notfallnummer anrufen. Man stelle Unterkünfte für alle, die sie benötigten, zur Verfügung. Der Betreiber der U-Bahn in der Hauptstadt schließt nicht aus, dass es durch das Eis zu Schienenbrüchen kommen könnte. Es wird mit Einschränkungen im öffentlichen Regionalverkehr gerechnet.

Die Stadt rief dazu auf, dass man Taschenlampen bereitlegen sollte, für den Fall, dass es zu Stromausfällen komme. Auf einer Pressekonferenz von öffentlichen Vertretern wurde auch empfohlen, Handys aufzuladen. Bewohner der Stadt müssen zudem ihre Autos – falls diese dort geparkt sind – von bestimmten Notstraßen wegfahren.

US-Präsident zieht erneut den Klimawandel in Zweifel

US-Präsident Donald Trump zeigte sich angesichts der Warnungen erneut als Klimaskeptiker: "Rekordkältewelle soll 40 Bundesstaaten treffen", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social - "Was ist eigentlich aus der globalen Erwärmung geworden???".

Tatsächlich bedeutet Klimawandel allerdings kseineswegs, dass es keine Kälteeinbrüche oder Winterstürme mehr gibt, sondern, dass die Temperaturen im langfristigen Mittel zunehmen. Im Zuge des Klimawandels steigt Experten zufolge zudem die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen. Dazu zählen auch Stürme und heftiger Niederschlag.

Mit Informationen von dpa und AFP

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!