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Trump kapert Davos: Grönland und "Friedensrat" auf der Agenda

Trump kapert Davos: Grönland und "Friedensrat" auf der Agenda

Wie geht es zwischen den USA und Europa weiter im Grönland-Konflikt? Die Fronten sind verhärtet. Der US-Präsident will auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mit "beteiligten Parteien" reden – und auch über seine Pläne für einen "Friedensrat".

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Eigentlich drehen sich die Gespräche beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor allem um wirtschaftliche Themen. Doch dieses Jahr dominiert die Geopolitik: Es geht um Grönland, Trumps Drohungen und die Reaktion der Europäer.

Für Trump gibt es "kein Zurück"

Der US-Präsident hat angekündigt, mit den beteiligten Parteien in Davos reden zu wollen. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. Trump wird am Mittwoch in dem Schweizer Alpenort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird.

Der US-Präsident bekräftigte seinen Besitzanspruch auf Grönland. Die zum EU- und Nato-Land Dänemark gehörende Insel sei "von entscheidender Bedeutung" für die internationale Sicherheit und die nationale Sicherheit der USA. "Es gibt kein Zurück - darin sind sich alle einig!", schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Länder, die seine Forderung nicht unterstützten, müssten mit weiteren Zöllen rechnen. Konkret nannte er Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, ⁠Frankreich, Großbritannien, die ‌Niederlande und Finnland.

Provozierende Fotomontagen

Auf seiner Online-Plattform Truth Social veröffentlichte der US-Präsident zwei Fotomontagen: Auf einem der Bilder wird Trump im Oval Office mit europäischen Staats- und Regierungschefs und einem Plakat gezeigt, auf dem neben den USA auch Venezuela, Grönland und Kanada in US-Flagge dargestellt werden. 

Auf einem zweiten manipulierten KI-Bild ist der US-Präsident bei der Eroberung Grönlands dargestellt. Auf einem Schild ist "Grönland - US-Territorium, gegründet 2026" zu lesen. Neben Trump sind auch US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio zu sehen.

Von der Leyen kontert Drohungen

Bei ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos reagierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf die Drohungen und Provokationen Trumps mit einer klaren Botschaft: Die Souveränität von Dänemark und Grönland seien nicht verhandelbar. Und sie stellte Trumps Vertrauenswürdigkeit in Frage. Sie erinnerte an das im vergangenen Juli vereinbarte Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU, das Zollobergrenzen vorsieht. "In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal", ergänzte sie. "Wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten."

Sie warnte Trump davor, die transatlantischen Beziehungen in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Die angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Allliierte seien ein Fehler. Die Spannungen würden nur genau denjenigen Gegnern helfen, die man möglichst von den strategischen Interessengebieten fernhalten wolle. Die EU werde deswegen entschlossen, aber mit Augenmaß reagieren. Wie genau, darüber wollen die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag auf einem Sondergipfel in Brüssel beraten.

Trump plant Ankündigung zu "Friedensrat"

Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird neben dem Streit um Grönland von dem US-Vorschlag eines "Friedensrates" beherrscht. Am Donnerstag plant Trump eine Ankündigung. Medienberichten zufolge will er dann die sogenannte "Charta des Friedensrates" unterzeichnen.

Ursprünglich war der "Friedensrat" Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für den Gazastreifen. Das internationale Gremium sollte eine Übergangsregierung beaufsichtigen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die US-Regierung das Mandat des Rats stark erweitern möchte und sich der "Friedensrat" um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll – in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen (UNO). Der US-Präsident hatte die UNO regelmäßig kritisiert und in diesem Monat den Rückzug der USA aus 66 internationalen Organisationen verkündet.

Einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Kopie eines Satzungsentwurfs zufolge soll Trump auf Lebenszeit den Vorsitz innehaben. Mitgliedstaaten sollen eine dreijährige Amtszeit erhalten, sofern sie nicht eine Milliarde Dollar für einen ständigen Sitz zahlen. Insgesamt rund 60 Staats- und Regierungschefs wurden eingeladen, darunter auch Kremlchef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Mit Informationen von dpa, Reuters und AP

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