Feuer in Lège-Cap-Ferret im Departement Gironde
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Spanien und Frankreich kämpfen gegen verheerende Waldbrände. Madrid rief in zwei Regionen den "Notstand nationaler Tragweite" aus.
Bildrechte: REUTERS/Stephane Mahe
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Spanien und Frankreich kämpfen gegen verheerende Waldbrände. Madrid rief in zwei Regionen den "Notstand nationaler Tragweite" aus.

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Waldbrände in Spanien und Frankreich – Paris bittet EU um Hilfe

Waldbrände in Spanien und Frankreich – Paris bittet EU um Hilfe

Spanien und Frankreich kämpfen gegen verheerende Waldbrände. Madrid rief in zwei Regionen den "Notstand nationaler Tragweite" aus. In beiden Ländern mussten Tausende Bewohner und Touristen in Sicherheit gebracht werden. Paris bittet die EU um Hilfe.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

In Spanien und Frankreich kämpft die Feuerwehr weiterhin mit einem Großaufgebot gegen mehrere große Waldbrände. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, darunter auch Urlauber. Besonders in Frankreich wird die Situation immer dramatischer: Allein in der Region Nouvelle-Aquitaine im bei Sommer-Touristen sehr beliebten Südwesten des Landes loderten in der Nacht zum Freitag zwei heftige Feuer, die nicht unter Kontrolle gebracht werden konnten. Knapp 30.000 Menschen mussten dort evakuiert werden.  

Auch Urlaubsregionen betroffen - Touristen in Messehalle

Die Flammen bedrohten vor allem den Ort Lège-Cap-Ferret. Dieser zählt rund 8.000 ständige Einwohner, im Sommer kommen aber tausende Touristen hinzu. In dem Ort seien bereits einige Häuser niedergebrannt, teilte die Feuerwehr mit. Die Behörden hatten zuvor vorsorglich die Evakuierung von fast 20.000 Menschen in der Umgebung angeordnet sowie die Räumung mehrerer Dörfer in der Nähe.

Auch Urlauber sind von der Räumung betroffen. Wann die Touristen in ihre Urlaubsquartiere zurückkönnen, ist noch unklar. Vorläufig kamen die Betroffenen in Notunterkünften und Ausweichquartieren unter. In Bordeaux wurde auch eine Messehalle geöffnet. Die Gendarmerie koordinierte die Evakuierungen und bewacht die verwaisten Campingplätze und Ferienzentren, wo viele Menschen Wohnwagen und Zelte zurücklassen mussten. 

Wie die Präfektur in Bordeaux am Abend mitteilte, hat der Brand sich inzwischen auf 4.800 Hektar ausgedehnt. Auch heute wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet, es soll weiter heiß bleiben.

Macron bittet EU um Hilfe

Frankreich stehe "unter hoher Spannung", erklärte Präsident Emmanuel Macron. Er gab in der Nacht zum Freitag bekannt, dass er die Europäische Union um Hilfe gebeten habe. Es sei die Auslösung des europäischen Zivilschutzmechanismus' beantragt worden. Frankreich werde damit "schnell" Hilfe aus anderen Ländern für die Brandbekämpfung aus der Luft bekommen.    

"Wir werden bald auf Verstärkung zählen können", erklärte Macron auf der Plattform X. Unter anderem sollten Löschflugzeuge und Schwerlast-Hubschrauber aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei die französischen Einsatzkräfte unterstützen.

Aus einem Militärflugzeug wird ein Löschflugzeug

Angesichts der verheerenden Waldbrände rüstet Frankreich nun ein großes Militärtransportflugzeug des Typs Airbus A400M für Löscheinsätze um. Die entsprechend ausgerüstete Maschine, die 20 Tonnen Wasser auf einmal abwerfen kann, werde binnen zehn Tagen einsatzklar sein, so das Verteidigungsministerium an. Der Transportflieger fasst doppelt so viel Wasser wie ein herkömmliches Löschflugzeug.

Ein weiterer Brand breitete sich ebenfalls an der Atlantikküste südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse aus. Dort hatte ein Lieferwagen Feuer gefangen und die Flammen griffen schnell auf die Natur über. 1.200 Hektar Fläche brannten bis zum späten Abend nieder, 5.000 Menschen wurden evakuiert.

Feuer auch in Südfrankreich

In Südfrankreich flammte unterdessen im bergigen Hinterland nordöstlich von Marseille rund um den Ort Pontevès ein Waldbrand wieder auf, den die Einsatzkräfte zwischenzeitlich einigermaßen in den Griff bekommen hatten. Rund 500 Einwohner aus mehreren Orten wurden am Nachmittag vorsorglich evakuiert, ein Teil von ihnen konnte am Abend wieder zurückkehren, teilte das Département Var mit.

Spanien ruft "Notstand nationaler Tragweite" aus

Die spanische Regierung rief für zwei Regionen den "Notstand nationaler Tragweite" aus. Dieser gelte ab sofort für die Hauptstadtregion Madrid sowie in der nahegelegenen Provinz Ávila, teilte das Innenministerium mit. Dadurch kann der Staat mehr Mittel und Gelder im Kampf gegen die Flammen mobilisieren. Unter anderem wird die Leitung der Einsätze automatisch in die Hände einer militärischen Kriseneinheit gelegt.

Vor allem ein außer Kontrolle geratener Waldbrand westlich von Madrid besorgt Einsatzkräfte und Anwohner. Am Donnerstag wurde deshalb für 3.500 Menschen eine Evakuierung angeordnet. Bereits am Vortag hatten die Behörden in Gemeinden südwestlich der spanischen Hauptstadt wegen eines weiteren Brandes Evakuierungen verfügt. Insgesamt mussten rings um Madrid bereits 10.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Durch Waldbrände sind in Spanien in diesem Jahr bereits 125.000 Hektar Land verbrannt.

Mit Informationen von AP, dpa und AFP

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