Symbolbild: Fähnchen mit dem Logo der AfD liegen auf einem Tisch.
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Angriff an AfD-Stand – Kandidat für Kommunalwahl verletzt
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Daniel Karmann
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Angriff an AfD-Stand – Kandidat für Kommunalwahl verletzt

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Ermittlungen nach Auseinandersetzung an AfD-Stand

Ermittlungen nach Auseinandersetzung an AfD-Stand

Drei junge Leute streiten mit einem AfD-Kandidaten. Dann eskaliert die Situation an einem Infostand in Rosenheim. Die Polizei ermittelt jetzt wegen eines Angriffs auf den Politiker. Ein Video, das den Vorfall zeigen soll, wirft allerdings Fragen auf.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

In Rosenheim ist ein AfD-Kommunalwahlkandidat laut Schilderungen an einem Infostand angegriffen und verletzt worden. Drei junge Personen hätten nach einem verbalen Streit mit einem 70-jährigen Mann körperliche Gewalt angewendet, so die Vorwürfe, aufgrund derer die Polizei nun ermittelt.

Opfer offenbar Bürgermeisterkandidat – "Tauziehen" um ein Banner?

Bei dem Opfer soll es sich nach Angaben des AfD-Kreisvorsitzenden um den Kandidaten für das Bürgermeisteramt im oberbayerischen Rott am Inn, Michael Maurer, handeln. Der AfD-Kommunalwahlkandidat erlitt Prellungen und Verletzungen am Bein und Bauch. Ein Rettungswagen brachte ihn zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus.

Das "Offene Antifaschistische Plenum Rosenheim" wies in einer Pressemitteilung die Vorwürfe des Angriffs zurück. Demnach seien etwa fünf Demonstrierende vor dem AfD-Stand versammelt gewesen, als es zu einem Zwischenfall kam. Sie gaben an, zuerst geschubst und beleidigt worden zu sein, bevor der AfD-Kandidat im Gerangel zu Boden fiel. In dieser Situation hätten die Aktivisten gefragt, wie es ihm gehe.

Videoaufnahme vom Vorfall zeigt Rangelei

Auf dem Facebook-Kanal von rosenheim24.de [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt] ist ein Video zu sehen, das einen Teil des Vorfalls zeigen soll. In einer längeren Version des Videos, die BR24 vom Bündnis gegen rechte Hetze Rosenheim erhalten hat, ist Folgendes zu sehen: Eine Gruppe von jüngeren Personen geht auf einen AfD-Wahlstand am Max-Josefs-Platz in der Rosenheimer Innenstadt zu. Man erkennt dort den AfD-Bürgermeisterkandidat für Rott am Inn, Michael Maurer, der am Wahlstand steht.

Die Gruppe trägt ein großes Spruchband mit Aufdruck "Offenes Antifa Plenum Rosenheim". Als die Gruppe das Spruchband vor dem Stand entfalten will, ergibt sich ein Gerangel und "Tauziehen" mit Personen vom AfD-Wahlstand. Michael Maurer ist zunächst kurz zu sehen, als das Spruchband entrollt wird, der Stoff umwickelt ihn kurz. Dann bewegen sich die Personen, die miteinander rangeln, in die Mitte der Fußgängerzone.

Maurer bleibt am AfD-Stand stehen und ist nicht mehr Teil der Rangelei und auch nicht zu sehen. Bis er nach einiger Zeit von selbst auf die immer noch um das Spruchband ringende Gruppe zugeht, sich in deren Mitte bewegt und dann hinfällt. Tritte oder Schläge sind in dem Video, das BR24 vorliegt, nicht zu sehen oder zu hören. Die Gesichter einiger Personen aus der Antifa-Gruppe sind verpixelt, ansonsten gibt es keine Hinweise auf eine Bearbeitung des Videos.

Das Video sei der Polizei bekannt, sagte ein Sprecher vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Die Ermittlungen zu dem Vorfall liefen noch – und dabei werde natürlich auch das Video herangezogen. Ob dieses authentisch ist oder bearbeitet wurde, können die Ermittler ihm zufolge noch nicht sagen. 

Verdächtige sollen einer "linken Gruppierung" angehören

Khando Ronge, die Kandidatin der Linken für den Kreistag Rosenheim, schildert in einer Pressemitteilung, dass es ein "Tauziehen" um ein Banner gegeben habe: Menschen vom AfD-Stand hätten versucht, den Demonstrierenden ein Plakat zu entreißen. Sie selbst sei von einem AfD-Politiker geschubst worden. 

Die Polizei ermittelt nun gegen drei Verdächtige – zwei 18-Jährige und eine 19-Jährige – wegen gefährlicher Körperverletzung. Diese sollen laut Polizei einer "linken Gruppierung" angehören.

Mit Informationen von dpa

Transparenzhinweis: Im Text wurden nachträglich zwei Absätze zur Analyse eines Videos zum Vorfall, das BR24 vorliegt, ergänzt.

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