Bei dem schweren Eisenbahnunglück in Spanien sind auch Deutsche unter den Opfern. "Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben", hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.
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Die Lage sei derzeit zum Teil noch unübersichtlich. "Unser Konsulat in Malaga und unsere Botschaft in Madrid stehen mit den örtlichen Behörden im engen Austausch, um eine Aufklärung der Identitäten der Opfer zu betreiben."
Mindestens 40 Tote bei Zusammenstoß zweier Züge
Bei dem Unglück nahe Adamuz im Süden des Landes kamen mindestens 40 Menschen ums Leben. Mehr als 170 Reisende seien verletzt worden, davon 24 schwer und fünf sehr schwer, teilten die Behörden mit. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigt.
Am Sonntagabend war ein Hochgeschwindigkeitszug von Málaga nach Madrid mutmaßlich mit Tempo 300 entgleist und mit einem entgegenkommenden Hochgeschwindigkeitszug zusammengestoßen. Nach Angaben von Verkehrsminister Óscar Puente entgleiste der hintere Teil des ersten Zuges und prallte gegen die vordere Spitze des zweiten, wodurch die ersten beiden Waggons des Zuges aus den Schienen geschleudert wurden und eine vier Meter tiefe Böschung hinunterstürzten. Medienberichten zufolge befanden sich in den beiden Zügen insgesamt rund 500 Fahrgäste.
Unglück in schwer zugänglichem Gelände
Hunderte Überlebende mussten von Rettungskräften im Dunkeln geborgen werden. Zahlreiche Fahrgäste waren noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen. Antonio Sanz, der regionale Gesundheitsminister der Provinz Andalusien, sagte, die Lage an der Unglücksstelle sei "sehr ernst". Videos von der Unglücksstelle zeigen Menschen, die aus Fenstern kletterten, während die Waggons schräg lagen.
Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch vollkommen unklar. Der Unfall sei "extrem seltsam", sagte Puente. "Wie ist es möglich, dass sich auf einer geraden Strecke, auf einem sanierten Schienenabschnitt, mit einem quasi neuen Zug, ein solcher Unfall ereignen kann?"
Überhöhtes Tempo als Unfallursache schließen die Verantwortlichen bislang aus. Die Züge seien mit 205 und 210 km/h unterwegs gewesen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit habe in dem Abschnitt bei 250 km/h gelegen, sagte der Chef der spanischen Bahngesellschaft Renfe, Fernández Hernandia. "Es war kein Problem von überhöhter Geschwindigkeit."
"Nacht tiefen Schmerzes für unser Land"
Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte schnelle Hilfe zu, sagte alle Termine ab und machte sich von Madrid aus auf zum Unglücksort. Dort kündigte er eine dreitägige Staatstrauer von Dienstag bis Donnerstag an und versprach, man werde "die Wahrheit (über die Ursache) ans Licht bringen". Der Sozialist sprach von einer "Nacht tiefen Schmerzes für unser Land".
Auch aus dem Ausland kommen Beileidsbekundungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußert sich "erschüttert" und spricht den Familien und Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versichert den Spaniern angesichts der "Tragödie" von Adamuz: "Frankreich steht an eurer Seite."
Im Video: Zugunglück in Spanien – Suche nach der Ursache
Tote bei Zugunglück in Spanien - Adamuz
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