Was tun, wenn bei einem tagelangen Stromausfall das Licht nicht mehr funktioniert, die Heizung kalt bleibt, kein Wasser mehr aus der Leitung kommt? Das kann man in privaten Prepper- oder Survival-Kursen lernen, doch die sind teuer. Das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. mit Sitz in München will seine Krisen-Schulung für "Blackouts" ausbauen, und auch Hilfsorganisationen wie die Malteser und der Arbeiter-Samariterbund Bayern wollen neue Krisen-Selbsthilfekurse anbieten.
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Noch fühlten sich viele Menschen auf Katastrophenfälle nicht ausreichend vorbereitet. Erprobte Mitarbeiterschulungen für Einsatzkräfte sollen deshalb künftig auch für die interessierte Bevölkerung geöffnet werden.
Hilfsorganisationen geben praktische Tipps
Beim Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. ist im Mai der nächste Termin für das kostenfreie Schulungsevent "Blackout" geplant. Rund 30 Freiwillige beraten dann etwa 120 Personen in Kleingruppen und lassen die Teilnehmer beispielsweise verschiedene Akkus, Kurbelradios, Gaskocher oder Solarlampen ausprobieren.
Matthias Fischer vom Hilfswerk erklärt: "Geübt wird das Verhalten im Brandfall oder beim Verkehrsunfall, dann geht es um weitreichende Krisen und zum Beispiel wie Kochen ohne Strom funktioniert oder wie ich behelfsmäßig Trinkwasser gewinnen kann." Zu Organisation und Finanzierungsmöglichkeiten bei einem flächendeckenden Schulungsangebot für die Bevölkerung wollen sich die Organisatoren der Katastrophen-Hilfswerke in Bayern miteinander abstimmen.
Freistaat will die Krisen-Resilienz stärken
Klar ist: Bayern möchte für individuellen Krisenschutz sensibilisieren. Dazu entwickeln die staatlichen Fachgruppen mit allen im Katastrophen- und Zivilschutz engagierten Organisationen, etwa dem Technischen Hilfswerk und dem Landesfeuerwehrverband, neue Informationsangebote und Schulungen.
Auch ein neues Konzept für praktische Selbsthilfekurse ist geplant, insbesondere für Schülerinnen und Schüler. Für das angekündigte erste Landesamt für Bevölkerungsschutz in Deutschland arbeitet das bayerische Innenministerium bis Ende März ein erstes Konzept aus.
Bundesamt für Bevölkerungsschutz fördert Kurse
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) fördert die Ausbildung in "Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten" durch sogenannte ESHS-Kurse. Die Kursinhalte umfassen Eigensicherung, Erste Hilfe und Nothilfe.
Das Angebot ist für verschiedene Bevölkerungsgruppen ausgelegt, und etwa für Betriebe, Vereine oder Schulen bei den Hilfsorganisationen buchbar.
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