ARCHIV: Züge der Deutschen Bahn stehen am 27.04.2024 am Hauptbahnhof der Stadt Hof (Bayern).
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Wo Bayerns Regionalzüge 2024 besonders unpünktlich waren
Bildrechte: picture alliance / dpa | Matthias Balk
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Zugreisende zwischen München und Hof beziehungsweise München und Prag brauchten im vergangenen Jahr sehr viel Geduld: Auf keiner regionalen Bahnstrecke in Bayern waren die Züge unpünktlicher als hier, meldet die Bayerische Eisenbahngesellschaft.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Auf keiner regionalen Bahnstrecke in Bayern waren die Züge im vergangenen Jahr unpünktlicher als im Netz "Expressverkehr Ostbayern Los 2" zwischen München und Hof beziehungsweise Prag. Auf beiden Routen lag die Pünktlichkeit gerade einmal bei 43,7 Prozent. Das hat eine Auswertung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) 2024 ergeben. Im Netz "Expressverkehr Ostbayern Los 1" ließ die Pünktlichkeit ebenfalls zu Wünschen übrig – hier lag der Wert aber immerhin bei 62,4 Prozent.

Das sogenannte "Expressverkehr Ostbayern Los 1" umfasst den Bereich München – Landshut – Regensburg – Schwandorf – Weiden – Marktredwitz – Hof. Das Netz "Expressverkehr Ostbayern Los 2" geht bis an die Grenze zu Tschechien und verbindet diese Orte: München – Landshut – Regensburg – Schwandorf – Cham – Furth im Wald – Staatsgrenze D/CZ.

Fehlende Elektrifizierung nördlich von Regensburg

Der Betriebsübergang von der Länderbahn zur Deutschen Bahn vor einigen Jahren hat hier nichts verbessert. Eine Neuausschreibung vergangenes Jahr ist gescheitert, weil die staatliche Eisenbahngesellschaft kein akzeptables Angebot bekam. Die Strecke ist für Bahnunternehmen schwierig zu fahren, weil der Nordteil ab Regensburg nicht elektrifiziert ist. Das Vorhaben steht schon seit 2016 als "vordringlicher Bedarf" im Bundesverkehrswegeplan, die Planung zieht sich aber hin – gebaut werden soll frühestens in den 2030er Jahren.

Spitzenreiter bei Pünktlichkeit weit über 90 Prozent

Spitzenreiter im Hinblick auf Pünktlichkeit waren laut BEG die Züge in den Netzen Gotteszell/Viechtach (96,5 Prozent), Kissinger Stern (95,4 Prozent) und Berchtesgaden/Ruhpolding (95 Prozent). Konkret bedeutet dies, dass weniger als eine von zehn Zugverbindungen unpünktlich war. Insgesamt erreichen sieben Netze einen Wert von mehr als 90 Prozent, je zehn kommen auf einen Wert von mehr als 80 Prozent beziehungsweise mehr als 70 Prozent.

Die BEG hat nach eigenen Angaben mit dem Ranking "Betriebsqualität" ein neues Instrument zur Bewertung der Zuverlässigkeit im Zugverkehr eingeführt. In die Bewertung fließen die vier zentralen Kenngrößen Zugfahrquote, Pünktlichkeit, Regelzugbildung – also waren die Züge mit den geplanten Sitzplatzkapazitäten unterwegs – und Anschlussquote ein. Anschlussquoten im Bahnverkehr geben Aufschluss darüber, ob die Kunden ihre Anschlusszüge erreichen oder nicht.

Gesamtranking wird klar von Kissinger Stern angeführt

Auch im Gesamtranking lag das Netz Kissinger Stern in Unterfranken mit einem Gesamtwert von 99 Prozent klar ganz vorn. Dies umfasst die Strecken zwischen Schweinfurt und dem thüringischen Meiningen sowie von Schweinfurt nach Bad Kissingen und weiter durch das Tal der Fränkischen Saale nach Gemünden (Main).

Die S-Bahn-Netze weist die BEG im Ranking Betriebsqualität separat aus. Der Grund ist, dass für S-Bahnen keine Anschlussquoten erhoben werden. Ein direkter Vergleich der S-Bahn-Netze mit den Regionalverkehrsnetzen sei daher nicht möglich. Unter Berücksichtigung der drei anderen Kennzahlen hätten die S-Bahn München 93,7 und die S-Bahn Nürnberg 95,3 Punkte erreicht.

Verkehrsminister: "Auch die Kleinsten können die Größten sein"

"Ich finde es gut, dass wir jetzt erstmals ein gesamthaftes Bild bei der Betriebsqualität im bayerischen Schienenpersonennahverkehr haben", sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der auch BEG-Aufsichtsratsvorsitzender ist. Er ziehe den Hut vor der Erfurter Bahn mit dem Kissinger Stern als Top-Performer. "Das zeigt: Auch die Kleinsten können die Größten sein. Jetzt gilt es daran zu arbeiten, dass die Kurve möglichst bei allen Netzen die nächsten Jahre nach oben zeigen kann."

Mit Material von dpa

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