(symbolbild) Ein Kampfflugzeug vom Typ F-35 der US Air Force und US-Soldaten stehen in einem Hangar auf der US-Air Base Spangdahlem in Rheinland-Pfalz (Archivbild vom 14.06.2023).
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(Symbolbild) Die USA wollen 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen.
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USA kündigen Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland an

USA kündigen Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland an

Nach der Drohung von US-Präsident Trump, Truppen aus Deutschland abzuziehen, hat das Pentagon nun eine Entscheidung getroffen: 5.000 Soldaten der US-Armee sollen das Land verlassen. Was das für die bayerischen Stützpunkte bedeutet, ist unklar.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Man prüfe einen Abzug von US-Truppen aus Deutschland, in Kürze solle dazu eine Entscheidung fallen. Das hieß es diese Woche von US-Präsident Donald Trump, der sich aktuell im Clinch mit Bundeskanzler Friedrich Merz befindet. Jetzt hat das US-Verteidigungsministerium die Drohung des Präsidenten konkret gemacht: 5.000 Soldaten sollen Deutschland demnächst verlassen.

Pentagon: Abzug soll in einem Jahr vollzogen sein

Die Verlegung soll zeitnah erfolgen. "Wir gehen davon aus, dass der Abzug in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein wird", erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell. Bis zum 31. Dezember waren insgesamt 36.436 US-Soldaten im aktiven Dienst in Deutschland stationiert – mehr als in jedem anderen europäischen Land.

Angeordnet hat den teilweisen Abzug demnach US-Verteidigungsminister Pete Hegseth persönlich. Diese Entscheidung folge einer gründlichen Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa. Sie trägt "den Anforderungen im Einsatzgebiet sowie den Bedingungen vor Ort Rechnung", wie Parnell weiter ausführte. Welche Standorte genau betroffen sein werden, hat er nicht gesagt.

Verhältnis zwischen USA und Deutschland zuletzt verschlechtert

US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Mittwoch mit einer Verlegung von US-Truppen aus Deutschland gedroht – offenbar aus Verärgerung über die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Iran-Krieg: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung", hatte Merz mit Blick darauf erklärt. Die USA hätten "offensichtlich keine Strategie".

Trump hatte den Kanzler dafür scharf attackiert: "Er weiß nicht, wovon er spricht!" Statt sich um den Iran-Krieg zu kümmern, solle Merz lieber "mehr Zeit darauf verwenden", den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, wo er "nichts erreicht" habe, schrieb Trump am Donnerstag in Onlinemedien. Zudem solle Merz "sein marodes Land in Ordnung bringen".

Abzug von US-Soldaten war laut Pistorius absehbar

Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reagierte nun relativ gelassen auf den Teil-Abzug: "Dass die USA Truppen aus Europa und auch aus Deutschland abziehen würden, war absehbar." Gleichzeitig verwies er darauf, dass die "Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland in unserem Interesse und im Interesse der USA" sei.

Die Ankündigung der US-Regierung mache klar, dass die Nato "europäischer" werden müsse, so der SPD-Politiker. "Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen." Deutschland sei auf einem guten Weg mit dem Aufwuchs der Bundeswehr und den großen Waffenbestellungen.

USA militärisch mit Deutschland eng verflochten

Die Nachricht aus Washington dürfte dennoch Einschnitte bedeuten. Auch für die USA, denn die Armee ist in Deutschland tief verwoben. Rund 20 größere Stützpunkte betreibt sie hierzulande. Hinzu kommen noch einmal etwa 20 kleinere Militärdepots. Zu den militärisch bedeutsamsten US-Einrichtungen gehört die Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz. Für die USA ist sie die zentrale Luftdrehscheibe für Europa und den Nahen Osten.

Das größte US-Militärkrankenhaus im Ausland befindet sich in Landstuhl, ebenfalls in Rheinland-Pfalz. In Stuttgart betreiben die US-Streitkräfte die Hauptquartiere des Europa- und des Afrika-Kommandos, in Wiesbaden befindet sich die Zentrale des US-Heeres in Europa. Am Fliegerhorst in Büchel in Rheinland-Pfalz lagern US-Atomwaffen.

Was bedeutet das für Bayern?

In Bayern liegt bei Grafenwöhr in der Oberpfalz der größte US-Truppenübungsplatz außerhalb der USA. Der Übungsplatz sei zugleich der modernste, so der Bürgermeister der Stadt, Edgar Knobloch. Er hatte sich jüngst für die Aufrechterhaltung des Stützpunktes ausgesprochen.

Das Zusammenspiel der US-Armee und der deutschen Behörden bei der Abwicklung von Großprojekten funktioniere optimal und garantiere ein hohes Maß an Rechtssicherheit für die Gaststreitkräfte. Die Akzeptanz der amerikanischen Soldaten und ihrer Familien sei groß. Das Zusammenleben bezeichnet der Rathaus-Chef als "tagtägliche Völkerverständigung at its best" – bis hin zum gemeinsamen Maibaum-Aufstellen.

Truppenabzug kein neuer Plan von Trump

US-Präsident Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt. Noch im März hatte Trump dem Bundeskanzler Merz nach dessen Angaben bei einem weiteren Besuch in Washington zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. "Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe", hatte der CDU-Vorsitzende damals noch betont.

Im Video: 5.000 US-Soldaten werden aus Deutschland abgezogen

Nahaufnahme der Schulter eines Soldaten in Tarnfleck mit einem US-Flaggen-Patch.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
Videobeitrag

Die USA ziehen 5.000 ihrer Soldaten aus Deutschland ab.

Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters

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