Nach Frankreich und Spanien haben schwere Waldbrände am Donnerstag auch in der Türkei und in Griechenland gewütet. Auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta wurden Tausende Urlauber vorübergehend vor einem Brand in Sicherheit gebracht – am Nachmittag brach dort ein zweiter Brand aus. In der Türkei loderten Regierungsangaben zufolge insgesamt 115 Feuer, vorwiegend an der Mittelmeerküste. Während Spanien den wegen der Brände verhängten Notstand wieder aufhob, vernichtete ein neuer Brand an der Grenze zu Portugal binnen 24 Stunden 11.000 Hektar Fläche.
Mehr als hundert Brände in der Türkei
110 der 115 Brände in der Türkei seien unter Kontrolle, 69 Brände seien "außerhalb von Waldgebieten" ausgebrochen, erklärte der türkische Landwirtschaftsminister Ibrahim Yumakli. Die Forstbehörde der Türkei teilte mit, die am Mittwoch durch starke Winde ausgelösten Brände würden durch "intensive Einsätze aus der Luft und am Boden" bekämpft. Die Behörde erwähnte insbesondere die Gebiete an der Mittelmeerküste zwischen Antalya und Alanya sowie Muğla und Fethiye, wo sich Ferienanlagen aneinanderreihen.
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Agrarminister Yumakli erklärte im Onlinedienst "X", die vier größten Brände in den Regionen Muğla, Antalya und Kas, Balikesir sowie Canakkale an den Dardanellen seien "weitgehend unter Kontrolle". Wie groß die von den Bränden jeweils betroffenen Flächen sind, teilte er nicht mit.
Die Präfektur von Muğla teilte später mit, dass ein Brand in Fethiye wieder ausgebrochen sei. Der Gouverneur der nördlicher gelegenen Provinz Balikesir, İsmail Ustaoğlu, erklärte, dass rund um das Olivenanbaugebiet Ayvalik Brände wüteten. "Fünf Flugzeuge, sechs Hubschrauber, 850 Einsatzkräfte und Hunderte Fahrzeuge" seien im Einsatz. Einwohnern von besonders gefährdeten Gebieten schickte das Agrarministerium Warnungen per Textnachricht auf ihre Telefone.
Mitsotakis: Griechenland stehen "schwierige Tage" bevor
Auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta seien am Mittwochabend rund 8.000 Menschen vor einem Waldbrand in Sicherheit gebracht worden, sagte eine örtliche Behördenvertreterin am Donnerstag dem Sender ERT. Der Waldbrand südlich der Stadt Rethymno wurde durch starke Winde angefacht und bedrohte vorübergehend den Ferienort Agia Galini.
Am Donnerstagnachmittag brach etwa 60 Kilometer vom ersten Brandherd entfernt in der Nähe des Dorfes Asomatos ein zweiter Brand aus. Die Behörden riefen vorsorglich zu Evakuierungen auf. Drei Hubschrauber und mehr als 70 Feuerwehrleute wurden zu dem neuen Feuer entsandt. Insgesamt waren auf Kreta somit 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Der nationale Wetterdienst in Athen erklärte, durch die starken Winde habe sich eine Feuerfront von über zwölf Kilometern gebildet. Er warnte, dass der Wind im Süden Kretas den ganzen Tag über "sehr stark" bleiben könnte.
Auch Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis warnte, dem Land würden "schwierige Tage" bevorstehen. Der August sei "traditionell ein komplizierter Monat", sagte er vor der Sitzung des Ministerrats. Die Bürger rief er auf, "größtmögliche Vorsicht" walten zu lassen.
Nationaler Notstand in Spanien aufgehoben
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hob unterdessen nach Erfolgen bei der Brandbekämpfung den nationalen Notstand wieder auf. Die Behörden hatten zuvor mitgeteilt, im Waldbrandgebiet nahe der Hauptstadt Madrid gebe es "kaum noch Flammen". Die Wetterbedingungen in der Nacht hätten für Abkühlung gesorgt. Die meisten Evakuierten durften inzwischen in ihre Häuser zurückkehren. Die Präfektur von Madrid wies darauf hin, dass angesichts der aktuellen Hitzewelle neue Brände drohten.
Ein neu ausgebrochenes Feuer nahe der Grenze zu Portugal vernichtete derweil in den vergangenen 24 Stunden 11.000 Hektar Land, wie der Bürgermeister von Fermoselle der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Der Ort habe eine "Hölle" und einen "Flammentunnel" erlebt. In der dünn besiedelten und sehr trockenen Region mussten mehr als 800 Menschen in Sicherheit gebracht werden, wie die Behörden in Zamora erklärten. Im Nachbarland Portugal wurden 800 Feuerwehrleute mobilisiert, um einen Brand im Norden des Landes zu bekämpfen.
Lage in Frankreich entspannt sich
Im Südwesten Frankreichs standen die Zeichen weiterhin auf Entspannung: Der Brand in der Nähe von Bordeaux war dank günstiger Wetterbedingungen in der Nacht am Donnerstagmorgen Behörden zufolge "weiterhin stabil". Es bestand Hoffnung, dass die 220.000 vor den Flammen in Sicherheit gebrachten Einwohner bald wieder in ihre Häuser zurückkehren können.
Mit Informationen von AFP
Im Video: Südeuropa - Waldbrände wüten weiter
Waldbrände wüten weiter in Südeuropa – besonders betroffen sind derzeit die Türkei und Griechenland.
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