Donald Trump gibt es eine Pressekonferenz zum Iran
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Trump droht Iran weiter – Expertin fordert mehr Engagement

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In Kürze läuft das Ultimatum von US-Präsident Trump an Teheran ab. Sollte es keine Einigung geben, werde man sämtliche Kraftwerke und Brücken zerstören. Die Regensburger Politologin Groitl rechnet im Interview mit der ARD mit einem längeren Krieg.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Die Regensburger Politikwissenschaftlerin Gerlinde Groitl rechnet mit einem längeren Iran-Krieg und fordert Europäer und Deutschland auf, die eigenen Interessen zu sortieren und zu definieren. Insbesondere der Schifffahrtsverkehr durch die Straße von Hormus sei wegen der Gefahr durch Drohnen sehr schwer zu schützen. "Klug wäre es von europäischer Seite, sich weniger in Abgrenzung zu Donald Trump zu positionieren, sondern einfach mal offen darüber nachzudenken, was denn unsere eigenen Interessenlagen in der Region sind und was man dann auch selber bereit ist zu tun", sagte die Lehrstuhlinhaberin für Internationale Politik an der Universität Regensburg in der ARD-Infonacht.

Groitl erinnerte an die Präsenz der deutschen Marine im Roten Meer, "die diese Meerenge überwacht, ein Lagebild macht, um die Freiheit der Seewege zu garantieren. Das ist keine militärische Erzwingungsmission, aber es zeigt eben, dass auch wir Interessen haben an der freien Seefahrt und an dieser Region, dem Mittleren Osten". Insofern sei es zu kurz gegriffen, einfach zu sagen, "damit haben wir nichts zu tun, das ist nicht unser Krieg" (Link zur Tagesschau). Dies hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kürzlich so formuliert.

Politologin: Iran das Erpressungspotential wegnehmen

Es sei auch diplomatisch nicht sehr klug, weil man diese Partnerschaft mit den USA brauche. Insofern könne sie es sich gut vorstellen, dass es in der Zukunft dazu komme, "dass man sehr ernsthaft überlegt, was man beitragen kann, um dem Iran dieses Erpressungspotenzial wegzunehmen". Denn niemand, auch nicht in Europa, möchte sich von der Islamischen Republik erpressen lassen, so Groitl. "Insofern würde ich davon ausgehen, auch wenn es keine große Bereitschaft gibt, sich in den Krieg zu involvieren, dass man sehr ernsthaft überlegt, wie man diese Interessen an der freien Schifffahrt umsetzen kann und was man auch gemeinsam, potenziell gemeinsam mit den USA tun kann."

Der Iran hatte die für die weltweite Energieversorgung wichtige Meerenge nach einem Angriff der USA und Israels Ende Februar weitgehend blockiert. Als Folge der Blockade sind die Öl- und Spritpreise stark gestiegen.

Trumps Ultimatum an Iran läuft bald ab

Unterdessen hält US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben an seinem Ultimatum an die Regierung in Teheran (02.00 Uhr am Mittwochmorgen MESZ) zur Öffnung der Straße von Hormus fest. Die US-Armee werde sämtliche Kraftwerke und Brücken des Landes zerstören, sollte es bis dahin keine Einigung geben, sagte Trump am Montag auf einer Pressekonferenz in Washington.

Der Iran hatte zuvor einen über Pakistan vermittelten US-Vorschlag für eine Feuerpause zurückgewiesen und forderte stattdessen ein dauerhaftes Ende des Krieges. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, die Antwort des Iran auf Trump umfasse zehn Punkte. Diese beinhalteten ein Ende der Kämpfe, ein Protokoll für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus sowie die Aufhebung von Sanktionen.

Trump wies die Forderungen zurück. Er betonte, seine Frist sei endgültig. Jedes Kraftwerk im Iran werde ohne ein Abkommen brennen, explodieren und nie wieder nutzbar sein. Trump wies zudem Kritik zurück, Angriffe auf die zivile Infrastruktur könnten Kriegsverbrechen darstellen.

Angriffe und Kämpfe gehen unvermindert weiter

Die Kämpfe in der Region dauern an. Israelische Angriffe richteten sich gegen iranische Flughäfen und petrochemische Anlagen. Der Geheimdienstchef der Revolutionsgarden, Madschid Chademi, wurde iranischen Staatsmedien zufolge dabei getötet. Der Iran und mit ihm verbündete Gruppen griffen ihrerseits Ziele in Israel sowie in Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Vier Menschen wurden bei einem Raketeneinschlag in der israelischen Küstenstadt Haifa getötet.

Mit Informationen von Reuters

Zum Audio: Gespräch mit Politikwissenschaftlerin Gerlinde Groitl

Prof. Dr. Gerlinde Groitl
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