Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) mahnt angesichts der großen Trockenheit in diesem Jahr politische Maßnahmen an. Er fordert ein Umdenken beim Umgang mit Wasser in Deutschland – es müsste in der Landschaft gehalten werden. Große Investitionen seien nötig.
Schneider: Sondervermögen in Wasserinfrastruktur investieren
"Die Zeiten, in denen wir uns in Deutschland über Wasser keine Gedanken machen mussten, sind endgültig vorbei", sagte Schneider dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt). "Die Lage am Rhein und am Bodensee ist eine dramatische Belastung, nicht nur für die Natur, sondern auch für die Wirtschaft."
Der Bundesumweltminister rief die Länder dazu auf, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem guten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren. Der Bund hat den Ländern aus dem Sondervermögen für Infrastruktur 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.
Wasser in der Landschaft halten
Schneider sagte weiter, Wasser möglichst schnell abzuleiten und nasse Flächen trockenzulegen, sei Wasserpolitik der letzten Jahrhunderte gewesen. "Heute ist die Aufgabe, Wasser so gut wie möglich in der Landschaft zu halten. Wenn die Gebirge mit ihren Gletschern als Wasserlieferanten ausfallen, müssen die Flüsse, Auen, Wälder und Böden umso mehr zu Wasserspeichern werden", erklärt er.Dies bedeute zum Beispiel, trockene Moore wieder zu vernässen, Flüssen mehr Raum zu geben und Wälder zu stabilen Mischwäldern umzubauen.
Maßnahmen gegen niedrige Pegelstände
Auch die technische Wasserinfrastruktur müsse fitgemacht werden. Die niedrigen Pegelstände in Flüssen wie dem Rhein oder der Donau hatten in diesem Sommer für eine erhebliche Einschränkung der Binnenschifffahrt gesorgt.
So war die Güterschifffahrt in Niederbayern und der Oberpfalz im Sommer wegen Niedrigwassers phasenweise eingeschränkt. Besonders betroffen war der nicht ausgebaute Donau-Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen. Zudem sind die niedrigen Pegel ein Problem für Strom aus Wasserkraft in Bayern; außerdem sind Fischbestände und Vogelwelt bedroht.
Sonderkonferenz zur Wasserpolitik
Bei einer Sonderkonferenz zur Wasserpolitik am Montag in Berlin will Schneider mit EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall über Möglichkeiten eines neuen Umgangs mit Wasser sprechen. Teilnehmen werden Vertreter von Ländern, Unternehmen und Verbänden.
Mit Informationen von dpa und AFP
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